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genötigt, seine Tätigkeit an der Schule einzustellen; an seine Stelle trat mit Beginn des Schuljahres Herr Pfarrer Bender hier.
Herr Oberlehrer Dr. Gehler war infolge einer Erkrankung um Pfingsten während einiger Wochen beurlaubt. In diesem Falle wie in mehreren anderen Fällen leichteren Unwohlseins wurde die Vertretung innerhalb des Kollegiums geregelt.
Herbst 1910 konnte Herr Professor Meister auf eine 25jährige Dienstzeit an der Anstalt zurückblicken. Das Kollegium überreichte ihm ein Bild zur Erinnerung an das Jubiläumsjahr, wobei Unterzeichneter ihm den Dank der Anstalt für seine erfolgreiche Arbeit abstattete und den Wunsch aussprach, dass er seinem Berufe noch lange erhalten bleiben möge.
Der Gesundheitszustand bei den Schülern war im ganzen günstig; allerdings häuften sich im letzten Winter zeitweise die Influenzaerkrankungen.
Am 14. Juli führte die Anstalt ihren gemeinsamen Sommerausflug aus, der in jeder Beziehung schön verlief. Er führte uns diesmal nach Koblenz, und von dort zu Schiff rheinabwärts nach Königs- winter und dem Drachenfels. Angehörige der Schüler hatten sich in ziemlich grosser Zahl dem Aus- fluge angeschlossen.
Am folgenden Tage, um 9 Uhr vorm., fand in der geschmückten Turnhalle eine engere Schulfeier zum Andenken an die 100. Wiederkehr des Todestages der Königin Luise statt. Nach Liedern und Deklamationen hielt Herr Oberlehrer Dr. Gehler die Festrede, in der er ein Lebensbild der unvergesslichen Königin entwarf. Dann wurden die Schüler in die Sommerferien entlassen.
Die Pfingstferien hatten gedauert vom 13. bis 24. Mai, die Sommerferien dauerten vom 15. Juli bis 16. August, die Herbstferien vom 1. bis 13. Oktober, die Weihnachtsferien vom 21. Dezember bis 4. Januar 1911.
Der 2. September brachte uns die 40. Wiederkehr des Tages von Sedan. Eine kleine Er- innerungsfeier versammelte zuerst die gesamte Schule, an die Herr Prof. Meister eine patriotische An- sprache richtete. Daran schloss sich ein gemeinsamer Spaziergang über Holzheim nach Limburg.
Den Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers feierte die Anstalt am 26. Januar nachm. in der festlich hergerichteten Turnhalle. Die Angehörigen der Schüler waren dazu eingeladen. Chorlieder und Deklamationen, unter letzteren diejenige von Greif's Heinrich der Löwe, III 3, mit verteilten Rollen, wechselten miteinander. In der Festrede gab uns Herr Oberlehrer Dr. Buck ein Bild jener Tage und Preignisse, die dem deutschen Volke die langersehnte Einigung verschafften. Nach dem Kaiserhoch überreichte der Direktor dem Primaner Wolf eine Prämie.
Am 4. Juni empfing die Anstalt den Besuch ihres Dezernenten, des Herrn Provinzialschulrat Dr. Wassner. Als dieser nach Berlin versetzt worden war, erhielt die Anstalt einen neuen Dezernenten in der Person des Herrn Provinzialschulrat Kanzow, der sie am 5. Januar d. J. besuchte.
In den Tagen vom 6.—8. März fertigten die Primaner ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten an. Die mündliche Prüfung fand am 20. März statt, die Geschäfte des Königlichen Kommissars versah der Direktor. Es bestanden sämtliche 19 Prüflinge, 8 von ihnen unter Befreiung vom Mündlichen. Im letzten Herbst hatten bereits 2 Primaner die Schlussprüfung mit Erfolg abgelegt.
Auf Antrag des Kuratoriums beschloss die Stadtvertretung am 4. März, dass von Ostern d. J. ab dié bisherige Direktorwohnung zu Schulzwecken verwendet werden soll. Die Anstalt erhält dadurch den schon lange benötigten Raum zu einigen grösseren Klassenzimmern, zu einem neuen Physikzimmer, einem Ankleideraum für die Turnhalle, einer Modellkammer für den Zeichensaal und verschiedenen Sammlungszimmern.


