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III. Chronik.
Das Schuljahr 1905 wurde am 2. Mai in der herkömmlichen Weise mit einer gemein- samen Andacht und der Einführung der neuaufgenommenen Schüler eröffnet. In das Lehrer- Kollegium traten gleichzeitig die Herren Dr. Wilhelm Hartke, Ludolf Lützen und Dr. August Uhrig ein, erstere bei den für die neugegründeten Oberlehrerstellen gewählt, letzterer zur Ableistung seines Probejahres und zur Versehung der Stelle eines wissenschaftlichen Hilts-
lehrers.
Wilhelm Hartke, geb. im Jahre 1879 zu Fürstenau, Provinz Hannover, studierte, auf dem Gymnasium zu Duisburg vorgebildet, seit Ostern 1897 in Heidelberg, Bonn und Berlin alte Sprachen und Theologie. Nachdem er 1901, auf Grund der Dissertation:„Sit tibi terra levis formulae quae fuerint fata, in Bonn die philosophische Doktorwürde erlangt hatte, bestand er im Herbst ebendort das Staatsexamen. Als Probejahr wurde ihm seine Tätigkeit am Ev. Pädagogium Godesberg angerechnet; das Seminarjahr absolvierte er 1903/4 am Gymnasium zu Bonn. Ostern 1904 bis ebendahin 1905 genügte er seiner Militärpflicht in Hildesheim und wurde dann an die hiesige Anstalt als Oberlehrer berufen.
Mit dem 1. Mai trat der Oberlehrer Professor Dr. Flemming in den Ruhestand. Für seine langjährigen treuen und erspriesslichen Dienste(er wirkte 21 ½ Jahre an der Anstalt) sei ihm auch an dieser Stelle im Namen der Anstalt der wärmste Dank ausge- sprochen. Die besten Wünsche seiner Amtsgenossen und Schüler begleiteten ihn in die neue Heimat. Bei seinem Scheiden aus dem Dienste wurde ihm der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.
Durch Erlass vom 3. Mai wurde vom Herrn Unterrichtsminister das bisherige Progymnasium als Gymnasium anerkannt. Die Wahnl des Unterzeichneten zum Direktor der nunmehrigen Vollanstalt erhielt Wilhelmshöhe den 19. August die Allerhöchste Bestätigung.
Am Vorabend des Schillertages, am 8. Mai, wurde in der Aula der Anstalt eine Schulfeier veranstaltet. Der erste Chor trug einige Chöre aus der Rombergschen „Glocken vor; der Oberprimaner H. Schmidt deklamierte sodann den„Epilog“ von Goethe. Hierauf entwarf Oberlehrer Dr Garthe in seiner Festrede ein Lebensbild des gefeierten Dichters. Den Beschluss bildete eine Aufführung von„Wallensteins Lager“, deren Einübung Oberlehrer Ulrich in dankenswerter Bereitwilligkeit übernommen hatte. Die
Namen der Mitwirkenden seien hier genannt: W. Stendell(UI: Wachtmeister; O. Pauli (UI): Trompeter; P. Lieberknecht(OI): Konstabler; W. Lohmann(O!I): Schartfschütz; G. Stamm(Ol) und R. Ulrich(OI)!: Jäger; F. Hagéemann(UI): Dragoner; F. Volland (UD) und K. Tellgmann(UI): Arkebusiere; K. v. Scharfenberg(UI) und F. Sippell (UI): Kürassiere; F. Kahn I(OII) und E Heinemann(OII): Kroaten; E. Raabe(OII): Ulan; E. Hühne(OIIIr): Rekrut; W. Bachmann(UI): Bürger; B. Barkhausen(UIIr)': Bauer; P. Mai(UIIIg): Bauernknabe; B. Dörnberg(OI): Kapuziner; S Voigt(UIIg): Marketenderin; A. Blum(OII): Aufwärterin: K Alberding(UIIIg), W. Dérries(UIIIg) und K. Garthe(Vg): Soldatenjungen. Den Prolog sprach B. Dörnberg(OI).
Die öffentliche, von der Stadt veranstaltete Schillerfeier am H. Mai bildete im wesentlichen eine Wiederholung der Schulfeier.
An dem Johannisfest(8. und 9. Juli) nahmen die Schüler der unteren Klassen in der herkömmlichen Weise teil.


