Jahrgang 
1892
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Verf. des Pr. Sch.⸗K. v. 8. Oktober Die neuen Lehrpläne für die einzelnen Fächer, ſowie die Beſtimmungen über die Lehraufgaben, Hausarbeiten ꝛc. werden ausführlich mitgeteilt und die Kollegien aufgefordert, auf Grund derſelben neue Pläne auszuarbeiten.

. 1 17. Novbr. Eine Aenderung in dem Lehrziel und den Lehraufgaben des katholiſchen Religionsunterrichts ſoll nicht eintreten.

n e 7 12. Jan. 1892: Die gründliche Reinhaltung der Turnhalle wird dringend gefordert.

. n n Die Anordnungen, die vom Miniſterium in Bezug auf

Aenderungen im Berechtigungsweſen vom 1. April 1892 an getroffen ſind, werden mitgeteilt.

16. Die neuen Lehrpläne, ſowie die neue Ordnung der Ent laſſungsprüfungen und Abſchlußprüfungen werden gedruckt überſandt.

* 6.. Das Reiſen der Schüler an Sonn⸗ und Feſttagen(in die

Ferien und aus denſelben) ſoll vermieden werden. Die Ferienordnung ſoll deswegen kleine Abänderungen erfahren.

IlI. Chronik des Gymnaſiums.

Das Schuljahr begann am 9. April 1891.

Am 10. April wurde der unterzeichnete Direktor) durch Herrn Geh. Rat Dr. Lahmeyer in ſein Amt eingeführt und übernahm die Direktorialgeſchäfte.(Kurze Notizen über den Lebensgang desſelben ſiehe unten.)

Der ordentliche Lehrer Albert Wagner⸗)

Oberlehrer an das hieſige Gymnaſium verſetzt. Die Pfingſtferien dauerten vom 16. bis 24. Mai.

von Fulda wird vom 1. Oktober 1891 an als

*) Ferdinand Schmidt iſt am 17. Januar 1841 geboren zu Idſtein im Taunus als Sohn des Poſthalters Karl Schmidt. Nachdem er auf der Privatſchule zu Idſtein durch den Direktor Weldert(jetzt in Wiesbaden) vorgebildet war, beſuchte er von Oſtern 1857 60 das humaniſtiſche Gymnaſium zu Wiesbaden und verließ dasſelbe mit dem Zeugnis der Reife. Von Oſtern 1860 bis Herbſt 1863 ſtudierte er auf den Univerſitäten zu Bonn, Göttingen und München klaſſiſche Philologie und Geſchichte und war Mitglied des philologiſchen Seminars zu Göttingen und München ſowie des pädagogiſch⸗hiſtoriſchen Seminars unter der Leitung v. Gieſebrechts. Im Winter 1864/65 beſtand er die erſte(theoretiſche) Oberlehrerprüfung vor der Herzogl. naſſauiſchen Kommiſſion in Wiesbaden und wurde im April 1865 als Collaborator am Gymnaſium zu Hadamar feſt angeſtellt. Von 1867 bis Oſtern 1869 wirkte er in derſelben Eigenſchaft am Progymnaſium zu Dillenburg und beſtand am 13. Dezbr. 1867 die zweite(praktiſche Prüfung) in Wiesbaden vor der zu dieſem Zwecke noch einmal berufenen Kommiſſion. Sie erteilte ihm das Prädikat:vorzüglich beſtanden und die Befugnis, in der deutſchen, lateiniſchen und griechiſchen Sprache ſowie in der Geſchichte und Geographie durch alle Klaſſen eines vollſtändigen Gymnaſiums zu unterrichten. Seit Oſtern 1869 bis Oſtern 1891 wirkte er zuerſt als ordentlicher Lehrer, ſodann als Oberlehrer ſeit 1. Januar 1874 an dem Realgymnaſium zu Wiesbaden. Oſtern 1887 nahm er einen zweimonatlichen Urlaub zum Zweck einer Studienreiſe nach Italien und beſuchte auf derſelben die Muſeen und Bibliotheken in Rom, Neapel und Florenz. 1888 wurde ihm das PrädikatProfeſſor von dem Kultusminiſterium verliehen. Vom 1. Juni 1890 bis 1. April 1891 führte er die Direktorialgeſchäfte am Realgymnaſium zu Wiesbaden, nachdem er inzwiſchen zum 1. Oberlehrer an demſelben befördert war.

Am 11. Januar 1891 ernannte ihn S. M. der Kaiſer zum Gymnaſialdirektor, worauf ihm das Kultusminiſterium die Leitung des Königl. Gymnaſiums zu Dillenburg vom 1. April 1891 an übertrug.

Im Druck erſchienen iſt von ihm eine Programmabhandlung des Königl. Realgymnaſiums zu Wiesbaden, betitelt Beiträge zur inneren Geſchichte Athens während des peloponneſiſchen Krieges.

**) Albert Wagner, Sohn des Poſtſekretärs Wagner, geb. zu Minden am 27. Juli 1850, ſtudierte von 1871 bis 1876 Mathematik und Naturwiſſenſchaften auf der Univerſität zu Göttingen. Von Oſtern 1877 bis Michaelis 1878 war er als Hülfslehrer an dem Königl. Gymnaſium zu Wiesbaden, von da an bis Oſtern 1879 in gleicher Eigenſchaft an dem Königlichen Gymnaſium zu Marburg, darauf bis Michaelis 1891 als ordentlicher Lehrer an dem Königlichen Gymnaſium zu Fulda beſchäftigt.