— 23— Am 18. Juli starb in Friedenau bei Berlin. wo er im Ruhestande lebte, der Lehrer a. D. Karl Tassius, der von Ostern 1868 bis Michaelis 1895 mit segensreichem Erfolge an der Anstalt gewirkt hatte, ein leuchtendes Vorbild treuer Pflichterfüllung. Die älteren Kollegen liessen eine Kranzspende an seinem Sarge niederlegen.
Am 17. August fand die Turnfahrt statt Die Primaner besuchten die Gleichen bei Göttingen, die Obersekundaner den Grossen Bilstein, die Gymnasialsekundaner den Alheimer, die Realuntersekundaner Ruine Reichenbach und Spangenberg. Die Gymnasial- obertertianer hatten sich Ruhla und Eisenach als Ziel gewählt, die Realobertertianer Mühl- hausen und Lengenfeld u. St. Die Gymnasialuntertertianer wanderten von Gross-Bartloff über den Gleichenstein nach Heiligenstadt, die Realuntertertianer von Lengenfeld u. St. nach dem Grenzhaus und Treffurt. Die Gymnasialquartaner statteten dem Meissner und dem Hôllental einen Besuch ab, die Realquartaner besuchten den Hanstein, Schloss Ber- lepsch und Witzenhausen. Die Quintaner erstiegen den Heldrastein, die Sextaner die Boyneburg. die Septimaner von Allendorf aus den Altenstein und die Kleinsten die Silberklippe. 1
Auch am Sedantage wurde ein Ausflug unternommen, der leider durch die Un- gunst der Witterung zu frühzeitig abgebrochen werden musste. Oberlehrer Dr. Römheld nielt die Ansprache
Die Reifeprüfung, zu der die schriftlichen Arbeiten zwischen dem 21. und 24. August angefertigt waren, fand am 6. September unter dem Vorsitz des Königl. Provinzial- Schulrats Herrn Professor Dr. Baier statt.
Dem ältesten Oberlehrer, Professor Dr. Pontani, wurde bei Gelegenheit der An- wesenheit Seiner Majestät des Kaisers in der Provinz der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.
Mit dem Schluss des Sommerhalbjahrs schied der Probekandidat Hitzeroth aus seiner hiesigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfslehrer aus, um in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium in Marburg überzugehen. Der Unterzeichnete fühlt sich verpffichtet, auch hier Herrn Hitzeroth für seine treue und gewissenhafte Amtsführung und seine erfolgreichen Dienste zu danken.
Während der Herbstferien nahm Oberlehrer Dr. Garthe an einem naturwissen- schaftlichen Ferienkursus in Berlin teil. 1
Mit dem Beginn des Winterhalbjahrs trat Herr Oberlehrer Dr. Wilhelm Appuhn in den Lehrkörper der Anstalt ein
Wilhelm Appuhn, geb. im Jahre 1870 zu Hannover, studierte, auf dem Lyceum I seiner Vater- stadt vorgebildet, von Ostern 1889 ab in Göttingen und Marburg klassische und deutsche Philologie. Auf Grund der Dissertation:„Quaestiones Plautinae“ 1893 zum Dr. phil. promoviert, bestand er 1894 das Staats- examen. Das Seminarjahr iegte er 1894/5 am Lyceum I, das Probejahr 1895/6 am Lyceum II zu Hannover ab. Von Ostern 1896 bis Michae is 1900 wat er als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Lyceum II zu Han- nover, am Realgymnasium und Gymnasium zu Goslar und am Progymnasium in Münden tätig, darnach bis zu seinem Ubertritt an die hiesige Anstalt als Oberlehrer an den Reform-Realgymnasien zu Iserlohn und zu Kiel.


