neuen Schüler und die Einführung des mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragten wissenschaft- lichen Hülfslehrer Salfeld anschloss. Gleichzeitig trat die neu errichtete 3. Vorschulklasse ins Leben, durch deren Gründung der innere Ausbau der Vorschule die Vollendung gefunden hat, welche es verstattet, die in die Anstalt ohne Vorkenntnisse mit dem Sschulpflichtigen Alter eintretenden Knaben ohne Hast und ohne Rast tüchtig vorbereitet durch einen dreijährigen Unterricht in drei bis auf wenige Stunden vollständig gesonderten Abtheilungen der Hauptanstalt zuzuführen. Die selbstlose Bereitwilligkeit, mit welcher die an der Vorschule unterrichtenden Lehrer durch die von ihnen angebotene und übernommene unentgeltliche Mehrbelastung mit einer grösseren Stundenzahl diese für die Schule so vortheilhafte Schöpfung ermöglicht haben, mag auch an diesem Orte aner- kannt werden.
Der 11. Mai und der 2. Juni, diese in den deutschen Annalen leider unauslöschlichen Tage, haben auch in der Schulchronik ihre Stelle; mussten doch die schmachvollen Frevelthaten ihre Schatten auch in die Schule werfen, deren herzliche Anhänglichkeit an den geliebten Landesvater bisher bei freudig festlichem Anlass so gern in hellem Jubel sich geäussert hatte. Am 13. Mai- wurde der durch Gottes Gnade vereitelte Angriff auf die geheiligte Person des Landesherrn in der Morgenandacht mitgetheilt und Gott dem Herrn für die gnädige Bewahrung des theueren Lebens inniger Dank dargebracht; am Abend des 3. Juni, wo die neue noch grauenvollere Frevelthat in den einzelnen Klassen mitgetheilt wurde, nahmen die Schüler je nach ihrem Glaubensbekenntniss an dem in den Gotteshäusern ihrer Konfession veranstalteten Dankgottesdienste theil. An der Wilhelms- spende betheiligten sich nachmals 186 Schüler mit einem Beitrag von zusammen 16,84 M.
Die Sommerferien dauerten vom 1.— 20. Juli; am 23. Juli wurde der Nachmittagsunter- richt wegen grosser Hitze ausgesetzt.
Am 18. August bpezeugte das Lehrerkollegium die freudige Theilnahme an dem fünfzig- jährigen Dienstjubiläum des Lehrers an der hiesigen Bürgerschule, Herrn Kantors Sandtrock, durch Entsendung einer aus dem Direktor und den Oberlehrern Eichler und Eichenberg bestehenden Depu- tation, welche Namens des Kollegiums den hochgeschätzten Jubilar beglückwünschte.
Am 12. August wurde die jährliche Turnfahrt unternommen. Die aus den grösseren Schüͤlern bestehende erste Abtheilung, unter Führung des Direktors und der Lehrer Dr. Pontani und Dr. Anschütz, fuhr mit dem Frühzug nach Münden und wanderte von da nach Veckerhagen zur Besichtigung der dortigen Eisenhütte und nach dem Gahrenberg, dessen Kohlenbergwerk besucht wurde; durch den Reinhardswald wurde der Rückweg nach Münden gemacht; die zweite Abtheilung, die Schüler der unteren Klassen der Hauptanstalt, geführt von den Lehrern Tassius, Orth und Salfeld, wanderte nach Besteigung der Plesse über Wanfried zurück; mit den Schülern der Vorschule unternahmen die Lehrer Schmeisser und Rüppel eine Wanderung nach den Aue'schen Hügeln.
Am 15. August wurde der Lehrer an der Vorschule Schmeisser, dessen definitive Be- stellung durch Reskript Königlichen Provinzialschulkollegiums vom 2. August bestätigt war, durch den Direktor eidlich verpflichtet.
August Schmeisser, geb. am 4. März 1856 zu Auwallenburg, Kreis Schmalkalden, zum Lehrer vorge- bildet auf dem Königlichen Schullehrerseminar zu Schlüchtern, bekleidete nach Ablegung der ersten Prüfung vom 1. November 1875 an die dritte Schulstelle zu Klein-Schmalkalden und trat am 30. Juni 1876 die ihm mit Beginn
des Sommersemesters übertragene Lehrerstelle an der hiesigen Vorschule an, in welcher er, nachdem er zu An- fang Juni seine zweite(praktische) Prüfung bestanden hatte, am 2. August definitiv bestätigt wurde.


