Jahrgang 
1859
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S

wofern darüber bereits definitiv vom Recrutirungsrath entſchieden iſt, 6) ein Vermögenszeugniß nach Maßgabe des bei dem betreffenden Schulinſpector zu erhebenden Formulars für die Aſpi⸗ ranten des Schullehrerſtandes, wenn auf Geldunterſtützung Anſpruch gemacht werden ſoll.

Die der Bergſchule unmittelbar vorgeſetzte Behörde iſt das Schulcuratorium, welches aus 7 Mitgliedern beſteht, von denen 4 durch die Herzogliche Landesregierung ernannt, 3 von den zur Unterhaltung der Bergſchule beiſteuernden Gruben- und Hüttenbeſitzern auf 5 Jahre gewählt werden. Die Wahl der 3 letzteren fand am 28. October Statt, und es wurden gewählt: Herr Ferdinand Jung aus Dillenburg, Herr Verwalter Ehrhardt aus Weilburg und Herr Verwalter Müller aus Diez. Von der Herzoglichen Landesregierung ſind zu Mitgliedern beſtellt: Der Herzogliche Bergmeiſter zu Dillenburg als Vorſitzender, der Herzogliche Pädagogial rector daſelbſt, als Stellvertreter des Vorſitzenden, der Herzogliche Bergmeiſter von Weilburg, der Bürgermeiſter der Stadt Dillenburg.

Als Lehrer fungiren gegenwärtig an der Bergſchule: Markſcheider Dannenberg, Berg⸗ meiſtereiacceſſiſt Müller und die Pädagogiallehrer Herrmann und Presber.

Zur erſten Aufnahmeprüfung hatten ſich 52 Aſpiranten angemeldet. Bei der Prüfung waren 45 erſchienen, von welchen jedoch nur 24 wegen der beſchränkten Räumlichkeiten des Schullocals aufgenommen werden konnten. Die Pruͤfung wurde geleitet von 2 Regierungs⸗ commiſſarien, den Herren Oberbergrath Odernheimer und Regierungsrath Dr. Firnhaber. Die Cröffnung der Bergſchule fand am 4. November Statt, und am folgenden Tage begann der Unterricht nach dem vorgeſchriebenen Lehrplan.

Am 24. Juli feierte das Pädagogium den Geburtstag Sr. Hoheit des Herzogs am Morgen mit Gebet, Geſang und Declamation. Des Nachmittags machten Lehrer und Schüler einen Spaziergang in die Umgegend.

In Folge der Einberufung des Rectors der Anſtalt zu dem Landtage am 17. Januar c. wurde für die Zeit der Abweſenheit desſelben die Direction des Pädagogiums und der Berg ſchule, wie im Anfange des Sommerſemeſters, dem Profeſſor Bill übertragen. Die von dem Rector bis dahin gegebenen Unterrichtsſtunden übernahmen nach Angabe der Ueberſicht über die behandelten Lehrgegenſtände die übrigen Lehrer.

Zur Erhaltung und Vermehrung der Bibliothek wurden, wie in früheren Jahren, 100 Gulden verwandt. Mit dem Beginne der Bergſchule wurde Seitens der Herzoglichen Landesregierung noch ein außerordentlicher Credit zur Anſchaffung von Werken über das Berg⸗- und Hüttenweſen bewilligt. Ebenſo wurde ein außerordentlicher Credit bewilligt zum Ankauf phyſikaliſcher- und Zeichnenapparate.

Herr Profeſſor Lade ſchenkte der Bibliothek bei ſeinem Abgange nach Hadamar 3 Bände der Jahrbücher des Naſſauiſchen naturhiſtoriſchen Vereins, wofür demſelben der gebührende Dank ausgeſprochen wird.

Einen ſehr ſchönen Zuwachs erhielt die geognoſtiſche Sammlung der Anſtalt durch Geſchenke von Freunden der Bergſchule. Wir erwähnen namentlich eine Sendung Seitens des Naturalien⸗ cabinetes zu Karlsruhe durch Vermittelung des Herrn Profeſſor Dr. Sandberger in Karlsruhe, ferner eine Sendung des Mitgliedes des Schulcuratoriums, Herrn Verwalter Müller von Diez, und eine weitere von dem Bergſchüler Höfer aus Diez. Wir ſprechen dafuͤr hiermit den geziemenden Dank aus.