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Wüst, Franz Stieler und August Eucker.— Außerdem war zur Aushilfe seit August Herr Oberlehrer Dr. Wilhelm Leicht dem Lehrerkollegium der Adlerflychtschule zugeteilt. Herr Oberlehrer Löwe, der zum Nachfolger des zu Ostern 1907 ausgeschiedenen Herrn Dr. Simon gewählt war, konnte seine Tätigkeit an der Adlerflychtschule erst nach den Herbstferien aufnehmen, da er bis zu dieser Zeit an seine frühere Stellung als Oberlehrer an der Realschule in Ems gebunden war. Zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs wurde am Anfang des Schuljahrs Herr Dr. Leopold Hunke vom Königlichen Provinzial- schulkollegium der Adlerflychtschule zugewiesen, um zugleich während des Sommer- semesters für Herrn Dr. Simon bezw. dessen Nachfolger einzutreten, und im Herbst kehrte mit Genehmigung des Provinzialschulkollegiums Herr Dr. Arthur vor Mohr zurück, um die zweite Hälfte seiner Probezeit zu erledigen, die er ein Jahr vorher zur Erfüllung seiner Militärpflicht unterbrochen hatte, und mit dem gleichzeitigen Auftrag, in der Zeit bis Weihnachten den Unterricht des Herrn Professors Dr. Kuhl zu übernehmen, der auf ein Vierteljahr zu einem Studienaufenthalt in Frankreich beurlaubt worden war.
Aus der Reihe der ordentlichen Mitglieder des Lehrerkollegiums schied am 1. Januar aus Gesundheitsrücksichten Herr Professor Dr. Gran. Ein nervöses Magenleiden hatte schon mehrfach im Laufe der letzten Jahre seine Körperkräfte erschüttert und wohl. dazu beigetragen, die Schwierigkeiten zu steigern, die er überdies mit dem Gehör hatte, und die gerade bei der Arbeit in der Schule sich naturgemäß sehr fühlbar machen. Daher sah sich Herr Professor Gran veranlaßt, als schon bald nach Beginn dieses Schuljahrs das alte Leiden in sehr nachhaltiger Weise wiederkehrte, zunächst seine Tätigkeit auszusetzen und dann um die Versetzung in den Ruhestand einzukommen, die ihm unter warmer An- erkennung der im Amte bewiesenen Gewissenhaftigkeit und Treue und unter Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse seitens der staatlichen Behörde gewährt wurde.— Gleich nach Vollendung seiner Universitätsstudien ist Herr Professor Dr. Gran in seine Vaterstadt, Frankfurt zurückgekehrt und hat in ihrem öffentlichen Schuldienste dreißig Jahre hin- durch gewirkt, zuletzt achtzehn Jahre ununterbrochen an der Adlerflychtschule. Als er zu Ostern 1889 hier in einen größern Kreis gleichbestrebter, arbeitsfreudiger Kollegen eintrat, griff er selbst frisch zu, und allzeit hat er dann auf dem vielumstrittenen Arbeits- felde der neueren Sprachen, auf dem seine Haupttätigkeit lag, mit Eifer seine Sache ver- treten. Er war nicht einer von denen, die immer sogleich mit ihrem Einverständnis bei der Hand sind und nichts als Ja sagen. Aber das ist es ja gerade, wessen der Mensch im Zusammenleben bedarf: Rede und Gegenrede zeugen von kräftig pulsierendem Leben, das in Frage Gesetzte wird neu bedacht, es bildet sich jene gegenseitige Anregung heraus, bei der die Geister wohl gelegentlich auch in Gegensatz zueinander geraten, aber doch nur, um auf dem Grunde sachlicher Erörterung schließlich voneinander zu lernen. Und so hat Herr Professor Gran seine Befriedigung an der Adlerflychtschule gefunden und mit stets sich gleich bleibender Hingebung den Aufgaben gelebt, die ihm diese Anstalt zu
Stellen hatte. Gerade dafür aber soll ihm hier ein besonders warmes Wort des Dankes
gesagt werden; denn solche Stetigkeit ist sehr viel wert für die gedeihliche Fortentwick- lung einer Schule, der ein allzuhäufiger Wechsel der Lehrkräfte gewiß keinen Gewinn zu bringen vermag. Viele Jahrgänge von Schülern hat Herr Professor Gran erfolgreich zum Ziel geführt. In diesem Wohlgelingen beim Vollbringen findet der Mensch seinen besten Lohn, und so wird die Erinnerung daran auch dem aus unserem Kreise geschiedenen
Ausscheiden dreier Mit- glieder des Kollegiums.


