Jahrgang 
1888
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Gebrauch der Bibel in der Weise besprochen, daß als Hauptziel des Unterrichtes die Erregung des Interesses der Schüler für den Gegenstand und der Freude am selbständigen Nachdenken über denselben festgehalten wird. Das gedächtnismäßig Anzueignende erwerben die Schüler in den Unterrichtsstunden selbst durch häufige Wie- derholungen.

Der Inhalt der einzelnen Biblischen Bücher des Alten Testamentes wird im Anschluß an die Lektüre ausgewählter Stellen aus denselben angeeignet, wobei vorzugsweise allerdings die geschichtlichen Bücher in Be- tracht kommen. Diese Lektüre ist eine meist kursorische, doch gibt der Lehrer selbstverständlich die notwen- digen Erklärungen und Erläuterungen, und die Schüler reproduzieren den Inhalt der gelesenen Abschnitte. Als häusliche Arbeit schließt sich an die Lektüre das Memorieren einiger Psalmen(1, 23, 90, 103), sowie von etwa 15 der wichtigsten messianischen Weissagungen aus den geschichtlichen, Lehr- und prophetischen Büchern an.

2. Lieder. Repetition der sämtlichen in den früheren Klassen gelernten Lieder. Es kommen neu hinzu: 1. Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren. 2. 0 Gott, du frommer Gott. 3. Aus tiefer Not schrei ich zu dir.

Im Anschluß hieran wird das christliche Kirchenjahr eingehend besprochen.

3. Katechismus. Wiederholung des in den früheren Klassen Gelernten.

Secunda. 2 St. 1. Bibelkunde und Lektüre des Neuen Testamentes. Das in der vorigen Klasse aus der Bibelkunde Durchgenommene, insbesondere die Bibelkunde des Alten Testamentes, wird, und zwar nun- mehr unter Zugrundelegung der betreffenden Abschnitte aus dem für Sekunda und Prima eingeführtenLehr- buch und Leitfaden für den evangelischen Religionsunterricht in den oberen Klassen von Gymnasien und anderen höheren Lehranstalten von C. O. Schäfer, wiederkolt, ebenso die in Tertia memorierten Psalmen und die messianischen Weissagungen.

An die Lektüre aus den Evangelien(Ein synoptisches Evangelium, die Bergpredigt nach Matthäus, aus- gewählte Stellen aus dem Evangelium des Johannes) schließt sich die Bibelkkunde des Neuen Testamentes und die Besprechung der einzelnen Bücher desselben an, gleichfalls unter Zugrundelegung des Schäfer'schen Lehr- buches. Geeignete Stellen(die Seligpreisungen, aus Joh. 1., 1. Kor. 13 u. dgl.) werden memoriert.

2. Lieder. Die sämtlichen in den früheren Klassen gelernten Lieder werden im Auschluß an eine Wie- derholung der Besprechungen über das christliche Kirchenjahr repetiert. Neu- kommen hinzu: 1. In allen meinen Thaten. 2. Jesu, geh voran.

3. Katechismus. Wiederholung und Besprechung des angeeigneten Pensums.

Ober- und Unterprima(komb.). 2 St. 1. Bibelkunde und Lektüre des Neuen Testamentes. (Im ersten Semester.) Wiederholung und Ergänzung der Bibelkunde des Alten und des Neuen Testamentes nach Schäfers Lehrbuch. Im Anschluß an die Lektüre der Apostelgeschichte wird nunmehr das Leben und Wirken des Apostels Paulus eingehender besprochen und durch Heranziehen charakteristischer Stellen aus den Briefen desselben illustriert.

2. Kirchengeschichte.(Im zweiten Semester.) Im Anschluß an die Lektüre der betreffenden Abschnitte des Schäfer'schen Lehrbuches wird das Wichtigste aus der älteren Kirchengeschichte in kurzer Ubersicht, die Geschichte der Reformation eingehender, die Geschichte der neueren Zeit wieder nur in ihren bedeutungs- vollsten Erscheinungen besprochen. An die Reformationsgeschichte schließt sich die Lektüre und Besprechung der in Beilage 1. des Lehrbuchs abgedruckten Artikel der Augsburgischen Konfession an. Die wichtigsten Unter- scheidungslehren der drei christlichen Konfessionen, sowie die bedeutendsten Sekten der neueren Zeit werden gleichfalls charakterisiert.

Das in den früheren Klassen aus Bibel, Gesangbuch und Katechismus Gelernte wird wiederholt. An die Repetition des zweiten Hauptstückes schließt sich nunmehr eine eingehendere Besprechung der Hauptlehren des christlichen Glaubens an, da eine zusammenhängende Darstellung der Glaubenslehre außerhalb des Pensums der Anstalt liegt, an die des fünften Hauptstückes eine Besprechung der darauf bezüglichen Auffassungen der verschiedenen Konfessionen.

Beilage 2. Lehrplan für den Unterricht im Deutschen. Sexta, wöchentl. 4 Stunden. 1. Der Lektüre wird das für die Klasse bestimmte Lesebuch von Paldamus, 2. Teil, zu Grunde gelegt. Zur Vorbereitung und Unterstützung des geschichtlichen Unterrichts werden nament- lich die historischen Lesestücke(Sagen des klassischen Altertums) gelesen. Die nötigen Sacherklärungen werden