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regung zu mancher werktätigen Mithilfe über die Grenzen der Schule hinaus. Zum dritten verschaffte sie uns erhebende Feierstunden, in denen wir die Großtaten unserer Streiter in West und Ost, zu Land und zu Wasser zu verkünden und zu preisen hatten; und schließlich erfüllte sie uns mit dankbarer Verehrung für unsere Helden, alle die ehemaligen Adlerflychtschüler, die mit hinausgezogen sind in den heiligen Kampf für Haus und Hof, Heim und Herd, und zumal die, die sich vor dem Feinde auszeichnen konnten oder aber schon ihr junges, blühendes Leben auf dem Felde der Ehre dem Vaterlande zum Opfer bringen mußten. In dieser vierfachen Richtung wollen wir versuchen die schwere, aber große Zeit für die Adlerflychtschule festzuhalten.
I. Unsere Not und ihre Überwindung.
Am 4. August sollte der Unterricht nach den Sommerferien wiederaufgenommen werden. Infolge der am 1. August erfolgten Mobilmachung der gesamten deutschen Land- und Seemacht war aber schon der Betrieb auf der Eisenbahn nicht mehr ganz regelmäßig, und so ist es erklärlich, wenn mancher Schüler erst mit Verspätung eintraf. UÜberhaupt nicht zur Schule kehrten aber 5 Herren des Lehrerkollegiums zurück, die in den Tagen der Mobilmachung als- bald dem Rufe zur Fahne Folge zu leisten hatten.
Als Leutnants der Reserve rückten zu ihren Truppenkörpern ein:
1. Herr Oberlehrer Otto Schuckmann, der dem Kgl. Bayr. 18. Inf.-Reg. Prinz Ludwig Ferdi- nand in Landau(Pfalz) angehörte und mit ihm nach Frankreich ausrückte, wo er schon nach wenigen Wochen in der großen Lothringer Schlacht bei Mörchingen am 20. August den Heldentod fand.(Siehe Kapitel III!)
2. Herr Oberlehrer Paul Schroeder, der sich bei dem Kgl. Preubischen Inf.-Reg. 155 in Ostrowo zu stellen hatte und mit ihm zunächst nach dem Osten ausrückte und in Kalisch einzog, aber schon sehr bald mit seinem Regiment nach dem westlichen Kriegsschauplatz transportiert wurde, um dann die langen Monate bisher an den Kämpfen vor Verdun teilzunehmen.
Für den Kriegsfall standen ferner zur Verfügung der Militärbehörde die Herren: Prof. Dr. Adolf Collischonn, der sofort der Kadettenanstalt Oranienstein zur Dienstleistung als Oberleutnant überwiesen wurde, und Prof. Theodor Morin, der mit dem ersten Tage als Leut- nant beim Inf.-Reg. 87 in Mainz zur Truppenausbildung nach Erbenheim bei Wiesbaden, von da aus später nach Hochheim und neuerdings als Oberleutnant nach Marxheim bei Hofheim komman- diert wurde. Schließlich hatte Herr Oberlehrer Dr. Theodor Waßmuth als Ersatareservist einzurücken und wurde der IX. Festungskompanie in Mainz zugewiesen, von wo aus er sich später mit Erfolg bemühte, als Kriegsfreiwilliger bei der Feldartillerie angenommen zu werden; er wurde im Sepiember in das Feldartillerieregiment No. 30 Ers.-Abt., 3. Res.-Batterie in Rastatt eingestellt und zog im Januar als Fahrer Waßmuth des 38. Reserve-Armeekorps, 75. R.-Div., R. F. A. R. 55, 2. Abt., leichte Mun.-Kolonne, über den Truppenübungsplatz Truchtelfingen zur Front im Osten.—
Außer diesen 5 Herren fehlten für den Monat August in der Schule Herr Turnleh rer Andreas Volze, der infolge der mancherlei Bedürfnisse, wie sie die Kriegszeit mit sich brachte, zur Hilfeleistung bei der Frankfurter Kriminalpolizei herangezogen worden war, und der Direktor der Adlerflychtschule, der aus Gesundheitsrücksichten zunächst seine Tätigeit noch nicht wieder aufnehmen konnte.
Dem Schul- dienst ent- zogeneLehrer.


