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auch vor gewiſſen kinematographiſchen Darſtellungen, die Gefühl und Phantaſie der Jugend unheil⸗— bar verwirren, dringend warnen.
Entſagung und Selbſtbeherrſchung ſollen vor allem unſere Söhne und Töchter im Eltern⸗ haus wie in der Schule lernen; ſie ſind am unentbehrlichſten für Lebensglück und Lebenserfolg. Die Einwirkung in dieſem Sinne geſchieht weniger durch ſtrenge Verbote und Strafen als verſtändige An⸗ leitung und Gewöhnung. Ohne Zucht keine Erziehung. Die Jugend zur Pflichterfüllung anzuhalten, ihre Nerven zu ſtählen, ihr religiöſes und ſittliches Gefühl zu pflegen, iſt die vornehmſte Aufgabe von Schule und Haus. Deutſche Sitte und chriſtliche Sittlichkeit ſind die Haupt⸗ kraftquelle unſeres Volkes; ſie müſſen auch die Leitſterne ſein für die gleiche Ziele verfolgende Erzieh⸗ ung in Familie und Schule. Nur ſo werden reine, kräftige, ſelbſtändige Perſönlichkeiten erzogen, wie ſie unſerm Vaterlande ſo bitter not tun.
6. Um ein gedeihliches Zuſammenwirken von Schule und Haus zu fördern, haben ſämt⸗ liche Lehrer der Anſtalt beſtimmte, den Schülern bekannt gegebene Stunden angeſetzt, in denen ſie in ihrer Wohnung, event. im Gymnaſium, für die Eltern zu ſprechen ſind. Eine vorherige kurze Anmeldung iſt wünſchenswert, namentlich wenn die Eltern Erkundigungen einziehen wollen, zu denen eine vorausgehende Beſprechung des Herrn Klaſſenlehrers mit den andern Herren nötig erſcheint. Der Direktor iſt meiſt von 11—12, gegebenenfalls auch von 3—4 Uhr in ſeinem Amtszimmer zu ſprechen. Die auswärtigen Schüler ſind verpflichtet, bei der Wahl oder dem Wechſel der Wohnung die vorherige Genehmigung des Direktors einzuholen. Jedem Wunſche der Eltern um perſönliche Rückſprache wird der Unterzeichnete bereitwillig entgegenkommen; aber auch er bittet um vorherige Anmeldung.
Der Rönigliche Gymnaſial-Direktor:
Prof. Dr. Endemann.


