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mit zu geben. Wir wollen dies nicht überhaupt misbilligen; die Schule ist sogar in einzelnen Fällen, wie z. B. oben in dem Abschnitt über den Handarbeitunterricht bemerkt worden ist, in der Lage kleine Auslagen zurückzuverlangen. Aber die grössere Zahl von Schüleriunen führt regelmässig ihr Geldtäschchen mit sich; in der Schule wird dies herausgenommen, geöffnet, den Nachbarinnen gezeigt, wohl auch neben hin gelegt un! vergessen; oder eine Schülerin leiht der andern, die ihr Geld vergessen hat, ein paar Pfennige zum Ankauf eines Brödchens. So ent- steht mannichfache Unordnung, begründete und unbegründete Verdächtigung; Sicherheit und Vertrauen wird in bedenklicher Weise erschüttert und ein Gefühl des Misbehagens trübt den heitern Himmel des Schullebens. Wir richten daher an die verehrten Eltern die inständige Bitte, ihren Töchtern, pesonders den kleinen, nur in besondern, in der Schulordnung begründeten Fällen Geld mitzugeben und sich der gewiss nicht zu grossen Mühe zu unterziehen, dass sie von Haus aus für das sorgen, was ihre Kinder an Unterrichtsmaterialien oder Esswaaren be- dürfen. Wir selbst wollen thun, was in unsrer Macht steht, und jeglichen Verkauf von Lebeus- mitteln in dem Schulgebäude gänzlich abstellen.
Ich brauche nicht zu befürchten, dass diese Bemerkungen den Eltern, die ja wohl. wissen und erfahren haben, wie aus kleinen, unscheinbaren Fehlern grosses Unheil erwachsen kaunn, kleinlich erscheinen könnten. Sie werden gewiss gern bereit sein, uns nachdrücklich zu unterstützen. Nur dann können wir Lehrer und Lehrerinnen unsrer heiligen und darum so schweren Pflicht genügen: unsre lieben Schülerinnen alle, alle nicht nur zum Eifer im Lernen zu entzünden, sondern auch in ihnen das lebendige Gefühl für das zu erwecken, was das weibliche Geschlecht vor allem zieren soll, für die feine, edle Sitte, deren Besitz ihm die Krone der Herrschaft sichert. Nur dann, wenn wir stets, auch im scheinbar kleinsten, bereitwilliges Entgegenkommen finden, wird das Band zwischen Schule und Haus sich fester und fester schlingen und in vertrauensvoller Wechselwirkung unsre geliebte Jugend fröhlich emporwachsen zur Freude der Menschheit.


