Jahrgang 
1905
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in die beiden Sexten zu den aus der ersten Vorschulklasse aufrückenden Schülern noch 27, in die anderen Realklassen 12 und in die Vorschule 80 Schüler, sämtlich in die zwei untersten Parallelklassen V. 3° und 3 b. Die für die beiden anderen Stufen der Vorschule angemeldeten Schüler mußten wegen Raummangels ausnahmslos abgewiesen werden, obgleich durch die fortschreitende Uberführung der Parallelvorschulklassen der Klinger-Oberrealschule an die Adlerflychtschule hier seit diesem Jahre auch V. 2 verdoppelt ist. Der regelmäßige Unterricht nahm seinen Anfang Dienstag, den 12 April, morgens um 8 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht in der Aula, wo sodann der Direktor die in das Kollegium neu eintretenden Lehrer, den von Neviges bei Elberfeld nach Frankfurt berufenen Herrn Wilhelm Lindemuth ¹) und den von der Klinger-Oberrealschule überwiesenen Herrn Jakob Wüst ²), begrüßte und der Schule vorstellte und wie alljährlich die in die Realschule auf- genommenen Schüler mit den Bestimmungen der Schulordnung bekannt machte.

Das Lehrerkollegium bestand in dem abgelaufenen Schuljahr aus den folgenden Mitgliedern: Dem Direktor Dr. Oskar Winneberger; den Professoren Dr. Heinrich Reichenbach, Dr. Karl Gran, Otto Morin und Dr. Wilhelm Schauf; den Oberlehrern Dr. August Euler, Dr. Ferdinand Kuhl, Dr. Adolf Collischonn, Theodor Morin, Alfred Suhle, Dr. Paul Wohlfeil, Karl Schiemenz, Dr. Friedrich Simon, Theobald Endemann und Dr. Walther Sarowy; dem Zeichenlehrer Hermann Hein und den Vorschullehrern Wilhelm Pietzasch, Wilhelm Lindemuth, Gustav Jasper, Andreas Volze, Jakob Wüst und Franz Stieler.

Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend und gibt zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß.

Unter den Herren des Kollegiums kamen im Laufe des Jahres leider einige Er- krankungen vor, die für längere Zeit eine Vertretung nötig machten: Herr Zeichenlehrer Hein mußte wegen eines Rippenbruches, den er sich in der ersten Woche der Sommer- ferien zugezogen hatte, nach diesen noch bis zum 24. August beurlaubt, werden. Herr Vorschullehrer Lindemuth, der früher in seinem Leben noch nichts von Krankheit erfahren hatte, bekam während der Herbstferien nach einer Zahnoperation mit einer Infektion des Zahnkiefers zu tun, die ihn bis zum 13. Dezember von der Schule fernhielt. Vom 31. Oktober bis 26. November war Herr Oberlehrer Suhle durch einen hartnäckigen Lungen- katarrh ans Haus gefesselt, und Herr Professor Dr. Gran konnte nach den Weihnachts- ferien vom 7. Januar bis zum 18. Februar seinen Unterricht nicht geben infolge eines Influenza-Anfalles, bei dem sich ein Magenleiden eingestellt hatte, so daß auch nach Wiederaufnahme der Tätigkeit noch weitere 14 Tage lang eine Entlastung um 11 Stunden erforderlich war. Wegen Influenza fehlten in der Woche vom 16. bis 21. Januar auch Herr

¹) Wilhelm Lindemuth, gebürtig aus Essena d. Ruhr, protestantischer Konfession, erhielt seine Aus- bildung zum Lehrerberufe in Orsoy a. Niederrhein und Mörs. 1890 bestand er die erste, 1892 die zweite Lehrerprüfung, 1896 die Prüfung für Lehrer an Mittelschulen und 1897 die Rektorprüfung. Vor seiner Berufung nach Frank- furt a. M. war er angestellt 1800 93 an einer Simultanschule in Ohligs-Solingen, 1893 1901 an einer ev. Bürger- schule in Barmen und 1901 1904 als Mittelschullehrer an der Rektoratschule in Neviges b. Elberfeld.

²) Jakob Wilhelm Wüst, geb. den 16. Oktober 1864 zu Thalheim, Kreis Limburg, katholischer Konfession, erhielt seine Ausbildung für das Lehramt an der Präparandenanstalt zu Fritzlar und dem Königl. Lehrerseminar zu Montabaur, woselbst er Ostern 1886 die erste, 1889 die zweite Prüfung ablegte. Als Lehrer wirkte er nacheinander an den Schulen zu Frickhofen, Pohl und Molsberg im Reg.-Bez. Wiesbaden, von 1891 bis 1897 an der Rosenbergerschule in Frankfurt a M. und von 1897 1904 an der Klinger-Oberrealschule.