Jahrgang 
1903
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1. April von ihm angetretene Direktorat der Adlerflychtschule feierlich eingeführt. Das Kuratorium war dabei durch die Herren Stadträte Grimmund Schrader, Herrn Stadtschulrat, Dr. Lüngen und Herrn Pfarrer Dr. Dechent vertreten. Auch die beiden Vorgänger im Direktorate der Adlerflychtschule, Herr Direktor Dr. Scholderer und Herr Direktor Dr. Bode, ehrten und erfreuten die Anstalt und den Amtsnachfolger durch ihr Erscheinen, und als Nachbar unter gleichem Dache war Herr Direktor Dr. Horn von der Humboldtschule er- schienen. Mit eindringlichen Worten sprach Herr Oberregierungs- und Geheimrat Lahmeyer von der großen Bedeutung, die der Wechsel im Direktorat für das gesamte Leben einer Schule habe, von dem tiefen Einschnitt in die Entwicklung eines solchen Organismus, der durch das Eingreifen eines neuen Direktors bedingt sein könne. Aufs wärmste gedachte er dabei der großen Verdienste, die sich die zwei bisherigen Leiter der Adlerflychtschule um diese Anstalt erworben haben, und führte sodann aus, inwiefern auf der von ihnen geschaffenen Grundlage die sich jetzt vollziehende Anderung um so weniger Bedenken habe, als ihr Nachfolger diese Grundlage ja aus früherer jahrelanger Mitarbeit schon sehr genau kenne und somit durchaus nicht als ein neuer Mann in die Adlerflychtschule eintrete; was dieser als Oberlehrer hier gewirkt habe, nicht minder als seine spätere Tätigkeit als Ober- lehrer am Goethegymnasium, lasse hoffen, daß ihm auch in seiner neuen Stellung als Schul- leiter der zu einer gedeihlichen Fortentwicklung der ihm anvertrauten Anstalt nötige Erfolg beschieden sein werde. An solche Worte ermutigender Anerkennung anknüpfend, begrüßte auch der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Stadtrat Grimm, mit warmen Worten den neueingeführten Direktor und sprach ihm die besten Wünsche für sein neues Amt aus. Zugleich sagte er, sowie es auch der Vertreter der staatlichen Behörde schon vorher getan hatte, Herrn Professor Dr. Reichenbach den wohlverdienten Dank für die Bereitwilligkeit und Verdienstlichkeit, mit der er sich von Herbst 1901 bis Ostern 1902 vertretungsweise der Geschäfte des Leiters der Adlerflychtschule angenommen habe.

Mit Dank, Gelöbnis und Bitte trat sodann der Direktor sein Amt an: Dank, Gelöbnis und Bitte zunächst an Gott, den Helfer aller Dinge; Dank, Gelöbnis und Bitte ferner an die staatlichen und städtischen Behörden, die ihm durch die Wahl und deren Bestätigung zum Schuldirektor ihr Vertrauen bewiesen haben, und deren sachkundigen Beistand er in seiner verantwortungsvollen Stellung nie werde entbehren können; Dank, Gelöbnis und Bitte an die hochverdienten früheren Direktoren und die Herren des Lehrerkollegiums der Adler- flychtschule, unter denen und in deren Mitte er früher ja schon so viel Liebe und Freund- schaft erfahren und so viel echte Kameradschaft kennen gelernt habe; Dank, Gelöbnis und Bitte endlich aber auch an die versammelten Schüler der Anstalt, für die zugleich die

und folgte darauf einem Ruf in gleicher Eigenschaft an das Goethegymnasium, von dem er, durch Magistrats- beschluß vom 27. September 1901 zum Direktor der Adlerflychtschule ernannt, nach vierjähriger Abwesenheit an die Stätte seiner ersten Wirksamkeit in Frankfurt a. M. zurückkehrte. Im Juni 1887 hatte er sich bei der Philo- sophischen Fakultät der Universität Marburg die Akademische Doktorwürde erworben nach Einreichung einer aus seinen Studien im Ausland hervorgegangenen Dissertation über das»Handschriftenverhältnis des Altfranzösischen Guy de Warwick«. Schon vorher war von ihm aus demselben Gebiet ein wissenschaftlicher Beitrag zu der Fest- schrift des Frankfurter Neuphilologentags erschienen unter dem Titel»Eine Textprobe aus der altfranz. Uberlieferung des Guy de Warwick«. 1892 erschien von ihm in den Berichten des Freien Deutschen Hochstifts zu Frankfurt a. M. Schillers Stellung zum klassischen Trauerspiel der Franzosen, speziell seine Übersetzung der Phädra von Racine«; 1898 ebenda»Ein Temporalsystem für die Schule«. Seit Sommer 1902 ist er mit der Neuherausgabe des Deutschen Lesebuchs von Paldamus-Scholderer beschäftigt, von der der Sexta-Band Anfang Marz 1903 erschienen ist.