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2. Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war in dieſem Schuljahre im ganzen ein normaler. Länger andauernde Störungen kamen nicht vor. In der zweiten Hälfte des Winterſemeſters kamen einige häufigere Verſäumniſſe unter den Schülern und Schülerinnen wegen Halsaffektionen, auch einzelne Erkrankungen am Scharlachfieber vor. Im Laufe des Schuljahrs hatten wir keinen Todesfall zu be⸗ klagen. Doch verloren wir während der Oſterferien 1881, alſo vor Beginn des Schuljahres, die Schülerin der IV. Klaſſe Johanna Harnack, welche am Grün⸗ donnerstag, den 14. April 1881, einem ſehr ſchmerzhaften Unterleibsleiden erlag. Unſere herzliche Teilnahme war und iſt den Angehörigen der ſo frühe Dahin⸗ geſchiedenen gewidmet.
3. Lehrplan und Lehrbücher.
Der Lehrplan, der ſeit 1878 eingeführt iſt und ſich im weſentlichen an den älteren Plan anſchließt, namentlich was die Verteilung des franzöſiſchen und engliſchen Unterrichts betrifft, erlitt keinerlei Veränderungen. Von Oſtern 1882 an wird für den Unterricht im Franzöſiſchen eine Veränderung in den ſeither eingeführten Lehr⸗ büchern eintreten, indem von da ab an Stelle der Grammatik von Georg und des Leſebuchs von Barbieux die an den hieſigen höheren Töchterſchulen im Gebrauch befindlichen Bücher von Plötz und von Lüdecking nach Maßgabe der genaueren Anzeige auf der letzten Seite dieſer Schrift benutzt werden. Der Grund dieſer Ver⸗ änderung liegt einesteils in der dadurch erzielten Übereinſtimmung mit den hieſigen höheren Töchterſchulen, zum anderen aber und namentlich darin, daß uns die Bücher von Plötz größere Garantie für die Erreichung des uns geſteckten Lehrzieles bieten und außerdem billiger als die bisher von uns gebrauchten franzöſiſchen Lehrbücher ſind.
4. Einiges aus der Chronik der Schule.
a) Am 24. Mai feierte die Schule das ſogenannte Maifeſt durch gemein⸗ ſame Spaziergänge und Ausflüge. Von der Knabenabteilung beteiligten ſich 272 Schüler, welche klaſſenweiſe mit ihren Lehrern nach Kelſterbach, Schwanheim, auf die Saalburg und in den Frankfurter Stadtwald gingen. Von der Mädchenabteilung machten ca. 350 Schülerinnen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen einen Ausflug nach Wilhelmsbad, wo ſich beſonders am Nachmittag ein heiteres buntes Treiben entfaltete. Außerdem beſtiegen die beiden erſten Klaſſen der Mädchenabteilung in den Herbſtferien unter Führung der beiden Klaſſenlehrer den Feldberg.
b) Am 4. April wurde die eine noch offene Strecke des alten Stadtgrabens hinter dem Schulgrundſtück zugeworfen.— In den Sommerferien wurde die Waſſer⸗ leitung im Schulhaus verbeſſert, namentlich wurden die ſämtlichen Cloſeteinrich⸗ tungen einer Renovation unterzogen, wofür wir den ſtädtiſchen Behörden zu Dank verpflichtet ſind.
c) Den 22., 23. Juni, 4., 5., 7. Juli und 8. Auguſt mußte der Unterricht während einiger Stunden wegen großer Hitze ausgeſetzt werden.
d) Den 2. September(Gedenktag der Schlacht bei Sedan) feierte die Schule durch geeignete Anſprachen in den einzelnen Klaſſen.
e) Am 29. September beſahen die Schüler und Schülerinnen das Rieſen⸗ Wandel⸗Diorama im Schauſpielhaus.— Mit dankbarer Anerkennung muß erwähnt werden, daß die Direktion der Stadttheater unſeren Zöglingen, ſowie deren Eltern und Lehrern Gelegenheit bot, zwei Vorſtellungen im Opernhaus zu beſonders er⸗ mäßigten Eintrittspreiſen zu beſuchen. 3
f) Am 25. Oktober beteiligte ſich das Lehrerkolleginm durch den Rektor und eine Deputation der Kollegen an der Beerdigungsfeierlichkeit des früher an unſerer Schule angeſtellten und ſeit dem 16. Sept. 1873 penſionierten Lehrers D. Barth.
g) In der letzten Woche des Januar l. J. fanden die Anmeldungen neu ein⸗ tretender Schüler und Schülerinnen für Oſtern 1882 ſtatt. Es wurden über 100


