den Knabenschulen) der Turnunterricht im ersten Schuljahre. Für das zarte Alter der Kleinen ist die zugemutete Anstrengung zu groß, wenn deren Kraft eine volle Stunde in Anspruch ge- nommen wird; und den Unterricht auf halbe Stunden zu beschränken, war unthunlich.
So wurde für die drei untersten Klassen der Unterricht auf 20, resp. 24 und 25 Wochen- stunden herabgesetzt. Nach erfolgter Genehmigung der Behörden trat diese Umgestaltung mit dem Wintersemester in Kraft.
Abgesehen von diesen minder bedeutenden Verschiebungen, welche auch bei einem durchaus feststehenden Lehrplane sich von Zeit zu Zeit werden als Notwendigkeit ergeben, nahm das Jahr einen ruhigen, ordnungsmäßigen Verlauf.
Das Sommersemester begann mit den Prüfungen der zum Fintritt angemeldeten Schülerinnen Mittwoch, den 16. April. UÜber die Ergebnisse dieser Prüfungen wurde am 17. April in der Eröffunungskonferenz beraten und beschlossen; um 11 Uhr fand die feierliche Einführung statt und nachmittags um 3 Uhr nahm der regelmäßige Unterricht seinen Anfang.
Die bald eintretende Frühlingswärme veranlaßte die rechtzeitige Abhaltung des Maifestes. Schon am 15. Mai gingen die Klassen des Seminars und der Schule(bis VI inclus.) in die Um- gegend; die drei untersten Jahrgänge sammelten sich am 29. Mai in hergebrachter Weise auf dem Oberforsthaus. Beide Tage waren vom Wetter begünstigt; die frohen Eindrücke wurden durch keinen Mißklang getrübt.
Schon wurde im stillen eine andere Festfeier gerüstet zu Ehren unseres werten Kollegen, des Herrn Oestreich, welcher am 31. Mai das 25. Jahr seiner Amtsthätigkeit seit seiner de- finitiven Anstellung an der Musterschule beschloß. Wie es der einfach schlichten Denkweise des Jubilars entsprach, wurde auch die Schulfeier in einfachen Formen gehalten. Nach dem Schlusse des Morgenunterrichts versammelten sich sämtliche Mitglieder des Kollegiums, sowie die Schüle- rinnen des Seminars und der obersten Schulklassen in der Aula. Auf die herzlichen Glückwünsche des Kollegiums und der Schule, welche dem Jubilar durch den Direktor ausgesprochen wurden, dankte derselbe in seiner Weise, so daß aus seinen bewegten Worten die dankbare Erinnerung an seine reichgesegnete Thätigkeit an der Schule, welcher er über ein Menschenalter schon an- gehört, deutlich herausklang. Gesang leitete die Feier ein und schloß dieselbe. Am Abend zuvor hatte sich das Gesamt-Kollegium, auch die Frauen der verheirateten Kollegen, sowie manche Freunde und Freundinnen des Jubilars zu einem fröhlichen Mahle in der Rosenau versammelt. Die Herzlichkeit der gewechselten Reden lietz erkennen, daß über die kollegialischen Beziehungen hinaus auch die Freundschaft diese Gelegenheit gerne benutzt hatte, um dem Jubilar diesen Tag zu einem frohen Feste zu gestalten.
Die Frage einer zweckmäßigen Einrichtung der herkömmlichen Besuchstage fand in- zwischen eine zufriedenstellende Lösung.- Durch eine leichte Verschiebung des regelmäßigen Stundenplanes gelang es, die Vormittagsstunden des 21. Juni(Mittwoch) mit den Hauptfächern in jeder Klasse so zu besetzen, daß der Klassenlehrer, resp. die Klassenlehrerin mindestens eine Stunde den Unterricht führte; der direkte Austausch zwischen Eltern und Lebrern wurde dadurch sehr grleichtert. Die früher geäußerten Klagen über die mit den Besuchstagen verbundenen Ubelstände sind nunmehr hoffentlich dauernd beseitigt.
Die mit Beginn des Juli eintretende drückende Hitze nötigte uns, an sieben Schultagen den Nachmittagsunterricht ganz oder teilweise ausfallen zu lassen.


