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Bald nachher trat die anhaltende Hitze ein, und nötigte uns wiederholt den Nach- mittagsunterricht ausfallen zu lassen.
Die Sommerferien, welche zwischen den 16. Juli und 13. August fielen, unterbrachen, die Arbeit aufs neue. Die Störung wurde besonders empfindlich durch die schon oben beklagten Unregelmäßigkeiten des Schulbesuchs vor und nach den Ferien. Diese jedes Jahr beobachteten Übelstände bringen für uns große Schwierigkeiten mit sich. In die letzten sechs Wochen des Sommersemesters fallen nämlich zunächst die Lehrerinnen-Prüfungen, welche mindestens eine Woche in Anspruch nehmen. Daun kommen die Vorbereitungen der Zeugnisse, Versetzungs- Konferenzen, die weitläufigen Geschäfte des Semester- resp. des Jahresschlußes. Es liegt auf der Hand, daß bei so mannigfachen Störungen die Regelmäßigkeit des Unterrichts empfindlich leiden muß. Hoffen wir, daß bei einer bevorstehenden Revision unserer Ferienordnung wenigstens der Juli in seine alten Rechte als Ferienmonat wieder eingesetzt werden wird, wenn es sich als unmöglich herausstellen sollte, die Sommer- und Herbstferien zusammen zu legen.
Das Sedanfest wurde schon Samstag den 1. September in herkömmlicher Weise gefeiert; die Festrede hielt der Direktor.
Montag den 3. September begannen die schriftlichen Arbeiten derjenigen Seminaristinnen, welche zur Lehrerinnenprüfung zugelassen worden waren.
Acht Tage später, am 10. und 11. September fand das mündliche Examen unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schulrates Kretschel statt. Die Ergebnisse der ganzen Prüfung waren recht befriedigende. Folgenden 14 Schülerinnen unserer obersten Seminarklasse wurde die Befähigung zum ÜUnterricht an höheren und mittleren Mädchenschulen zuerkannt:
1. Eugenie Abresch, Tochter des Rentners Herrn Eugen Abresch, geb. zu Neu- stadt a. H. den 17. März 1865, evangel. Konfession.
2. Martha Cuno, Tochter des Kgl. Postbaurats Herrn Karl Cuno, geb. zu Xanten a. R. den 1. Mai 1864, evangel. Konfession.
3. Margarethe Eisel, Tochter des Lehrers Herrn Johannes Eisel, geb. zu Eisenbach den 9. August 1865, kathol. Konfession.
4. Emma Giebel, Tochter des Lokomotivführers Herrn Joh. Heinrich Giebel, geb. zu Kassel den 28. August 1863, evangel. Konfession.
5. Johanna Grünebaum, Tochter des Kaufmanns Herrn Leopold Grünebaum, geb. zu Frankfurt a. M. den 17. Februar 1864, israel. Konfession.
6. Luise Kling, Tochter des Kaufmanns Herrn Georg Kling, geb. zu Frank- furt a. M. den 17. November 1863, evangel. Konfession.
7. Ida Knopfmacher, Tochter des(T†) Lithographen Herrn David Knopf- macher, geb. zu Offenbach den 4. April 1863, israel. Konfession.
8. Marie Kreyssig, Tochter des(†) Realschuldirektors Herrn Pofessor Friedrich Kreyssig, geb. zu Elbing den 1. November 1863, evangel. Konfession.
9. Bertha Lentz, Tochter des Oberlehrers Herrn Andreas Lentz, geb. 2zu Prankfurt a. M. den 29. August 1863, evangel. Konfession.
10. Johanna Meyer, Tochter des(†) Kaufmanns Herrn Joh. Georg Meyer, geb. zu Frankfurt a. M. den 3. Oktober 1864, evangel. Konfession.
11. Lili Müller, Tochter des Lehrers Herrn Franz Xaver Müller, geb. 2zu Offenbach den 2. November 1862, kathol. Konfession.


