Jahrgang 
1915
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2) Beurlaubungen. Nach den Herbstferien wurde Herr Pfarrer Hannappel krankheits- halber beurlaubt. An seiner Stelle übernahm der zum Pfarrverwalter in Diez ernannte Hers kKaphr Lamp die Erteilung des katholischen Religionsunterrichts an der Realschule.

3) Gesundheitszustand. Im allgemeinen liess der Gesundheitszustand des Kollegiums nichts zu wünschen übrig.

Schülerangelegenheiten: 1) Bestand: Am 1. April wurden durch Prüfung in die Real- schule 24, in die Vorschule 5 Schüler aufgenommen, so dass mit Beginn des Schuljahres 1914/15 die Realschule 123, die Vorschule 20 Schüler züählte. Im Laufe des Schuljahres wurden noch 4 Schüler aufgenommen.

2) Unterbringung von auswärtigen Schülern: Im laufenden Schuljahre sind 14 Schüler in Familien in der Stadt untergebracht worden. Es sind stets gute und preiswerte Pensionen in ge- nügender Zahl vorhanden.

3) Gesundheitszustand: Die Gesundheitsverhältnisse der Schüler waren einwandfrei. Von ansteckenden Krankheiten ist die Schule verschont geblieben.

4) Prüfungen: Kurz nach Ausbruch des Krieges unterzogen sich 9 Primaner einer Not- prüfung(1 am 25. August, 8 am 29. September 1914), um nach bestandener Prüfung als Kriegsfrei- willige in das Heer einzutreten. Sämtlichen Prüflingen konnte das Schlusszeugnis zuerkannt werden. Aber nur 2 derselben wurden in das Heer eingestellt; die übrigen 7, die wegen ihrer Jugend von der Militärbehörde zurückgewiesen wurden, mussten bestimmungsgemäss zur Anstalt zurückkehren. Zu Ostern 1915 wurden 21 Primaner geprüft(schriftlich am 11./12. März, mündlich am 18. März). 20 Prüflingen konnte das Schlusszeugnis zuerkannt werden.

Vertreter des Kgl. Kommissars war bei den 3 Prüfungen der stellvertretende Direktor der Anstalt.

5) Ferien: In dem laufenden Schuljahr fielen die Ferien folgendermassen: Pfingstferien vom 29. Mai bis 9. Juni, Sommerferien vom 17. Juli bis 18. August, Herbstferien vom 3. bis 15. Oktober, Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 5. Januar 1915, Osterferien vom 31. März bis 15. April 1915.

6) Stenographie: Eine Anzahl Schüler der Anstalt beteiligte sich an dem vom Gabels- berger Stenographen-Verein veranstalteten Kursus.

Die Schule und der Krieg. Aus dem Lehrerkollegium sind, wie schon erwähnt, 7 Mitglieder dem Rufe des Vaterlandes gefolgt. Von diesen wird der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Weygandt vermisst; Direktor Dr. Liesau findet nach seiner Wiederherstellung von längerer Krank- heit z. Zt. im Garnisondienst in Wiesbaden Verwendung; Oberlehrer Kämpfer, der mit dem Eisernen Kreuze 2. Klasse ausgezeichnet worden ist, kämpfte anfangs in Frankreich, seit seiner Wiedergenesung von den erlittenen Wunden in Russland; Zeichenlehrer Skaliks und der wissenschaftliche Hilfslehrer Dom- bach stehen in Frankreich, Oberlehrer Schäfer in Belgien und der wissenschaftliche Hilfslehrer Kneip wird z. Zt. noch ausgebildet.

Die beiden Primaner, Karl Stern aus Schlüchtern und Kurt Schröter aus Zollhaus, die als Kriegsfreiwillige ins Heer eingetreten sind, stehen in Frankreich. Stern war, bevor er nach dem Westen zog, zu einem Munitionstransport nach Russland kommandiert.

Auch die Schüler daheim haben, wo sich Gelegenheit für sie bot, ihre Anteilnahme an den Kriegsereignissen bekundet, so die Primaner und Sekundaner durch Hilfeleistung bei der Verpflegung der Truppen während der Durchfahrt und später bei dem Transport der Verwundeten vom Bahnhof in die Lazarette, die jüngeren Schüler durch Versorgung der Krieger in den Lazaretten mit Lesestoff. Auch haben viele bei den Erntearbeiten fleissig geholfen.