Die bevor- stehende Bismarck- feier.
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seine Worte verliest der Direktor einen Brief, der von einem alten Schüler aus längst ver- gangenen Zeiten der Schule zu Kaisers Geburtstag geschrieben worden war, aber damals mit Verspätung hier eintraf. Karl Velde, Ostern 1890 von der Adlerflychtschule abgegangen, erinnerte in ihm daran, daß zum Geburtstage Sr. Majestät vor 25 Jahren auf Anregung der Schüler die Adlerflychtschule ihr Banner erhalten habe, und wie damals einer seiner Mitschüler in dem Festlied zur Fahnenweihe gesungen habe:„Treu steht und stark Zu dir das Volk mit Gut und Blut, Und steh' in Waffen dräuend gegen uns die Welt“. Jetzt, schrieb er weiter, habe sich dies auf der ganzen Linie in herrlichster Weise erfüllt, und so bleibe nur zu wünschen, daß die deutsche Jugend auch in aller Zukunft mit echter Treue zu Kaiser und Reich stehen und ihren Dienst der deutschen Flagge weihen möõchte.
Auf ausdrücklichen Wunsch des stellvertretenden Generalkommandos wurde am 17. Februar, als die Nachrichten über die Erfolge in Ostpreußen sich vervollständigt hatten und die Leistung unseres tapferen Heeres sich in immer glänzenderem Lichte zeigte, der Unterricht nach der vierten Stunde abgebrochen und die Jugend nach Hause geschickt, nachdem auf dem Schulhof noch einmal kurz auf das am 13. Februar in der Turnhalle Gesagte zurückgegriffen worden war.
Dieses Kapitel über unsere Feierstunden möge seinen Abschluß finden durch den Hinweis auf die letzte Feier, die uns unmittelbar vor Schulschluß noch bevorsteht. Am 1. April werden hundert Jahre vergangen sein, seit der große Mann das Licht der Welt erblickte, den wir alle als den Schmied des Deutschen Reiches kennen, Otto von Bismarck. Sein Erbe, sein Werk haben wir jetzt zu verteidigen gegen eine Welt von Feinden, die uns rings umdräut. Da soll unser letztes Wort auch ein Wort dieses Mannes sein, das er in jener unvergeßlichen Reichstagsrede gesprochen hat, die letzthin einmal die größte Rede der Welt genannt worden ist, das ebenso schlichte wie große Wort: Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt.
IV. Unsere Helden.
Es wäre schön, wenn wir hier am Ende unseres Jahresberichtes alle die Wackeren aufzählen könnten, die von unseren ehemaligen Schülern ausgezogen sind, um den heimischen Herd zu schützen. Ihnen allen sind wir ja den gleichen Dank schuldig. Da aber hierin wohl kaum eine Vollständigkeit zu erzielen gewesen wäre, so wollen wir uns bescheiden und zum Schluß die Namen derer zu uns sprechen lassen, von denen uns bekannt geworden ist, daß sie sich durch ihr Verhalten vor dem Feinde die Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuze verdient haben, und voll tiefsten Dankes die Namen der Ünsterblichen, die ihre Treue zu Kaiser und Reich mit dem Tod besiegelt und ihren Mund für immer geschlossen haben.
Wir bitten zugleich um Entschuldigung für alles, was wir auch hier noch etwa über- sehen haben sollten, und dementsprechende Benachrichtigung.


