5. Eine physikalische Aufgabe:
Ein Gas nimmt bei einer Temperatur von 17⁰ C und einem Barometerstande von 735 mm. einen Raum von 520 cem. ein; wie gross ist dessen Volumen bei Nor- maltemperatur und Druck?
6. Eine chemische Aufgabe:
Zur Bestimmung des Eisengehaltes eines Erzes wird dasselbe in Salzsäure gelöst, die Lösung mit Salpetersäure gekocht, um das Oxydul in Oxyd überauführen, und dieses durch Ammoniak als Oxydhydrat gefüllt. Das durch Glühen des- selben erhaltene Oxyd wird gewogen und daraus der Eisengehalt berechnet. 5,340 Gr. eines Eisenerzes geben 4,701 Gr. Eisenoxyd. Wie viel% Eisen ent- hält das Mineral?
Inanbetracht des Umstandes, dass mit der Reifeerklärung unserer Schüler für Ober- prima die Zuerkennung der Berechtigung für den einjährig-freiwilligen Dienst verbunden ist, hat das Lehrerkollegium durch Konferenzbeschluss vom 14. März 1879 bestimmt, dass das Aufrücken der Unterprima nach Oberprima von dem Bestehen einer förmlichen münd- lichen und schriftlichen Prüfung, die möglichst nach den für die Abiturientenprüfungen geltenden Gesichtspunkten eingerichtet ist, stattfindet. Dieser Bestimmung entsprechend fand gleichzeitig mit der schriftlichen Prüfung der O I die der U I statt und es wurde dabei die gleiche Anzahl von Aufgaben aus denselben Gegenständen zur Lösung gegeben.
Das Geburtsfest Seiner Majestät, unseres allverehrten Kaisers und Königs Wilhelm I., wird durch einen öffentlichen Schulaktus feierlichst begangen werden. Der Direktor wird dabei die Festrede halten.
Die öffentliche Prüfung wird am 23. und 24. März stattfinden. Das Schuljahr 1879/80 erreicht damit seinen Abschluss.
Die Teilnahme des Publikums an unseren öffentlichen Prüfungen, Schulfeierlich- keiten etc. ist im verflossenen Schuljahre eine recht rege gewesen, und stets beehrten uns bei solchen Gelegenheiten einzelne Mitglieder des Kuratoriums durch ihre Gegenwart.
Das sittliche Verhalten der Schüler hat im Groſsen und Ganzen zu keinen unlieb- samen Erörterungen Veranlassung gegeben.
Der Gesundheitszustand der Schüler war ein recht befriedigender, und besonders lässt sich das für die Winterzeit sagen. Der Schulbesuch gestaltete sich dementsprechend sehr regelmäſsig.
Von dem Lehrerkollegium versäumten:
a. wegen Unwolseins:
1. Herr Stelz 16 St.; 2. Herr Bangert 9 St.; 3. Herr Dr. Sonntag 8 St.; 4. Herr Merz 72 St.; 5. Herr Bautz 40 St.;
b. aus anderen Gründen:
1. Herr Stelz 46 St.; 2. Herr Bangert 4 St.; 3. Herr Pfarrer Strobel 2 St.; 4. Herr Pfarrrer Helfrich 3 St.
Sämtliche Stunden wurden durch Kombinationen einzelner Klassen, oder durch
Vertretungen seitens der Kollegen gedeckt.


