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gegründete Kenntniß der Naturgeſetze mathematiſch zu entwickeln und zu begründen. Endlich ſoll er eine auf Experimente gegründete Kenntniß der ſtöchiometriſchen und Verwandtſchafts⸗Verhältniſſe der gewöhnlichen unorganiſchen und der für die Ernährung ſowie für die Hauptgewerbe wichtigſten organiſchen Stoffe ſich erworben haben. Er ſoll hierdurch und durch ſeine Kenntniß der einfachen Mineralien im Stande ſein, nicht blos die zweckmäßigſten Methoden zur Darſtellung der gebräuchlicheren rein chemiſchen Präparate zu beſchreiben und zu benutzen, ſondern auch über ihre phyſikaliſchen Kennzeichen und über ihre chemiſche Ver⸗ wendung Rechenſchaft zu geben.
Rechnen und Mathematik. Der Tertianer ſoll Sicherheit in den Rechnungen des gemeinen Lebens, der Abiturient Fertigkeit in allen im praktiſchen Leben vorkommenden Rechnungsarten beſitzen. Der Tertianer ſoll im Stande ſein, die in den Gewerben vorkommenden geometriſchen Conſtructionen zu verſtehen und auszuführen, ſowie Gleichungen des erſten Grades anzuſetzen und zu löſen. Der Abitu⸗ rient hat den Nachweis zu liefern, daß er auf dem ganzen Gebiet der elementaren Mathematik ſicher ge⸗ ordnete und wiſſenſchaftlich begründete Kenntniſſe, auch eine genügende Gewandtheit im Löſen von Aufgaben beſitzt.
Zeichnen. Der Tertianer muß eine angemeſſene Übung im Freihandzeichnen und Bekanntſchaft mit den Elementen des perſpectiviſchen Zeichnens haben. Der Abiturient muß außerdem im geometri⸗ ſchen Zeichnen einige Fertigkeit nachweiſen, d. h. die Befähigung, im Linearzeichnen von eenfachen Gegen⸗ ſtänden aus dem Gebiet der Architektur, der Maſchinenkunde oder anderer Fächer des praktiſchen Lebens eine Projection, geometriſch oder perſpectiviſch, einſchließlich der Schattenconſtruction zu zeichnen.
b. Specieller Lehrplan. Prima. Ordinarius: Oberlehrer Eichler.
1) Religion. 2 St. Lectüre und Erklärung der Evangelien von Marcus und Johannes, ſowie der Pſalmen, von welchen letzteren namentlich einige der hervorragendſten unter den Buß⸗ und meſſianiſchen Pſalmen gelernt wurden. Frankenberg.
2) Deutſch. Im Sommer 3, im Winter 4 St. Ueberſicht des Entwickelungsganges der deutſchen Literatur, angeknüpft an das Leſebuch(Hopf und Paulſiek II, 2). Disponirübungen, Declamation und freie Vorträge. Geleſen wurden„Wallenſtein“ und verſchiedene lyriſche Gedichte Schillers. Monatlich 1 Aufſatz. Eichler. Mittelhochdeutſch, comb. mit Secunda, Lectüre des Nibelungenliedes nach dem Leſebuch von Schauenburg und Hoche. 1 St. Dr. Tombo.
3) Franzöſiſch. Im Sommer 5, im Winter 4 St., und zwar 2 St. Grammatik nach Plötz: Nou- velle grammaire(I.—1V.), mit mündlichen und ſchriftlichen Uebungen aus Plötz: Syntax⸗Uebungen für Prima. Alle 8 Tage abwechſelnd ein Extemporale oder Thème, ſtatt des letzteren alle 4 Wochen ein Aufſatz. Lectüre in 3 reſp. 2 St. Stücke aus Pascal, Mme. de Sévigné, Mme. de Maintenon, Bossuet, Fléchier, Fénelon, Massillon, Le Sage, Voltaire, Mme. de Stabl, Corneille, Molidère, Lafontaine, Racine, Boileau, Voltaire, nach Plötz: Manuel de la littérature française. Der Unterricht geſchah in franzöſiſcher Sprache. Weſſel.
4) Engliſch. Im Sommer 3, im Winter 4 St., und zwar 2 St. Grammatik nach Zimmermann (2. Hälfte) mit Uebungen aus deſſen Uebungsſtücken zum Ueberſetzen. Alle 8 Tage abwechſelnd ein Extemporale oder Erercise, ſtatt des letzteren alle 4 Wochen ein Aufſatz. Lectüre in 1 reſp. 2 St.


