Jahrgang 
1899
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der Königl. Provinzial-Schulrat Herr Dr. Paehler am Nachmittage des 9. März ab, nach- dem derselbe am Vormittage dem Unterricht in einigen Klassen beigewohnt hatte. Als Vertreter des Kuratoriums war Herr Superintendent Wolff bei der Prüfung zugegen.

Der Unterricht hat im verflossenen Jahre sehr erhebliche Störungen erlitten-. Unter den Schülern trat in der ersten Hältte des Winterhalbjahres eine Augenkrankheit auf, welche anfangs die Körnerkrankheit(Granulose) zu sein schien und einige Aufregung hervorrief, dann allerdings nach dem ÜUntersuchungsberichte des stellvertretenden Kreis- physikus, Herrn Dr. Heinemann, und nach dem Urteil des ebenfalls zur Untersuchung berufenen Gôttinger Professors, Herrn Geheimen Medizinal-Rat Dr. Schmidt-Rimpler als Follikulärkatarrh erkannt wurde, aber doch vielfach störende Massregeln zur, Verhütung der Ansteckung erforderte. Sonst war der Gesundheitszustand der Schüler befriedigend. Im August musste in den heissen Tagen der Nachmittagsunterricht siebenmal ausgesetzt werden. Im letzten Winterviertel ward ein Nachmittag zum Eislauf freigegeben, ebenso zwölf Tage lang die Nachmittags-Turnstunden. Von den Lehrern fehlten wegen Er- krankung die Herren Oberlehrer Dr. Garthe sechs Wochen, Lehrer Engelhardt einen, Ober- lehrer Dr. Krull fünf Tage; Herr Oberlehrer Dr. Flemming musste wegen einer Kur von Pfingsten bis Michaeli beurlaubt werden. Beurlaubungen in persönlichen Angelegenheiten waren nõtig für den Director vier Tage, die Herren Dr. Wilhelmi ebensoviel, Oberlehrer Dr. Voigt drei, Oberlehrer Dr. Krull ebensoviel, Oberlehrer Dr. Flemming, Zeichenlehrer Troll und Lehrer Engelhardt zwei Tage; zu einer Manéverübung war Herr Oberlehrer Dr. Garthe der Schule sieben Wochen entzogen, Herr Lehrer Schmeisser war auf vierzehn Tage beurlaubt behufs Teilnahme an dem Kursus zur Ausbilduang von Lehrern an kauf- männischen Fortbildungsschulen in Berlin. Zur Aushilfe bei diesen zahlreichen Ver- tretungen überwies das Königl. Provinzial-Schulkollegium auf Antrag des Kuratoriums den wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Friedrich Otto aus Kassel, welcher im Sommer- halbjahr von Pfingsten an grösstentheils den Unterricht des Oberlehrers Dr. Flemming übernahm und dem die Anstalt für seine treue und freudig geleistete Mitarbeit eine freund- liche und dankbare Erinnerung bewahrt. Im ganzen Schuljahre hat die Dauer der er- forderlichen Vertretungen einunddreissig und eine halbe Woche betragen, davon neunzehn und eine halbe Woche dem Lehrerkollegium allein zur Last fielen.