25
Am 20. September schloß sich die Prüfung der Schulvorsteherinnen an. Den beiden Be- werberinnen: Frl. Katharina Hartmann aus Montabaur, Lehrerin am dortigen Seminar, und Frl. Clothilde Ferbers aus Eltville, Leiterin einer Privat-Mädchenschule, konnte die Qualifikation, welche sie erstrebten, zuerkannt werden.
Inzwischen war das Examen der Handarbeitslehrerinnen schon am 14. September unter dem Vorsitze des Herrn Regierungs-Rates Dr. von Fricken vorausgegangen. An demselben nahmen 7 Schülerinnen unseres Seminars teil: 1. Sara Adler; 2. Elisabeth Behringer; 3. Anna Dahlke; 4. Emma Hirschfeld; 5. Mathilde Kern; 6. Maria Krebs; 7. Eugenie Süskind.
Zu diesen kamen 7 auswärtige Aspirantinnen: 8) Marie Boullenot; 9) Marie Hoelper; 10) Elfriede Meuser; 11) Anna Michel: 12) Elisabeth Roth; 13) Fran- ziska Springer; 14) Marie Zinn.
Von diesen erhielten 13 das Zeugnis der Befähigung zum Unterricht an mittleren und höheren Mädchenschulen, 1 erhielt die Qualifikation für Volksschulen.
Die Herbstferien begannen den 25. September.
Die Aufnahme der neuen Schülerinnen geschah am Montag den 9. Oktober. Außer der untersten Klasse(IX b.), welche durch 54 Aufgenommene besetzt wurde, war kaum eine andere im Stande den zahlreichen Angemeldeten ein Plätzchen einzuräumen; im Ganzen wurden außer den genannten 54 Kleinen nur noch 10 Schülerinnen untergebracht.
Abgesehen von den Weihnachtsferien, welche vom 23. Dezember bis 8. Januar dauerten, erfuhr das Wintersemester keine Unterbrechung.
Dasselbe schließt am 21. März mit der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers; die Festrede wird Herr Huth halten.
Der Besuch der Schule von Pädagogen des In- und Auslandes war ein sehr zahlreicher. Unter ihnen nennen wir den Vorsteher der Central-Turnanstalt in Berlin, Herrn Prof. Dr. Euler; derselbe inspizierte am 27. August mehrere Turnklassen und beurteilte deren Leistungen eingehend; an seine prinzipiellen Auffassungen knüpften sich weitgreifende Erörterungen. Der größzte Teil der ausländischen Besucher kam aus England, andere kamen aus Nord-Amerika, Frankreich, den Niederlanden, Finnland.
3. Der Gesundsheitszustand bei Lehrern und Schülerinnen; sein Einfluss auf die Regelmässigkeit des Unterrichts. Wechsel in der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums.
Wenn auch im Laufe des Sommers mehrere Herrn aus dem Kollegium durch Krankheit zu längerer Unterbrechung ihrer Thätigkeit sich genötigt sahen, so konnte der Gesundheitszustand im Allgemeinen doch als recht günstig aufgefaßt werden. Der Winter sollte dafür die Störungen reichlich nachholen. Abgesehen von zahlreichen Krankheitsfällen von kürzerer Dauer innerhalb des Kollegiums wurden einige Mitglieder desselben recht schwer getroffen; Herr Dr. Kinkelin
mußte wegen eines hartnäckigen Halsleidens fast den ganzen Dezember pausiren; Frl. Schneider Elisabethenschule 1883. 4


