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nicht zu gut und nicht zu schlecht für Gewerbe und Industrie, im Gegenteil dafür grade geeignet ist und jenen Kräfte zuführt, die sie auch unter schwierigen Konjunkturen konkurrenzfähig machen.
Jenes abnorme Zuströmen nach dem kaufmännischen Berufe hin hat einen Mis- brauch hervorgerufen, der besonders in den letzten Jahren bedenklich geworden ist. Viele kaufmännische Geschäfte lassen ihre ganze Arbeit durch Lehrlinge besorgen; haben diese ihre Lehrzeit absolviert, so werden sie entlassen, um neuen unbesoldeten Kräften Platz zu machen. Das ist eine Art Piratentum, gegen welches das Strafgesetzbuch keinen Paragraphen enthält. Die Eltern mögen sich das aber wohl merken.
6. Wenn von Uberbürdung der Schuljugend die Rede ist, so denkt man gewöhnlich nur an das, was die Schule zuviel fordern kann, nicht an das, was seitens der Eltern und Pfleger den Kindern zuviel zugemutet wird. Ich möchte nur einfach hindeuten auf das Ubermaſs von Vergnügungen und Zerstreuungen, die dem Jugendalter geboten werden, und die nicht als die geringste Ursache geistiger Uberbürdung und körperlicher Er- schlaffung angesehen werden müssen. Eine andre Ursache der Uberbürdung ist in dem aufserschulmäfsigen Unterricht und besonders in dem in der Musik, vor allem dem Klavierspiel zu suchen. Abgesehen davon, daſs es in unserem lieben Vaterlande viel zu viele der Musik Beflissene giebt, abgesehen auch davon, daſs ich persönlich es viel zweck- mälsiger fände, wenn man bei der Erziehung der besseren Stände der Kunst des Zeichnens und Malens gröſsere Rechnung trüge, was sicherlich den Geschmack in richtigere Bahnen leiten würde, habe ich Veranlassung, die Eltern unserer Schüler vor allzufrühem Beginn des Klavierunterrichts bei ihren Kindern zu warnen. Für das Bedürfnis des gröfsten Teils unsrer Jugend wird es genügen, wenn der Klavierunterricht, wo er nun einmal sein soll, mit dem zwölften oder dreizehnten Lebensjahr beginnt. Früheres Eintreten desselben bringt gar zu häufig Erscheinungen zu Tage, die die ganze geistige Entwickelung der betreffenden Kinder stören: Neigung zur Zerstreutheit, Oberflächlichkeit, Unlust zu ernster Beschäftigung und Nervenüberreizung. Damit in engster Verbindung steht dann das Zurückbleiben im Schulunterricht.
7. Im Sinne der Entlastung eines Teils unserer Schüler habe ich zu handeln geglaubt, indem ich im vorigen Sommer tägliche Arbeitsstunden in der Anstalt einrichtete für solche Schüler, die zu Hause nicht die nötige Beaufsichtigung bei der Anfertigung ihrer häuslichen Schularbeiten finden. Es ist eine von jedem Schulmanne schon gemachte Er- fahrung, daſs viele Schüler darum überbürdet erscheinen, weil ihnen zur Anfertigung ihrer Privatarbeiten entweder die nötige Mufse oder die richtige Methode gänzlich fehlt. Ich halte es für Pflicht der Schule hier korrigierend einzugreifen. Hier ist einer öffentlichen Anstalt Gelegenheit geboten, ihren Schülern die Vorteile des Pensionats zugänglich zu machen und die Arbeitszeit um einen groſsen Bruchteil zu kürzen. An jener Einrichtung beteiligten sich durchschnittlich zehn Schüler. Die Arbeitszeit war auf täglich 1 ½ bis 2 Stunden berechnet.


