Jahrgang 
1913
Einzelbild herunterladen

4

er als treuer Berater zur Seite und verfolgte auch ihre weitere Lebens⸗ geſtaltung mit lebhaftem Intereſſe. Uns iſt er allezeit ein lieber, freund⸗ licher und zu allen Dienſten gern bereiter Mitarbeiter geweſen. Ganz be⸗ ſonderer Dank ſei ihm dafür ausgeſprochen, daß er unſere ſehr umfang⸗ reiche Bibliothek ſeinerzeit neu geordnet und lange Jahre hindurch in muſtergültiger Weiſe verwaltet hat.

Möge den Scheidenden beſchieden ſein, noch manches Jahr ungetrübten Glücks im Kreiſe der Ihrigen zu verleben!

Unter den Schülern und Schülerinnen traten Erkrankungen in größe⸗ rem Umfange nicht auf. Eine brave und tüchtige Schülerin Ilſe Bir⸗ kenholz in Kl. VII verloren wir leider durch den Tod. An dem ſchmerz⸗ lichen Verluſt der ſchwer geprüften Eltern nehmen wir den herzlichſten Anteil.

Der Unterricht wurde zum erſten Male nach dem neuen Lehrplan er⸗ teilt und, wie immer, durch zahlreiche Beſichtigungen, Spaziergänge und Ausflüge belebt und bereichert. Im beginnenden Frühling beobachteten die Schüler der oberen Klaſſen unter Führung des Herrn Grupe im Enk⸗ heimer Wald das erwachende Tier⸗ und Pflanzenleben. Bei dieſer Ge⸗ legenheit erfuhren ſie von dem zufällig anweſenden freundlichen Förſter, daß der dort in großen Mengen auftretende Froſtſpanner nur verhältnis⸗ mäßig geringen Schaden anrichtet, weil in muſtergültiger Weiſe für den Schutz der Vögel geſorgt iſt. Ein anderer Gang führte ebenfalls in die Nähe von Enkheim. Ein Ackerfeld mit Geröll gab Veranlaſſung zu Be⸗ lehrungen über die alten Flußläufe des Mains und der Kinzig, woran ſich weiterhin Beſprechungen über die früheren erdgeſchichtlichen Verhältniſſe unſerer Gegend anſchloſſen. Einer der folgenden Ausflüge wurde an einem Sonntagmorgen unternommen. Die Teilnehmer, denen ſich auch frühere Schüler und namentlich Eltern angeſchloſſen hatten, waren ſchon vor Sonnenaufgang im Vilbeler Wald. Der Gang galt dem Studium der Vogelſtimmen, von denen 12 darunter die unſerer beſten einheimiſchen Sänger unterſchieden wurden. Weitere Spaziergänge machten die Knaben bekannt mit dem Vogelleben des Waſſers, dem Bau und Formen⸗ reichtum der Algen, den verbreitetſten Ackerunkräutern und anderem mehr. Auch unternahmen die Schüler der I. Klaſſe in den Pfingſtferien eine zwei⸗ tägige Tour in den Speſſart. Das Goethehaus nebſt dem Goethemuſeum wurde von den I. Klaſſen beſucht. Im Dezember hielt Mademoiſelle Jouvet in den Mädchenklaſſen I und II eine franzöſiſche Vorleſung, die uns von der Neuſprachlichen Vereinigung in dankenswerter Weiſe be⸗ willigt worden war. Im Januar ſprach Herr Rektor a. D. Lang vor den oberen Knaben⸗ und Mädchenklaſſen in der Turnhalle in feſſelnder Weiſe über Tierſchutz. Von Neujahr bis Oſtern hielt Herr Berlioz aus Frank⸗ reich in den oberen Knaben⸗ und Mädchenklaſſen einmal wöchentlich in je drei lehrplanmäßigen Stunden Üübungen in der franzöſiſchen Konver⸗ ſation ab.