Jahrgang 
1901
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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Die vorjährige Entlaſſungsprüfung, die am 3. April unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrates Nodnagel ſeattfand, beſtanden folgende 16 Schüler der IIa: 1. Altenhövel, Peter aus Barmen(wird Landwirt). 2. Becker, Joſeph aus Lörzweiler(Unterprima G. Bensheim). 3. Brendel, Clemens aus Babenhauſen(Unterprima G. Mainz). 4. Funke, Gerhard aus Gernsheim(Unterprima G. Mainz). 5. Fußhöller, Karl aus Rüdesheim(Unterprima G. Mainz). 6. Hambelmann, Martin aus Boppard(Unterprima G. Mainz). 7. Jäger, Georg aus Frankfurt a. M.(tritt in ein Bankgeſchäft ein). 8. Jakobs, Matthias aus Erbringen(Unterprima G. Bensheim). 9. Keller, Johannes aus Bruckhauſen(Unterprima G. Mühlheim a. d. R.). 10. Mettlach, Friedrich aus Kirn(geht zur Poſt). 11. Roth, Georg aus Altheim(wird Volksſchullehrer). ¼ 12. Schott, Friedrich aus Altheim(Unterprima N. G. Darmſtadt). 13. Steiner, Norbert aus Xanten(Unterprima G. Bensheim). ⁴14. Waxweiler, Nikola aus Köln(Unterprima G. Siegburg). 15. Welker, Felix aus Herzogenaurach(Unterprima G. Mainz). *16. Zimmermann, Emil aus Dieburg(Unterprima G. Mainz).

6 Schüler(ſ.*) waren vollſtändig, 2 Schüler(ſ.+.) teilweiſe von der mündlichen Prüfung befreit.

Von den 26 Abiturienten des Jahres 1899 widmete ſich einer der Kaufmannſchaft, einer der Elektrotechnik, einer der Ingenieurwiſſenſchaft. 4 erhielten das Reifezeugnis für Oberſekunda. Die übrigen 19 traten in die Unter⸗ prima eines Gymnaſiums bezw. einer Oberrealſchule ein. Von ihnen erhielten 13 nach 2 Jahren das Maturitäts⸗ Zeugnis. S8 waren vollſtändig von der mündlichen Prüfung befreit.

Am 12. April wurden die Lehramtsacceſſiſten Spiegel und Geißler zu Aſeeſſoren ernannt.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 20. April wurde den definitiv angeſtellten akademiſch gebildeten Lehrern in den höheren Lehranſtalten die DienſtbezeichnungOberlehrer verliehen.

Kurz vor den Oſterferien wurde Herr Acceſſiſt Spiegel zu achtwöchentlicher militäriſcher Pflichtübung in Straßburg eingezogen und konnte erſt nach den Pfingſtferien ſeinen Unterricht wieder aufnehmen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden die heſſiſchen Realſchulen neu eingerichtet. Sie zählen jetzt 7 Klaſſen, die die Namen Sexta(VI), Quinta(V), Quarta(IV), Untertertia(lIIb), Obertertia(IIIa), Unterſekunda(IIb) und Oberſekunda(IIa) führen. Auch wir führten die neuen Bezeichnungen ein und unterrichten ſeit dem 1. Mai v. J. nach dem neuen Lehrplane für die Realſchulen des Großherzogtums Heſſen(Darmſtadt 1899, Buchhandlung Großh. Staatsverlags), der auf die Abſchlußprüfung nach dem 6. Jahrgange(alſo im Normalalter von 15 Jahren) hinarbeitet. Vorläufig iſt aber die höhere Bürgerſchule zu Dieburg noch unter denjenigen Anſtalten eingereiht, bei denen das Beſtehen der Entlaſſungsprüfung aus der oberſten Klaſſe(lla) zur Darlegung der Befähigung für den einjährig⸗ freiwilligen Dienſt gefordert wird.(S. Centralblatt für das Deutſche Reich Nr. 29 v. 6. Juli 1900.) Wir glauben jedoch hoffen zu dürfen, daß unſere Anſtalt im kommenden Schuljahre den andern 7klaſſigen höheren Schulen des Groß⸗ herzogtums gleichgeſtellt wird.

Am 21. Mai trat Herr Pfarrer Kellner einen viermonatlichen Urlaub an; während dieſer Zeit erteilte Herr Pfarrvikar Wilhelm Hotz aus Laubach den evangeliſchen Religionsunterricht.

Am 29. Mai unternahmen wir unſeren Tagesausflug. Die Ziele waren für

VI: Lichtenberg.

N: Melibokus, Auerbacher Schloß.

IV: Heiligenberg, Felsberg, Auerbach. IIIb: Groß⸗Umſtadt, Breuberg, Neuſtadt, Reinheim. IIIa: Stockſtadt, Rückersbacher Schlucht, Johannisberg, Aſchaffenburg. IIb: Homburg, Saalburg.

Ila: Niederwalddenkmal, Rochusberg.

Am 23. Juni hielten die Lehrer des Deutſchen in den einzelnen Klaſſen Vortrag über die Bedeutung Gutenbergs.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 7. Juli wurde mit Wirkung vom 20. April Herr Lehramts⸗Aſſeſſor Krauß zum Oberlehrer an der hieſigen Schule ernannt und von dem Unterzeichneten in den Dienſt eingeführt.

Am 14. Juli verließ uns Herr Schulverwalter Joſeph Sadeck, der ſeit Oſtern 1898 mit großem Eifer an unſerer Schule gewirkt hatte, um eine definitive Lehrerſtelle in Schönnen(Kreis Erbach) zu übernehmen. An ſeine Stelle trat Herr Schulverwalter Karl Germann.

Karl Germann iſt geboren am 21. April 1879 zu Flonheim i. Rheinheſſen. Er beſuchte zuerſt die Volks⸗ ſchule ſeiner Heimat, dann die Präparandenanſtalt zu Wöllſtein, hierauf das Lehrerſeminar zu Alzey. Am 22. März 1899 erhielt er ſeine erſte dienſtliche Verwendung als Schulgehilfe und ſpäter als Schulverwalter in Schönnen(Kreis Erbach), wo er bis zu ſeiner Verſetzung an unſere Schule verblieb..