Jahrgang 
1903
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Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 5. April wurde mit Wirkung vom 1. April Herr Lehramtsaſſeſſor Georg Bock zum Oberlehrer ernannt.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 17. April wurde mit Wirkung vom 17. April Herr Lehramts⸗ aſſeſſor Heinrich Geißler zum Oberlehrer ernannt.

Am 13. Mai unternahmen wir den üblichen Tagesausflug. Die Ziele waren für

VI: Lichtenberg.

V: Aſchaffenburg.

IV: Rodenſtein.

IIIb: Waldleiningen, Ernſtthal, Kailbach. IIIa: Rothenbuch, Waldaſchaff.

IIb: Saalburg.

IIa: Lichtenau, Lohr.

Herr Oberlehrer Geißler war vom 6. Juni bis zum 2. Auguſt zu einer militäriſchen Pflichtübung ein⸗ gezogen. Nur durch das dankenswerte Entgegenkommen der Herren Rektor Engelhardt und Dr. Bruder war es möglich, den ſtundenplanmäßigen Unterricht ohne weſentliche Störung weiter zu erteilen. 2

Am 14. Juni ſtarb Karl Fiedler, der Oſtern nach IIa verſetzt worden war, aus Geſundheitsrückſichten aber im neuen Schuljahre dem Unterricht fernbleiben mußte. Dem ſo früh Entſchlafenen gaben am 17. Juni Herr Rektor Engelhardt und vier Mitſchüler das letzte Geleit.

Am 17. Juni beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterrichte in den meiſten Klaſſen bei.

Am 23. Juli erhielten wir die erfreuliche Mitteilung, daß laut Bekanntmachung des Reichsamtes des Innern vom 12. Juni, abgedruckt im Anhange des Centralblattes für das deutſche Reich, Nr. 26 vom 20. Juni, fortan auch die Progymnaſiaſten unſerer Anſtalt das wiſſenſchaftliche Befähigungszeugnis zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt bereits nach durchlaufener Unterſekunda erlangen können, wenn ſie ſich der Abſchlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 mit Erfolg unterziehen.

Am 31. Juli fand unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrates Nodnagel eine Nachprüfung ſtatt.

Am 11. Auguſt begannen die fünfwöchigen Herbſtferien.

Seit Beginn des Winterhalbjahres erteilt Herr Pfarrer Guſtav Weißgerber, der Nachfolger des nach Horchheim bei Worms verſetzten Herrn Pfarrvikars Wilhelm Vogel, den evangeliſchen Religionsunterricht.

Am 30. September fand unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrates Nodnagel eine außerordent⸗ liche Abſchlußprüfung ſtatt.

Am 1. Oktober ſchied Herr Lehramtsaſſeſſor Georg Flach aus dem Lehrkörper aus, um ſeiner Militär⸗ pflicht in Butzbach zu genügen. An ſeine Stelle trat Herr Lehramtsacceſſiſt Max Halm.

Max Halm wurde geboren am 2. Juli 1874 zu Bingen a. Rh. Nachdem er zuerſt die Volksſchule, ſodann die Realſchule ſeiner Vaterſtadt beſucht hatte, trat er Oſtern 1890 in das Realgymnaſium zu Mainz ein, das er Oſtern 1892 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Von 18921898 war er im Volksſchuldienſte tätig(von Herbſt 1892 bis 9. Mai 1896 an unſerer Anſtalt), ſtudierte dann in Gießen neuere Philologie und beſtand Sommer 1902 die Staatsprüfung daſelbſt.

Der 25. November und der 27. Januar wurden feſtlich begangen. In gleich trefflicher Weiſe ſprachen Herr Oberlehrer Seeger über die künſtleriſchen Beſtrebungen des heſſiſchen Fürſtenhauſes und Herr Oberlehrer Rouge über die Entwickelung der deutſchen Flotte.

Am 26. November fand eine Religionsprüfung der israelitiſchen Schüler durch Herrn Rabbiner Dr. Marx aus Darmſtadt ſtatt.

Am 5. Januar mußte Herr Oberlehrer Kinkel aus Geſundheitsrückſichten um Urlaub nachſuchen, der ihm in einzelnen Stufen bis zum 8. März bewilligt wurde. Nachdem Herr Lehramtsacceſſiſt Konrad eine Zeitlang den Unterricht in der Phyſik für ihn erteilt hatte, wurde durch Verfügung Großh. Miniſteriums des Innern(A. f. Sch.) vom 7. Februar Herr Lehramtsacceſſiſt Otto Diehl, Mitglied des pädagogiſchen Seminars zu Gießen, als Vertreter des Erkrankten beſtimmt und trat am 13. Februar ſeinen Dienſt an.

Otto Diehl wurde geboren am 18. Januar 1879 zu Michelſtadt i. O. Nachdem er dort ein Jahr lang die Volksſchule beſucht und dann die Realſchule abſolviert hatte, trat er Oſtern 1895 in das Realgymnaſium zu Mainz ein, das er Frühjahr 1897 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Von 1897 1901 ſtudierte er in Gießen Natur⸗ wiſſenſchaften und beſtand daſelbſt im Februar 1902 die Staatsprüfung. Seit dem 8. April 1902 gehört er dem pädagogiſchen Seminar des Gymnaſiums zu Gießen an.

Am 12. Januar beſuchten Lehrer und Schüler die kinematographiſchen Vorführungen des deutſchen Flotten⸗ Vereins imWeißen Roß. Einer Anſprache des Unterzeichneten über die Bedeutung der deutſchen Flotte folgten ernſte und heitere Bilder aus unſerem Seeleben.

Der am 1. Februar vorgelegte Entwurf einer den örtlichen Verhältniſſen entſprechenden Schulordnung wurde vom Großh. Miniſterium des Innern(A. f. Sch.) am 6. Februar genehmigt. Sie tritt mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft.

Der 13. Februar 1903 wird ein denkwürdiger Tag in der Geſchichte unſerer Anſtalt ſein. Auf den in der Sitzung des Kuratoriums vom 28. Januar erſtatteten Bericht des Unter⸗