21 nahmen die Lehrer und die Schüler der oberen Klassen an der Einweihungsfeier des Bismarckturmes auf dem grossen Leuchtberge teil.
Mit dem Schluss des Sommerhalbjahres schied der wissenschaftliche Hülfs- lehrer Herr Gonnermann aus seinem hiesigen Wirkungskreise. In den anderthalb Jahren, die er dem Lehrerkollegium angehörte, hat er sich die Achtung seiner Kollegen und die Liebe seiner Schüler in hohem Grade erworben. Die besten Wünsche begleiteten ihn nach seinem neuen Aufenthaltsorte Hofgeismar.
Als Ersatz für Herrn Gonnermann trat mit Beginn des Winterhalbjahres als Oberlehrer Herr Dr. Heinrich Römheld in das Lehrerkollegium ein.
Heinrich Römheld, geb. als Sohn eines Gymnasiallehrers i. J. 1875 zu Hersfeld, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte von Ostern 1894 ab in Jena, Greifswald und Berlin Philo- logie. Seiner Militärpflicht genügte er in Jena. Im März 1898 bestand er zu Berlin die Turnlehrerprüfung. Im Juni 1899 erwarb er sich auf Grund der Dissertation»Uber die Nibelungenhandschrift h und die Iwein- handschrift a« in Greiſswald die philosophische Doktorwürde. Nachdem er im März 1900 zu Greifswald die Prüfung pro facultate docendi bestanden, trat er Ostern 1900 am Gymnasium zu Wiesbaden in das päda- gogische Seminar ein; das Probejahr leistete er am Gymnasium zu Weilburg und am Progymnasium zu Hofgeismar ab. An letzterer Anstalt blieb er als wissenschaftlicher Hülfslehrer, bis er am 1. Oktober 1903 als Oberlehrer an die hiesige Anstalt berufen wurde.
Am 31. Oktober überreichte der Direktor im Anschluss an die Andacht die vom Provinzial-Schulkollegium übersandte Prämie»Urkunde zur Einweihung der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem« dem Unterprimaner Helwig Schmidt.
Im Laufe des Novembers schied Herr Superintendent D. Wolft aus seinem hiesigen geistlichen Amte und damit auch aus dem Kuratorium der Anstalt aus. Die unermüdliche und erspriessliche Fürsorge in Wort und Tat und die rege Teilnahme, die er lange Jahre der Friedrich-Wilhelms-Schule zugewendet hat, sichern ihm ein ehrenvolles Andenken in der Geschichte unserer Schule. Dem Unterzeichneten ist es eine angenehme Pflicht,dem langjährigen Herrn Kurator auch hier den wärmsten Dank im Namen der Anstalt aus- zudrücken.— An seine Stelle trat auch als Mitglied des Kuratoriums Anfang Februar 1904 Herr Superintendent Wagner.
Am 18. Dezember, dem iojährigen Todestag Herders, entwarf der Direktor den Schülern der oberen Klassen ein Bild von dem Leben und Wirken des grossen Mannes.
Die Kaisersgeburtstagsfeier fand unter reger Teilnahme seitens der Eltern der Schüler und der Freunde der Anstalt statt. Nach dem Yortrage patriotischer Lieder und Deklamationen schilderte Oberlehrer UÜlrich in der Festrede in grossen Zügen das Lebenswerk des Freiherrn vom Stein. Die Kaiserprämie,»Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild« von Bohrdt, händigte der Direktor dem Gymnasialuntertertianer Siegfried Voigt ein.
Vom 3. bis 6. Februar nahm der Zeichenlehrer Troll an dem in Berlin statt- findenden Kursus für geprüfte Zeichenlehrer teil.
Uber die Schlussprüfung kann erst im nächstjährigen Programm berichtet werden
Der Gesundheitszustand der Schüler war im Berichtsjahre durchaus günstig. Dasselbe lässt sich im allgemeinen von dem Gesundheitszustand der Lehrer sagen. Nur
4 Lehrer mussten wegen Krankheit an zusammen 13 Tagen den Unterricht aussetzen. 3*


