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Upsere Schülerinnen blieben von aunsteckenden Krankheiten in erfreulicher Weise verschont; nach den schlimmen Erfahrungen des vorigen Winters dürfen wir dies als ein Glück preisen.—
Doch ging der Tod auch diesmal nicht an uns vorüber, ohne uns zwei liebe Schülerinnen zu entreißen.
Am letzten Tage des vorigen Schuljahres starb Paula Bierbauer(VIII b) nach langem Leiden. Sie hatte sich auf dem Eise erkältet, und verfiel einem hitzigen Fieber, welches das Schlimmste befürchten ließ. Sie erholte sich zwar wieder; der Vater beabsichtigte, das Kind während des Sommers ganz der Schule zu entnehmen, um die Gesundheit desselben aus jeder Gefahr zu bringen; da trat ein Rückfall ein, welchem die schwachen Kräfte des armen Kindes nicht zu widerstehen vermochten; ein rascher Tod bereitete den jungen Hoffnungen ein jähes Ende.
Ebenso betrübend war für uns der Tod eiuer unserer jüngsten Schülerinnen, der noch im ersten Schuljahre stehendeu Bertha Klotz. Kaum, daß wir von ihrer Erkrankung gehört hatten, traf uns schon die Nachricht ihres plötzlich erfolgten Todes; nach kaum drei- tägigem Leiden hatte eine innerliche Entzündung den Tod des frischen, freuudlichen Kindes herbeigeführt.
Da in beiden Fällen es uns versagt war, den Toten das Geleit zu geben, sprechen wir an dieser Stelle die Hoffnung aus, daß die trauernden Angehörigen den Trost mögen gefunden haben, den Menschenwort nicht geben kann.
Der Kreis unseres Lehrerkollegiums wurde mit dem Beginn des Schuljahres durch den Eintritt der Herren W. Mardner und K. Süß erweitert. Über ihren Lebens- und Bildungs- gang berichten beide in folgendem:
Wilhelm Marduner, geboren 1841 zu Bellingen im ehemaligen Herzogtum Nassau, empfing den ersten Unterricht und die Vorbereitung für das Seminar von seinem Vater, besuchte von Ostern 1857 an drei Jahre lang das Lehrerseminar zu Montabaur, war dann 2 Jahre im Nassauischen Schuldienste thätig, studierte darauf 2 Semester Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität München, trat im Sommer 1863 in den Schuldienst der damals freien Stadt Frankfurt a. M., bestand im Herbste 1872 das Examen pro schola et rectoratu und ward durch Magistratsbeschluß mit Ostern 1883 von der Selektenschule an die Elisabethenschule versetzt.
Karl Süß ist 1854 zu Partenheim in Rheinhessen geboren. Er besuchte das Schullehrerseminar zu Friedberg in den Jahren 1871— 1874, und bestand das Definitorialexamen zu Darmstadt im April 1876. Nach dreijähriger Thätigkeit an den Darmstädter Schulen(Seit Juli 1877) wurde er hier angestellt, zuerst an der Souchayschule, dann seit Ostern 1883 an der Elisabethenschule.
4. Bibliothek und Sammlungen. A. Bibliothek und Lehrmittel(verwaltet von Dr. Böcker).
a. Anschaffungen. 1. Fortsetzungen: Centralblatt für die gesamte Unterrichts- verwaltung in Preußen. R. Schornstein: Zeitschrift für weibliche Bildung. Statistisches Jahrbuch der höheren Schulen Deutschlands, Luxemburgs und der Schweiz. Meyer, Konversationslexikon. XX. Bd. Jahressuppl. 1882/83. Grimm: Deutsches Wörterbuch. Dittes: Pädagogischer Jahresbericht.


