Jahrgang 
1927
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Zur Geſchichte der nſtalt.

er Mangel an Rohſtoffen und die allgemeine Notlage waren die Veranlaſſung, daß ſeit dem Jahre 1916

von einer Drucklegung des Jahresberichts abgeſehen werden mußte. Es ſollen deshalb in dem gegenwärtigen Berichte die für unſere Anſtalt wichtigſten Ereigniſſe der Jahre 1916 bis 1927 nach den vorliegenden handſchriftlichen Aufzeichnungen in kurzen Zügen mitgeteilt werden.

Die erſten Jahre ſind gekennzeichnet durch die unerbittlichen Notwendigkeiten und Nöte, aber auch durch die Triumphe, die der unſelige Weltkrieg auch für die Schule mit ſich brachte. In letzterer Hinſicht wird mehrfach berichtet über Feiern von Siegen, bei denendie uns anvertraute Jugend dieſe Markſteine in der Geſchichte des Weltkrieges durch erläuternde Anſprachen ihrer Lehrer richtig würdigen lernte. Viel häufiger aber hören wir von produktiver Tätigkeit unſrer Schüler im Dienſte der ver⸗ ſchiedenſten Kriegshilſseinrichtungen, ſo bei der Werbung für die Kriegsanleihen, bei der Sammlung von Goldmünzen, Briefmarken, Kräutern, Pflanzen, Bucheln, Obſtkernen, Laubheu, Altpapier u. dgl. Sie beteiligten ſich ebenſo auch an den Sammlungen und Werbungen für die Marine, die Luftflotte, für den Kriegerheimſtättenbund, die OrganiſationHeimatdank, wie ſpäter, in der Nachkriegszeit, für die Grenzſpende und die Nothilfe. Hierzu kam ſchließlich noch die freiwillige Tätigkeit einzelner Schüler im landwirtſchaftlichen Hilfsdienſt. Wenn nun auch der opferfreudige Eifer von Lehrern und Schülern bei dieſen mannigfachen Arbeiten volle Anerkennung fand, ſo läßt ſich doch nicht leugnen, daß die wiſſen⸗ ſchaftliche Ausbildung der Schüler durch die vielſeitigen Ablenkungen empfindliche Beeinträchtigung erleiden mußte. Hierzu kamen noch die Nachteile für den Schulbetrieb, die aus dem im Kriege ſo häufigen Wechſel der Lehrkräfte, aus den bis in die Nachkriegsjahre ſich hinziehenden Folgen des Kohlen⸗ mangels, der militäriſchen Beſetzung des Schulgebäudes, ſowie verſchiedener Grippe⸗ und Scharlachepidemien erwuchſen. Um ſo höher iſt es bei ſolchen Schwierigkeiten zu bewerten, daß gerade in den ſchlimmen Kriegsjahren in weit ausgedehnterem Maße als ſonſt Prüfungen abgehalten und abgelegt wurden, deren durchweg günſtige Erfolge einen ſchönen Beweis von der wiſſenſchaftlichen Arbeit von Lehrern und Schülern geben. Iſt es ja doch auch dadurch einer überaus großen Zahl von Schülern ermöglicht worden, nach einem vorläufigen Abſchluß ihrer Laufbahn in den Heeresdienſt einzutreten. Daneben verſäumte man ſelbſt in den Kriegsjahren nicht, den Unterricht durch gelegentliche Vorträge und Beſuchen von Muſeen zu beleben. Die Nachkriegszeit brachte dann für die Schüler häufigere Beſuche von Lehrfilmen und für die Lehrer eine Reihe von wiſſenſchaftlichen Kurſen auf den verſchiedenſten Gebieten, die zumeiſt auch von unſrer Anſtalt beſchickt wurden.

Schließlich ſei hier noch der verſchiedenſten Feierlichkeiten gedacht, welche die Schule vor allem nach dem Kriege zu begehen hatte, der Gedächtnistage zur Ehrung großer Männer und Dichter, wie Eſchenbach, Dehmel, Hofmann von Fallersleben, Klopſtock und Freiligrath, der nun jährlich wiederkehrenden Verfaſſungsfeier, ſowie des Jugendfeſtes, nicht zu vergeſſen der Gedenkfeier für unſre gefallenen Krieger.

Nach dieſem allgemeinen Rückblick ſollen im folgenden beſondere Ereigniſſe der einzelnen Jahre der Zeitfolge nach mitgeteilt werden.