1916/17.
An Oſtern 1916 waren 25 Jahre verfloſſen, ſeitdem Direktor Diehl und Reallehrer Keller an unſerer Anſtalt ihre ſegensreiche Tätigkeit aufnahmen. Aus dieſem Anlaſſe ließ auch die Stadt Dieburg durch eine Abordnung beiden Herren herzliche Glückwünſche ausſprechen. Für den im Herres⸗ dienſt ſtehenden Lehramtsaſſeſſor Haas trat Lehramtsaſſeſſor Scharmann in das Lehrerkollegium ein.
Am 19. Juli feierte der frühere Rektor des Biſchöflichen Konvikts Geiſtl. Rat Prof. Engelhardt in Finthen b. Mainz ſein goldenes Prieſterjubiläaum. Aus dieſem Anlaß überſandte unſere Schule „Dem edlen Jugendfreunde in dankbarer Erinnerung herzinnigen Glückwunſch“. Am 3. November wurde Lehramtsaſſeſſor Scharmann an die Oberrealſchule zu Alsfeld verſetzt, da Lehramtsaſſeſſor Haas aus dem Heeresdienſte zurückkehrte und ſeinen Unterricht wieder übernahm.
Im Laufe des Winterhalbjahres traten Reallehrer Keller und Lehramtsaſſeſſor Schnauber in den Heeresdienſt ein. Als Erſatzmann für beide kam am 16. Januar Lehramtsaſſeſſor Ludwig Zerbes.
Am gleichen Tage ſtarb nach kurzer Krankheit der Untertertianer Johannes Würz aus Dieburg. Bei der Beerdigung rief der Direktor„umgeben von Lehrern, Schülern und vielen anderen Leidtragenden dem braven und ſtrebſamen Jungen einen Abſchiedsgruß in die kühle Gruft nach“.
Der fakultativen Abſchlußprüfung nach dem 6. Jahrgang unterzogen ſich 12 Unterſekundaner; ſämtliche Prüflinge beſtanden.
1917/18.
Mit Wirkung vom 1. April 1917 wurde Oberlehrer Friedrich Feickert der Charakter als Profeſſor erteilt. An demſelben Tage wurde Lehramtsreferendar Otto Seitz zum Lehramtsaſſeſſor ernannt. Zu Beginn des Schuljahres fand die Lehrerin der Höheren Mädchenſchule zu Dieburg Frieda Langsdorff,„die uns in ſchwerer Zeit vom 29. Februar 1915 an ausgezeichnete Hilfe geleiſtet hatte“, Verwendung an der Realſchule zu Groß⸗Gerau. Reallehrer Keller kehrte aus dem Heeresdienſte an unſere Schule zurück; als neue Lehrkraft kam Lehramtsaſſeſſor Dr. Burk.
Die Überfüllung der IIIb(mit 59 Schülern) führte bald nach Beginn des Schuljahres zur Errichtung einer Parallelklaſſe. Ihre Führung übernahm Lehramtsaſſeſſor Heinrich Hahn, der vom 10. Mai 1917 an mit der Verwaltung einer Lehrſtelle an unſerer Anſtalt betraut wurde.
Während des Schuljahres wurden 6 Oberſekundaner und 3 Unterſekundaner zum Heeresdienſt einberufen. Den erſteren wurde durch Beſchluß des Lehrerrats vom 12. Juni bezw. 18. September die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienſt bezw. die Primareife, den letzteren auf Grund einer am 12. Juni beſtandenen Notprüfung die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienſt zuerkannt.
Am 18. Juni ſtarb uns ein braver und ſtrebſamer Obertertianer, Joſef Zitzmann aus Landau. Am folgenden Tage geleiteten Lehrer und Mitſchüler die Leiche nach dem Bahnhof, wo der Direktor dem ſo früh Verſchiedenen vor der letzten Fahrt in die irdiſche Heimat einen Abſchiedsgruß zurief.
Am 23. Juli trat Lehramtsaſſeſſor Dr. Phil. Ehrmann aus Geſundheitsrückſichten einen mehr⸗ wöchigen Urlaub an. Seinen Unterricht übernahmen mehrere Kollegen.
Am 2. Oktober begingen wir den 70. Geburtstag des Generalfeldmarſchalls v. Hindenburg durch eine Schulfeier, bei der Lehramtsaſſeſſor Dr. Ehrmann eine begeiſternde Anſprache hielt.
Am 31. Okt. fiel anläßlich der 400 jähr. Wiederkehr des Reformationstages der Unterricht aus.
Am 1. November wurde Lehramtsaſſeſſor Dr. Ehrmann, der ſeit Oſtern 1910 an unſerer Anſtalt tätig war, an das Gymnaſium zu Bensheim verſetzt und bald darauf endgültig angeſtellt. Wir verloren in ihm einen tüchtigen Lehrer und treuen Mitarbeiter. An ſeine Stelle trat Lehramtsreferendar Dr. Ferd. Schwemmler.
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