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3. Ueberſicht
über die während des abgelaufenen Schuljahres abſolvierten Penſen.
Prima.
Ordinarius: Direktor Profeſſor Dr. Fiſcher.
Religion(wöchentlich 2 St.). a. evangeliſche. Glaubens⸗ und Sittenlehre nach Noack. Jakobus⸗
brief, Galaterbrief und Joh. 13— 17 im Urtext geleſen. Eichhoff. b. katholiſche:(1 St.) Allgemeine und ſpezielle Sittenlehre. Römerbrief u. Evangelium des hl. Matthäus. Kirchengeſchichte: das Mittelalter. Bölke.
Deutſch(3 St.). Repetition der Geſchichte der 1. Blüteperiode und Geſchichte der 2. bis 1794. Geleſen und erklärt wurden in der Klaſſe: Ausgewählte Götheſche Gedichte, Leſſings Laokoon: Ausgew. Stücke z. T. zu Hauſe, z. T. in der Klaſſe geleſen u. erklärt: Egmont, Wilhelm Tell, Hermann u. Dorothea, Nathan, Minna v. Barnhelm, Em. Galotti, Iphigenia, Taſſo. Privatim geleſen: Wahrheit u. Dichtung, Leſſings Abhandlungen über die Fabel; Berichte und Vorträge. Vorgeleſen: Stücke aus Jordans Nibelungen.
Die Themata der deutſchen Aufſätze waren: 1) a. Die Künſtler; b. Die Ideale. 2) Jugend iſt Saatzeit. 3) Ueber die Verdienſte Heinrichs I. um Deutſchland. 4) Inwiefern iſt Leſſings Nathan zeitgeſchichtlich tendenziös? 5) a. Welches iſt der„fruchtbare Moment“ in Schillers Taucher? b. Was ſind und was bedeuten ſymboliſche und poetiſche Attribute? 6)(Häusl. A.) a. Meine Berufswahl; b. Leſſings Abhandlungen über die Fabel(Bericht). 7) Welches iſt der Hauptpunkt in Leſſings Laokoon? 8) a. Der Augsburger Religionsfriede nach ſeinen Hauptbeſtimmungen; b. Göthe in Straßburg. 9)(Häusl. A.) Ilmenau(Göthe).
Reifeprüfung Herbſt 1890: Die Politik Chlodwichs u. Theodorichs des Großen(Ein Vergleich). Oſtern 1891: Ueber Leſſings Verdienſte um die deutſche Litteratur. Fiſcher.
Latein(8 St.). Stiliſtik: mündliche Uebungen und alle 10 Tage ein häusl. Exerzitium oder ein Extemporale.
Die Themata der Aufſätze waren; 1) Quanta constantia Romani in rebus adversis fuerint. 2) Qua temporum iniquitate coactus Marcus Cato Ptolomaei regno pellendi negotium susceperit. 3) De belli Iugurthini initiis. 4) Hectoris naturam et mores quales Homerus fecerit. 5) De Socrate cive. 6) Nil sine magno vita labore dedit mortalibus.
Lektüre: Cic. pro Sestio, Taciti Agricola, Cic. De oratore I. Hetzel. Tlorat. carm. I u. III, Sat. I, 1, 3, 4, 6, 9; II, 1, 6(2 St.). Fiſcher. Griechiſch(6 St.). Lektüre: Sophocl., Antigone; Platon. Apologia, Crito, Schluß des Phacdon.
3 Hetzel. Homer, Ilias 1, 2—V. 483; 3, 4— V. 147; 6, 7, 9, 11 V. 596— 848.(2 St.) Ausgewählte Stellen wurden auswendig gelernt. Kegel. Grammatik: Alle 3 Wochen ein Exerzitium nach Böhme oder ein Extemporale nach Diktat. Repetitionen beſonders aus der Syntax des Verbums mit mündlichen Uebungen. Hetzel.
Franzöſiſch(2 St.). Michaud: Histoire des Croisades; Molière: Le Bourgeois Gentilhomme. Ségur: Histoire de la Grande Armée. Durchnahme einzelner grammatiſcher Abſchnitte. Spilling. Hebräiſch(fakult.). 1. Abteilung.(2 St.) Beendigung und Wiederholung der Formenlehre. Das Wichtigſte aus der Syntax.(Nach Seffer, Elementarbuch der hebr. Sprache.) Geleſen wurden Leſeſtücke aus Seffer und von der Geneſis etwa 30 Kapitel, ſowie einige Pſalmen. Kegel.
Geſchichte und Geographie(3 St.). Deutſche Geſchichte bis 1555. Repetition der griechiſchen, römiſchen neueren und neueſten Geſchichte. Belehrungen über die deutſche Reichsverfaſſung und Sozialpolitik. Ueberſicht über die Geographie der 5 Erdteile, genauer Mitteleuropa, insbeſondere das deutſche Reich und ſeine Kolonieen. Fiſcher.


