Jahrgang 
1859
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Bei dem Beginn des Winterſemeſters, welches am 26. October eröffnet wurde, traten 2 Schüler aus der Anſtalt aus, 2 andere traten ein, und zwar einer auf Grund einer Prüfung in die lateiniſche Abtheilung der vierten Klaſſe, ein anderer auf Grund eines Zeugniſſes von dem Gelehrten-Gymnaſium zu Wiesbaden in die lateiniſche Abtheilung der erſten Klaſſe. Für die realiſtiſche Abtheilung hatte ſich kein weiterer Schüler zum Eintritt gemeldet. Die Schüler⸗ zahl war daher am Anfang des Winterſemeſters der des Sommerſemeſters gleich, nämlich 54. Dieſe vertheilen ſich nach Klaſſen und Abtheilungen in folgender Weiſe:

Die I. Klaſſe zählt 6 Schüler, nämlich 2 Aſpiranten der Gelehrten⸗Gymnaſien, 1 der Kriegsſchule, 1 vom Griechiſchen dispenſirten des Realgymnaſiums und 2 Realiſten:

Die II. Klaſſe zählt 15 Schüler, nämlich 11 Latiniſten und 4 Realiſten;

Die III. 7 1 17 7 1 13 2 7 4 1

Die V. 7 16 1 7 12 7 4 7

Mit der Reorganiſation des Pädagiums in realiſtiſcher Richtung fanden abermals Ver⸗ änderungen im Lehrerperſonal Statt. Der Conrector Dr. Deutſchmann wurde in gleicher Eigenſchaft an das Gymnaſium zu Hadamar verſetzt, und der Conrector Ebhardt vom Gelehrten⸗Gymnaſium zu Wiesbaden der hieſigen Anſtalt zugewieſen. Ferner wurden hierher verſetzt: der Realſchulcandidat Dr. Schäfer*) von der höheren Bürgerſchule zu Wiesbaden und der Elementarlehrer Presber**6) von Grenzhauſen, letzterer hauptſächlich für den Unterricht im techniſchen Zeichnen. Dieſe 3 Lehrer wurden bei der Eröffnung des Winterſemeſters von dem Rector der Anſtalt vorgeſtellt und in ihre neue Dienſtſtellen eingeführt. In Folge dieſer Vermehrung der Lehrkräfte wurden die Elementarlehrer Winnen und Koch, für deren lang⸗ jährige pflichttreue Wirkſamkeit hiermit der Dank der Anſtalt ausgeſprochen wird, von der Ertheilung des Schreib- und Geſangunterrichtes entbunden, und dieſe Unterrichtsgegenſtände dem neu eintretenden Lehrer Presber übertragen.

*) Dr. H. Schäfer, evangel. Confeſſion, geboren zu Dillenburg am 15. September 1833, empfing ſeine Vorbildung im Pädagogium ſeiner Vaterſtadt, dem Real⸗Gymnaſium zu Wiesbaden und dem Seminar zu Idſtein. Hier 1851 abgegangen, fungirte er einige Jahre als Hauslehrer, ging dann als Lehrer an die Grammar-School zu Uppingham, Nutlands., verbrachte einige Zeit in Frankreich und beſuchte, zurück⸗ gekehrt, die Univerſität Gießen. Darauf war er ein Jahr Lehrer am Möller'ſchen Inſtitut zu Ebersdorf, und von Oſtern 1858 bis Herbſt an der höheren Bürgerſchule zu Wiesbadenz ſeit October bekleidet er, proviſoriſch, die Stelle eines Reallehrers am realiſtiſch⸗reorganiſirten Pädagogium zu Dillenburg.

Seine Promotion erfolgte im Januar 1858 an der Univerſität Gießen.

**) Peter Presber, geboren den 13. Februar 1824 zu Heimbach, Amts Langenſchwalbach, beſuchte, nach Entlaſſung aus der Elementarſchule, von 1838 1840 die Realſchule zu Langenſchwalbach und von 1840 1843 das Schullehrerſeminar. Mit dem 1. Auguſt 1843 wurde er mit der proviſoriſchen Aushilfe in Obernhof, Amts Naſſau, beauftragt. Den 1. Januar 1844 kam er als Lehrvikar nach Heiſterberg, Amts Herborn. Am 1. Juni 1847 wurde er nach Hachenburg als Lehrer an die Stadtſchule(mit der Verbindlichkeit, den Zeichenunterricht an der daſigen Realſchule zu ertheilen) befördert. Gleichzeitig über⸗ nahm er an einem Privatinſtitute daſelbſt den Unterricht in: Zeichnen, Arithmetik, deutſche Sprache und Geſang; außerdem leitete er die Turnübungen an dieſer Privatanſtalt. Am 1. Februar 1855 wurde er an die Elementarſchule zu Grenzhauſen, Amts Selters, verſetzt und ertheilte in der dortigen Gewerbe⸗ ſchule ſämmtlichen Zeichenunterricht, ſowie den Unterricht in der Arithmetik und praktiſchen Geometrie.

Mit dem 1. Oktober 1858 wurde er als Zeichenlehrer an die neu crrichtete Bergſchule zu Dillenburg und als Lehrer an das Pädagogium berufen.