1. Zur Geschichte der Schule.
Im Laufe des mit Ostern zu Ende gehenden Schuljahres ist im Leben unserer Anstalt wesentlich Neues nicht eingetreten. Was wir in digser Beziehung zu berichten haben, ist teils weitere Entwicklung des bereits Bestehenden, teils zeitliche Beschränkung eines Unterrichts- zweiges, teils endlich feste Einfügung eines Lehrgegenstandes in den gesamten Lehrplan. Was das erste betrifft, so hat sich unsere Seminarklasse C, die als Fortbildungsklasse die vielfach ausgesprochenen Wünsche der Eltern befriedigen und zugleich als dritte Seminarklasse die Vorbereitung für den strengen Seminarunterricht gewähren sollte, auch in dem zweiten Jahre ihres Bestehens in einem Matze zweckmäßiig erwiesen, wie wir es kaum erwarten durften. Nicht nur, datz die Zahl der Schülerinnen, die nicht in das Seminar eintreten wollten, sich von Halb- jahr zu Halbjahr steigerte; bei weitem die Mehrzahl dieser Schülerinnen begnügte sich auch nicht mit den 13 obligatorischen Stunden, welche für den Unterricht in den Sprachen und der Kunstgeschichte angesetzt waren, sondern nahm mit gesteigertem Interesse an den andern Fächern teil. die für sie nur fakultativ waren. Eine statistische Uebersicht der Frequenz dieser Klasse während der vier Halbjahrkurse wird dies deutlich machen.
Im ersten Halbjahr(Sommer 1878) bildete sich die Klasse aus 17 Schülerinnen, von denen nur 1 von außen hinzugetreten war. Im zweiten Halbjahr(Winter 1878/79) kamen 10 Schülerinnen aus Klasse Ib hinzu, von außen keine, 2 traten aus, so daß die Zahl schon 26 betrug. Im dritten Halbjahre(Sommer 1879) wurde die Normalzahl der Klasse I, 32, erreicht; von diesen standen 6 im dritten Halbjahr, 4 im zweiten: 16 waren abgegangen, da- gegen 18 aus Klasse la und 4 von außen hinzugekommen. In dem nun ablaufenden vierten Halbjahr(Winter 1879/80) hatte die Klasse 33 Schülerinnen, überstieg also die Normalzahl der ersten Klasse um 1: 14 waren in die Seminarklasse B aufgerückt, nur 2 waren ausgetreten. dagegen 13 aus Klasse Ib und 4 von aufzen hinzugekommen. So erfreulich nun diese wachsende Teilnahme erscheinen muß, so schwierig wird es, bei dieser stets steigenden Zahl von Schüle- rinnen den Anforderungen zu genügen, die an den Unterricht in dieser Klasse gestellt werden dürfen. Die Normalzahl für dieselbe möchte wohl 20 sein und sollte jedenfalls die Zahl 24 nicht überschreiten. Da nun an Ostern eine Versetzung nach Seminarklasse B nicht stattfindet und nur 10 Schülerinnen der Klasse C abgemeldet sind, dagegen 24 Schülerinnen aus Klasse la- hinzukommen, wird die Klasse C im nächsten Sommerhalbjahr voraussichtlich 47 Schülerinnen aufzunehmen haben. Die Teilung in eine Klasse Ca für die aus Klasse la und in eine Klasse Cb für die aus Ib aufsteigenden Schülerinnen wird dadurch zur dringenden Notwendigkeit.
In diesem Sinne ist denn auch, sobald die Zahl der Schülerinnen fün den Sommer- kursus einigermabzen festgestellt werden konnte. sofort der Antrag auf eine Teilung der Klasse C


