12 Dieſer Krieg iſt der gewaltige Weckruf zur Wiedergeburt des deutſchen Volksgeiſtes; er bedeutet eine gewaltige Volksauferſtehung, eine Rückkehr aus undeutſchem zu deutſchem Weſen. Denn undeutſch iſt Schwäche, Charakter⸗ und Geviſſenloſigkeit, die jedesmal unausbleibliche Folgen der Genußſucht ſind. Deutſcher Geiſt zeigt ſich in dem Ewigkeitsſinn, der nach dem Hohen, Edlen, Göttlichen hin⸗ ſtrebt, der ſich bewährt in Gottesfurcht und Gottvertrauen. Deutſcher Geiſt zeigt ſich im rechten Familienſinn, in Reinheit und Keuſchheit des Herzens. Deutſcher Geiſt zeigt ſich im Wahrheitsſinn, in deutſcher Treue, und deutſchem Gewiſſen. Sittenloſigkeit, die geiſtige und körperliche Schwäche im Gefolge hat, iſt nichts anders als Landesverrat. Nur der körperlich und geiſtig Starke kann ſein Vaterland verteidigen. Lüſtlinge und Schwächlinge kann uuſere ernſte eiſerne Zeit nicht brauchen. Werde darum ſtark und werde hart, du deutſches Volk, du deutſcher Jüngling! Das iſt deine Pflicht, und dieſe Pflicht iſt deine Ehre. Kraft iſt des Deutſchen höchſter Stolz, und höchſte Zier körperliche, geiſtige, ſittliche Kraft. Das deutſche Volk gehört nach Gottes Willen zum Adel der Völker. Adel aber verpflichtet. In das Hoch auf Seine Majeſtät unſern viel geliebten Kaiſer und König Wilhelm IlI., der, wie der Redner näher ausführte, alle edlen deutſchen Tugenden in ſich verkörpert, vor allem Gottesfurcht und Gottvertrauen, Pflichtgefühl und Treue, Liebe zu Volk und Vaterland, ſtimmten alle Anweſenden begeiſtert ein. Salve Imperator!
Das Spießſtipendium wurde dem Unterprimaner Walter Cornelius verliehen, die von Seiner Majeſtät geſtiftete Prämie„Marinealbum“ dem Unterprimaner Johannes Culemann.
Oberlehrer Ruſch wurde am 6. März zum Landſturm mit Waffe nach Frankfurt a. M. eingezogen. Profeſſor Wagner mußte, nachdem er ſchon einige Zeit wegen Krankbeit keinen Dienſt hatte tun können, am 6. März Urlaub nehmen. Lehrer Höfer, der Anfang Auguſt eingezogen und Ende September wieder entlaſſen worden war, wurde am 24. März von neuem zur Landwehr einberufen.
Den Abſchluß des Schuljahrs bildete am 31. März die Feier des hundertjährigen Geburts⸗ tags des Fürſten Bismarck, bei der Prof. Noll die Feſtrede hielt.


