III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 18. April 1887 und schließt am 24. März 1888. Der Geburts- tag Seiner Kaiserlich-Königlichen Majestät am 22. März 1887 und der Gedenktag der Schlacht bei Sedan am 2. September 1887 wurden in herkömmlicher feierlicher Weise begangen.
Der hergebrachte Frühlingsausflug wurde von allen Klassen am 14. Juni unternommen.
Der Hitze wegen fiel der Nachmittagsunterricht am 9. August aus.
Im Wintersemester wurden den Schülern zwei Nachmittage zum Schlittschuhlaufen frei- gegeben.
Das Lehrerkollegium bestand im Schuljahre 1887/88 aus folgenden Mitgliedern: Dem Direktor Dr. Emil Scholderer; den Oberlehrern Professor Wilhelm Seibt, Dr. Heinrich Reichen- bach, Lic. Dr. Eugen Kretzer; den ordentlichen wissenschaftlichen Lehrern Dr. Heinrich Hub, Dr. Otto Rausenberger, Otto Morin, Dr. Wilhelm Schauf, Oskar Winneberger; dem ordentlichen Zeichenlehrer Hermann Hein; den ordentlichen Elementarlehrern Friedrich Fertig, Wilhelm Pietzsch, Gustav Jasper und dem wissenschaftlichen Hilfslehrer Heinrich Müller. Mit Genehmi- gung der vorgesetzten Behörden waren. im Sommersemester die Kandidaten des höheren Schul- amts Schmittmann und Rothamel, im Wintersemester die Kandidaten Dr. Euler, Klingelhöffer und Schmittmann mit einigen wöchentlichen Unterrichtsstunden an der Schule beschäftigt. Zu Michaelis wurde der Schule der Kandidat des höh. Schulamts Wilhelm Sanders zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs zugewiesen.
Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war im ganzen ein günstiger; länger an- haltende Versäumnisse wegen Krankheit sind nicht zu verzeichnen.
Dem Oberlehrer Dr. Reichenbach wurde von den vorgesetzten Behörden zu Ostern ein Urlaub von sechs Wochen bewilligt, welchen er zu einer Reise nach Italien und einem Aufenthalt an der Dr. Dohrn'schen zoologischen Station in Neapel verwandte. Seine Vertretung übernahm auf Kosten des beurlaubten Kollegen der Kandidat des höh. Schulamtes Fritz Rothamel.
Der Gesundheitszustand der Schüler war ebenfalls im allgemeinen ein guter; nur in der untersten Vorschulklasse wurden im Wintersemester eine bpeträchtliche Anzahl von Schülern längere Zeit durch Erkrankung am Keuchhusten der Schule entzogen. Leider ist wieder ein Todesfall zu verzeichnen; ein vielversprechender Schüler der untersten Vorschulklasse verun- glückte wenige Wochen nach seinem Eintritt in die Schule beim Baden.
Die mündliche Prüfung der Abiturienten fand am 4. März unter Vorsitz des mit der Stellvertretung des Königlichen Kommissars beauftragten Direktors und in Anwesenheit des Ver- treters des Curatoriums der höheren Schulen, Herrn Dr. F. Friedleben-Andreae, statt. Von den vier Examinanden konnten drei auf Grund ihrer Klassenleistungen und ihrer schriftlichen Prü- fungsarbeiten von der mündlichen Prüfung entbunden werden.
Die schriftliche Prüfung der diesjährigen Abiturienten hat am 1., 2., 3. und 4. Februar stattgefunden, die mündliche ist auf Mittwoch, den 29. Februar festgesetzt worden.
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