Jahrgang 
1928
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c) Neuerungen im inneren Schulbetrieb 1. DIE DEUTSCHE OBERSCHULE.

Die Deutsche Oberschule ist eine den übrigen höheren Schulen völlig gleichberechtigte Bildungsanstalt, die in erhöhtem Maße deutsche Sprache und Kultur vom Standpunkt des deutschen Wesens, der deutschen Landschaft, Geschichte und Geistesart zu pflegen berufen ist. Ihr Reifezeugnis berechtigt zu sämtlichen Studien an Universitäten, technischen und anderen Hochschulen und zum Besuche einer pädagogi- schen Akademie zwecks Ausbildung zum Volksschullehrer. Die äußere Form der D. O. S. ergibt sich aus ihrer Stundentafel:

Fächer VSIWV UIII Olll UII OII V UI OI LM Ol zus. Religion 2 2 2 2 2 2 18 2y Deutsch 5 5 5 5 3 4 4 44 8 Geschichte 2 (Staatsbürgerkunde) 3 3 3 241 4 3 α☛ 5 6 25 Erdkunde 3 2 2 2 2 2 2 18 5 1 Mathematik 5 4 4 4 4 4 4 37 O Naturwissenschaft 8 4 4 4 4 4 4 30 Französisch 5 6 6 4 4 4 4 46 Englisch oder Latein 2 4 5 3 3 13 2 Zeichnen 5 2 2 2 2 2 2 18 08 Singen 2 4

Dazu in jeder Klasse 4 Stunden Turnen und Spielen und 2 Stunden Musikunterricht.

Der Aufbau der Deutschen Oberschule ist im Berichtsjahre bis zur OlII fortge- schritten.

2. DIE LEHRGANGE IN EINHEITSKURZSCHRIFT.

Die Ziele, die dem stenographischen Unterricht im allgemeinen gesetzt werden, sind oft verschieden. Die Ansicht der einen Gruppe geht dahin, die einigermaßen sichere Beherrschung einer Verkehrs- oder Schulschrift als genügend anzusehen, die Ansicht der anderen aber ver- langt mehr, sie erstrebt die höchste Durchbildung bis zur Erreichung größter schnellschrift- licher Fertigkeit, also den vollendeten Redezeichner. Methodisch können wir wenigstens beide Standpunkte einander annähern, wenn wir die Lehrweise so einrichten, daß wir einerseits dem Verlangen der ersten Gruppe Genüge leisten, andererseits aber auch der 2. Gruppe die Erreichung des Ziels ermöglichen. Das geschieht durch die Gliederung des Unterrichtsstoffes in vier Stufen:

1. Die Erlernung der Verkehrsschrift. 2. Die Fortbildung und Einübung der Verkehrsschrift.