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Am 5. November war Feier des Reformationsfestes unter gemeinsamer Beteiligung von Lehrern und Schülern am heiligen Abendmahle.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. December 1882 bis zum 7. Januar 1883.
Bei Beginn des Unterrichts wurde der dem Gymnasium zur Abhaltung seines Probejahres zugewiesene Kandidat des höheren Schulamts Weidenbach*) den Schülern vorgestellt.
Die schriftliche Maturitätsprüfung**) für Ostern 1883 fand statt vom 2. bis zum 8. Februar.
Am 1. März wurde der dem Gymnasium zur Abhaltung seines Probejahres zugewiesene Candidat des höheren Schulamts Richard Beinhauer***) den Schülern vorgestellt.
*) Friedrich Peter Gustax Weidenbach, evangelischer Konfession, Sohn des Kgl. Telegraphen- inspektors Ludwig Weidenbach zu Deutz, wurde am 15. December 1855 zu Minden in der Provinz Westfalen ge- boren. Seine Vorbildung erhielt derselbe auf dem Gymnasium zu Dillenburg. Von Ostern 1876 bis ebendahin 1880 studierte er auf den Universitäten Marburg und Leipzig klassische Philologie und Germanistik. Nachdem er vom 1. April 1881 bis ebendahin 1882 zu Köln a. Rh. seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger im Hohenzollern'schen Füsilier-Regiment Nro. 40 genügt, und am Schlusse des Dienstjahres das Officierexamen bestanden, erledigte er im Sommer 1882 die achtwöchentliche Übung als Vicefeldwebel bei dem genannten Regiment. Im Herbst desselben Jahres bestand derselbe das wissenschaftliche Staatsexamen zu Marburg und wurde dem Königl. Gymnasium zu Dillenburg behufs Ableistung des pädagogischen Probejahres zugewiesen.
**) Die Themata zu den schriftlichen Arbeiten waren:
1) Deutscher Aufsatz:„Inwiefern hat sich des großen Kurfürsten Denkspruch:„Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor“ bewahrheitet?“
2) Lateinischer Aufsatz:„Non sine causa cum alii Romanorum poëtae tum Horatius in laude paupertatis eêt parsimoniae multum versantur.“
3) Mathematische Aufgaben: Ein einarmiger Hebel AB trägt im Punkte C, 2,1 dem. vom Unterstützungs- punkte A, eine Last, welche ein Kilogramm wiegt. Der laufende Meter des Hebels wiegt ebenfalls ein Kilogramm. Das Gleichgewicht wird durch eine am Ende des Hebels angebrachte Kraft hergestellt. Diese ist doppelt so groß als diejenige, welche zur Herstellung nötig wäre, wenn die Last in ⅓ Hebellänge vom Unterstützungspunkte an- gebracht wäre. Wie lang ist der Hebel?
Aus dem Radius r des umschriebenen Kreises, der Höhe h auf die Grundlinie und der Differenz 5—„ der beiden Winkel an der Grundlinie die Seiten und Winkel eines Dreiecks zu berechnen.
Zahlenbeispiel: r= 2,5 cm., h= 3 cm. 6— y= 190 201. Ein Dreieck zu zeichnen, von dem gegeben ist der Überschuß der Summe zweier Seiten über die dritte
(a+ e— b), der Winkel und der Radius 0¹ des Kreises, welcher die diesem Winkel gegenüber liegende Seite a berührt.
Eine abgestumpfte Pyramide von Blei(spec. Gewicht 11,44) wiegt 4 kg., ihre Höhe beträgt 12 cm. und die Differenz der Grundflächen 2 qcm. Wie groß sind dieselben?
***) Richard Beinhauer, geboren am 8. Januar 1860 zu Nordhofen, Provinz Hessen-Nassau, Sohn des daselbst verstorbenen Pfarrers Karl Beinhauer, erhielt seine Vorbildung zunächst auf dem Königl. Gymnasium zu Wiesbaden und später auf dem Königl. Realgymnasium daselbst. Nachdem derselbe von dieser Anstalt mit einem Maturitätszeugnis vom 27. März 1879 entlassen worden war, widmete er sich zu Marburg, München und wieder zu Marburg dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften. Am 19 Januar d. J. bestand derselbe vor der Königl. wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg sein Examen pro facultate docendi und wurde laut Re script Königl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel vom 16. Februar d. J. dem Königl. Gymnasium zu Dillenburg zur Ableistung seines pädagogischen Probejahres überwiesen.


