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III. Schulnachrichten.
Das abgelaufene Schuljahr begann am 15. April. Von den für die VIII. Klaſſen angemeldeten Kindern wurden 48 Knaben und 44 Mädchen aufgenommen und 28 Knaben und 5 Mödchen andern Mittelſchulen über⸗ wieſen. In höhere Klaſſen traten 12 Knaben und 8 Mädchen ein. Der Unterricht begann Dienstag, den 16. April.
Noch vor Beginn des Schuljahres verloren wir einen ehemaligen lieben Mitarbeiter durch den Tod. Herr Heinrich Schmidt ſtarb während der Oſterferien nach kurzem Leiden in ſeiner Heimatſtadt Windecken, wohin er ſich bald nach ſeiner Penſionierung Oſtern 1911 zurückgezogen hatte. Leider konnten nur wenige Mitglieder des Kollegiums an ſeinem Grabe erſcheinen, da einige verreiſt waren und andere nicht zeitig genug Kenntnis von ſeinem Hinſcheiden erhalten hatten. Herr Billerbeck widmete in Vertretung des erkrankten Rektors dem Entſchlafenen herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes und legte einen Kranz an ſeiner letzten Ruheſtätte nieder. Wir werden das Andenken des treu bewährten Kollegen ſtets in Ehren halten.
In die durch den Abgang des Herrn Kuno erledigte Stelle trat am 15. April Herr Schütze ein.
Walter Schütze wurde am 20. Mai 1881 zu Goch im Kreiſe Kleve geboren. Er empfing ſeine Ausbildung auf dem Seminar für Stadtſchulen in Berlin von 1899 bis 1902 und genügte auch dort ſeiner Militärpflicht als Einjährig⸗Freiwilliger beim 4. Garderegiment. Bis zum Jahre 1908 war er an den ſtädtiſchen Schulen in Berlin tätig. Mit dem 1. April 1908 wurde er nach Frankfurt a. M. verſetzt und der Gutleutſchule zugewieſen. Nachdem er 1911 die Mittelſchullehrerprüfung beſtanden hatte, wurde er am 1. April 1912 an der Bethmann⸗Mittelſchule angeſtellt.
Am 19. Juli feierte der auch in weiteren Kreiſen der Bürgerſchaft be⸗ kannte und geſchätzte frühere Zeichenlehrer unſerer Anſtalt, Herr Joh. Friedr. Hoff, in körperlicher und geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Eine Abordnung des Kollegiums, der ſich als Vertreter der Schulbehörde Herr Stadtſchulrat Dr. Lüngen anſchloß, überbrachte ihm aus dieſem An⸗ laß die herzlichſten Glückwünſche.
Fräulein Diehl wurde zum Zweck einer Probearbeit im Dienſte des Verbandes für evangeliſche Jungfrauenvereine vom 1. Oktober ab ein halbjähriger Urlaub gewährt. Ihre Vertretung übernahm die Schulamts⸗ bewerberin Fräulein Emmy Seibel.— In größerem Umfang wurden Vertretungen durch Erkrankungen im Kollegium nötig. Der Rektor war zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit genötigt, vom 15. April bis 25. Mai Urlaub zu nehmen; ferner mußten wegen Krankheit ihre Unter⸗ richtstätigkeit unterbrechen: Fräulein Diehl vom 15. bis 27. April und vom 4. bis 10. September, Fräulein Rauſenberger vom 24. April bis 11. Mai und vom 22. bis 29. Auguſt, Fräulein Steinfeld vom 4. bis 28. November und vom 3. bis 23. Januar, Herr Grupe vom 19. bis 30. November und vom 13. bis 23. Dezember, Herr Biedenkapp vom


