Jahrgang 
1908
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Kollegen das Liebste sein, was er von hier mitgenommen hat. Der Dank seiner Schüler, der Dank von Schule und Elternhaus begleitet ihn in das Leben wohlverdienter Muße in dem traulichen Heim vor den Toren Frankfurts. Dorthin folgt ihm auch die fortdauernde Freundschaft des Kollegiums, die er durch ein in hohem Maße geselliges Wesen sich leicht zu erwerben und immer mehr zu befestigen verstanden hat. Möchten ihm noch viele freundliche Jahre im engern Kreise der Seinen vergönnt sein!

Zwei weitere Verluste erleidet die Adlerflychtschule durch den Übergang der Herren Oberlehrer Suhle nach Rixdorf bei Berlin und Oberlehrer Endemann nach Swinemünde. Herr Oberlehrer Suhle kam Ostern 1899 hierher an die Realschule, nach- dem er vorher einige Jahre Oberlehrer am Gymnasium zu Brandenburg a. H. gewesen war. Jetzt zieht es ihn in seine alte Provinz zurück und an eine Schule, deren zukünftige, von Ostern ab aufzubauende Oberklassen ihm ein reicheres Feld zur Betätigung seiner Lehr- befähigungen in Mathematik und Physik versprechen. Die Dienste, die er in den neun Jahren seines Hierseins der Adlerflychtschule geleistet hat, sollen ihm unvergessen bleiben. Seine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit waren geradezu vorbildlich; immer und überall, wo es zu arbeiten gab, war er gern zur Hilfe bereit, sobald er darum angegangen wurde, und an dem Menschen Suhle war kein Falsch. Solchen Kollegen sieht man wahrlich nicht gern scheiden. Auch für den Freundeskreis des Kollegiums ist die Lücke, die sein Gehen reißt, nicht leicht wieder auszufüllen. Von allen Seiten begleiten den pflichtfesten, dienst- fertigen Arbeiter die besten Wünsche an die Stätte seiner neuen Wirksamkeit: Möchten ihm dort die Erwartungen, die er von der Zukunft hegt, in vollem Maße in Erfüllung gehen.

Mit dem gleichen herzlichen Wunsche folgen wir Herrn Oberlehrer Endemann auf seinem Wege in die Fremde, auf daß sie ihm zur neuen Heimat werde. Es ist eine ihm völlig unbekannte Gegend, in die er sich begibt, aber nicht ungern bringt er der Arbeit das Opfer: die Schule, an die er sich gemeldet hat, und an die er gewählt wurde, eröffnet ihm mit ihren Unterrichtsgegenständen die Aussicht auf eine seinen Lehrbefähigungen angemessenere Beschäftigung. Auch er kam vom Gymnasium an die Adlerflychtschule. An den beiden Königlichen Gymnasien zu Cassel hatte er seine pädagogische Vorbildung erhalten im Seminar- und Probejahr. Im Winter darauf erwarb er sich an der Königlichen Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin die Lehrbefähigung im Turnen. Dort erhielt er einen Ruf als Hilfslehrer an das Goethe-Gymnasium der Stadt Frankfurt, um während eines Jahres ab Ostern 1899 die Stelle zu versehen, an die für Ostern 1900 der damalige Ober- lehrer Heinrich Weiß von der Adlerflychtschule berufen war. Als dieser dann in seine neue Stellung einrückte, trat statt seiner Herr Kollege Endemann an die Adlerflychtschule über, an der er ein Jahr später, Ostern 1901, zum Oberlehrer befördert wurde. Mit Treue und Fleiß hat er hier all die Jahre hindurch seines Amtes gewaltet, mit großer Sorgsam- keit seine Klassen gefördert und neben seinem Unterricht die besonderen Arbeiten durch- geführt, die ihm übertragen wurden, und denen er sich stets aufs bereitwilligste unterzog. Das in der Entwicklung begriffene Reform-Realgymnasium in Swinemünde, an das er nunmehr übergeht, mag ihm wohl ansprechendere Aufgaben zu stellen haben, wie auch Herrn Oberlehrer Suhle die werdende Oberrealschule in Rixdorf; der Dank aber, den sich die beiden scheidenden Herren in ihren neuen Wirkungskreisen erwerben mögen, kann nicht größer sein als der Dank, der ihnen von hier nachfolgt, unser Dank für alles, was sie der Adlerflychtschule gewesen sind, den Schülern, dem Elternhaus und den Kollegen.