Jahrgang 
1887
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die Kernstellen derselben memoriert. Vor den Hauptfesten die betreffenden Geschichten des Neuen Testamentes. Das Wichtigste von der Geographie Palästinas. 2. Lieder, im Anschluß an das Kirchenjahr. 3. Katechismus: Das 1. Hauptstück mit den Erklärungen.

Katholische Religion. 2 St. Böhm. S. Quinta.

Deutsch. 4 St. Pietszch. 1. Lesen: Namentlich die Erzühlungen aus Sage und Ge- schichte des Altertums von Paldamus, Lesebuch, 2. Teil, wurden gelesen, besprochen und in Frage und Antwort oder auch in zusammenhängender Erzählung von den Schülern wiederholt. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Deklamationsübungen gewidmet, um die Schüler in richtiger Satzbetonung und angemessener Vortragsweise zu üben. 12 Gedichte wurden memoriert. 2. Schrift- liche UWbungen: Es wurden wöchentliche Diktate geschrieben, teils zusammenhängenden Inhalts, teils in Sätzen über die 5§§ 3 20 des Regelbuchs und Wörterverzeichnisses für die Rechtschreibung. Die vorkommenden Wörter wurden vorher durchgenommen, erklärt, in Sätzen und durch Ab- schreiben geübt. Im Winter wurden 5 Aufsätze nach Form und Inhalt wohl vorbereitet und ins Reinheft geschrieben. 3. Grammatik: Das Wesentlichste aus Wort- und Satzlehre wurde an zahlreichen Beispielen geübt: Starke, schwache und gemischte Konjugation, Unterscheidung der drei Zeitstufen; starke, schwache und gemischte Deklination; Wortarten, Substantiv(auch Infini- tiv des Verbs), Adjektiv(auch Particip des Verbs), Pronomina und Präpositionen(namentlich mit Rücksicht auf das Französische); Satzglieder besonders Subjekt, Prädikat und Objekt(dabei Unter- schied transitiver und intransitiver Verba).

Französisch. 8. St. Dr. Hub. In einem methodischen Vorbereitungskurs wurde die Aussprache der französischen Laute geübt(kurze Vokale, verlängerte Vokale, Nasallaute, Diph- thonge, Doppelkonsonanten, die schwereren Laute j, g, ch und c und schließlich die sog. mouillierten Laute). Der Laut wurde gegeben, dazu zugleich eine Anzahl Wörter mit demselben, und aus diesen wurden sofort Sätze gebildet. Diese wurden dann ins Deutsche übersetzt, sie selhst oder ähnliche wieder ins Französische zurück; bessere Schüler wurden angehalten, eigene Sätze zu bilden, andere sprachen sie nach, übersetzten oder schrieben sie an die Wandtafel, kurz alles zielte da- rauf ab, daß der Schüler am Ende den betreffenden Laut fest im Gehör haben und imstande sein sollte, denselben richtig schriftlich wiederzugeben. Als grammatisches Pensum war damit verbunden und stufenmäßig eingefügt: Der bestimmte und unbestimmte Artikel; das Substantiv in allen 4 Kasus, die regelmäßige Pluralbildung und der Plural auf x; das Adjektiv in seiner Pluralbildung und Motion; vom Verbum zunächst nur die Präsentia, Imperfekta und Futura von avoir und être, auch in Verbindung mit dem Participe passé regelmäßiger und unregelmäßiger Verben; das verbundene persönliche Pronomen, das Possessiv- und Demonstrativpronomen; der Partitiv; wichtige oft gebrauchte Präpositionen; die regelmäßiige Wortstellung, Fragebildung und Negation. Der Unterricht schloß sich an das Lehrbuch von Scholderer an, in welchem bis zu§ 34 vorgegangen wurde. Die Schüler lernten zu Häause Vokabeln, schrieben Sätze aus dem Lehrbuch ab, übersetzten oder retrovertierten solche und fertigten kleine schriftliche Aufgaben an. Seit den Sommerferien wurden auch wöchentliche Extemporalien ins Reinheft geschrieben.

Geschichte. 1 St. Morin. Griechische Sagen: Jason, Herkules, Theseus, Tantalus, Trojanischer Krieg, Irrfahrten des Odysseus, Kadmus.

Geographie. 2 St. Morin. Heimatkunde und Erläuterung der geographischen Be- griffe.(Das Wichtigste von Kirchhoff, Schulgeographie, I, 1 31.) Globuslehre(vgl. Kirchhoff,