Jahrgang 
1912
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9. Okt. 1911. S 18235 Ernennung des Or. Heinrich Heintz zum Oberlehrer. 21. Okt. 1911. UII 2338 Erlaß des Herrn Miniſters über das Extemporale. 27. Okt. 1911. S 19193 betreffend die Direktoren⸗Zuſammenkunft in Kaſſel am 16., 17. u. 18. Nov. 27. Dez. 1911. S 22444 Verfügung Kgl. Prov. Schulkoll. über die Ferien Oſtern 1912 bis Oſtern 1913. Die Ferien für das Gymnaſium in Dillenburg finden ſtatt: 1. Oſtern 1912: Sonnabend, den 30. März 1912 bis Montag 15. April. 2. Pfingſten 1912: Freitag, den 24. Mai bis Freitag 31. Mai. 3. Sommer: Freitag, den 5. Juli bis Dienſtag 6. Auguſt. 4. Michaelis: Sonnabend 28. September bis Montag 14. Oktober. 5. Weihnachten: Freitag 20. Dezember bis Freitag 3. Januar 1913. 6. Oſtern 1913: Mittwoch 19. März 1913. Bei 2, 3 und 5 iſt der Unterricht unverkürzt durchzuführen. 21. März 1912. UII 10061. Ernennung des Direktors zum Mitgliede der Königl. Wiſſenſch. Prüfungskommiſſion an der Univerſität Marburg für das Jahr 1912/13.

V. Chranik des Gymnaſiums.

Das Schuljahr begann am Donnerſtag, den 20. April 1911 mit der Aufnahmeprüfung.

An Stelle des vom 1. April an in den Ruheſtand getretenen Profeſſors Kegel wurde Hilfs⸗ lehrer Dr. Heinrich Heintz 1) vom Gymnaſium in Limburg berufen, der am 1. Oktober 1911 zum Oberlehrer an dem Gymnaſium befördert wurde. An Stelle des ſeit dem 1. April 1911 ebenfalls in den Ruheſtand getretenen Oberlehrers Dr. Unbehaun trat Oberlehrer Franz Ruſch ²) vom Königl. Realgymnaſium in Goldap in Oſtpreußen.

Prof. Dr. Hofmann war wegen Krankheit von Anfang des Schuljahres bis zum Mai beurlaubt, dann Prof. Lorch aus demſelben Grunde bis zu den Juliferien. Die Vertretung der beiden Herren übernahm der wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Kraemer. Auch ſonſt war in dieſer Zeit der Geſundheits⸗ zuſtand im Lehrerkollegium ein ungünſtiger und erforderte viele Vertretungen.

Die Pfingſtferien dauerten vom 2. bis 9. Juni. Am 23 Mai fanden die Schulausflüge der einzelnen Klaſſen ſtatt. Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 8. Auguſt. Im Monat Au⸗ guſt mußte an vielen Tagen wegen der andauernden großen Hitze der Unterricht von 10 Uhr mor⸗ gens an ausgeſetzt werden. Am 2. September fand zur Feier des Sedantages eine geſellige Zu⸗ ſammenkunft in dem Garten desSchloßhotels ſtatt, die in würdiger Weiſe verlief. Oberlehrer Bahmer hielt eine kernige Anſprache, in der er die Bedeutung des Tages hervorhob und insbeſondere der Jugend die nationalen Pflichten warm ans Herz legte.

Der Reifeprüfung unterzogen ſich zum Herbſttermin drei Oberprimaner, von denen zwei beſtanden. Die ſchriftliche Prüfung fand am 28.31. Auguſt, die mündliche unter dem Vorſitz des Herrn Provinzial⸗Schulrats Kanzow am 9. Sept. ſtatt. Am 30. Sept. hielt zur Feier des hundertjährigen Geburtstages der Kaiſerin Auguſta der Direktor in der Aula eine Anſprache. Mit dieſem Tage ſchloß das Sommerſemeſter. Die Herbſtferien dauerten bis zum 16. Oktober.

¹) Heinrich Heintz, geboren am 31. Auguſt 1883 zu Frankfurt a. M., beſuchte daſelbſt die Liebig⸗Realſchule und darauf das Wöhler⸗Realgymnaſium, das er Oſtern 1902 mit dem Zeugnis der Rei verließ. Er ſtudierte an den Univerſitäten Marburg, Berlin und Genf neuere Sprachen und Deutſch und beſtand im Februar 1907 in Marburg das examen rigorosum und im März 1908 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Auf Grund ſeiner Ab⸗ handlung über die Gedichte Schondochs wurde er zum Dr. phil. promoviert. Sein Seminarjahr leiſtete er an der Klinger⸗Oberrealſchule zu Frankfurt a. M. ab. Während des Probejahres hatte er am Gymnaſium zu Limburg eine Hilfslehrerſtelle zu verwalten. Nach erlangter Anſtellungsfähigkeit blieb er noch ein Jahr als wiſſenſch. Hilfslehrer in Limburg, bis er Oſtern 1911 an das Königl. Gymnaſium in Dillenburg verſetzt wurde.

2) Franz Ruſch, geb. den 31. Mai 1882 in Berlin, erwarb das Reifezeugnis am Kgl. Gymnaſium in Neuſtadt in Weſtpreußen und ſtudierte 1900 bis 1904 in Greifswald Mathematik, Phyſik und Chemie. Nachdem er während ſeines Seminar⸗ und Probejahres am Königl. Realgymnaſium in Tilſit brzſ⸗ Goldap zommiſſariſche Oberlehrerſtellen verwaltet hatte, wurde er 1906 am Kgl. Reformrealgymnaſium in Goldap als Oberlehrer angeſtellt und 1911 an das Kgl. Gymnaſium in Dillenburg verſetzt.