Geſchichte der Anſtalt
Der Lehrkörper
Das neue Schuljahr begann am 23. April. Studienrat Strauch wurde mit Wirkung vom 23. April an die hieſige Liebigsoberrealſchule verſetzt; mit der kommiſſariſchen Verwal⸗ tung ſeiner Stelle wurde der überplanmäßige Studienrat Dr. Kaffenberger von der genannten Schule betraut.— Studienrat Finkenwirth wurde mit dem gleichen Tage an das hieſige Realgymnaſium verſetzt, für ihn trat einſtweilen kommiſſariſch Studienrat Dr. Büchner von dieſer Schule an die unſere über.— Frl. Veith, für die Frl. Cramer eine halbe Vertretung bis zu den Oſterferien übernommen hatte, nahm ihren Dienſt wieder voll auf.— Am 4. Juni erhielt die Schulamtsanwärterin Eliſabeth Helm, die Weih⸗ nachten 1927 bei uns als Volontärin eingetreten war, eine halbe Verwendung an der hieſigen Eleonorenſchule.— An dem gleichen Tage trat die Anwärterin Hedwig Geibel zu frei⸗ williger Tätigkeit bei uns ein und verblieb bei uns bis zum 4. Februar 1929, wo ihr die Vertretung eines Lehrers in Stockſtadt am Rhein übertragen wurde.— Am 1. September wurde Dr. Büchner durch Verfügung des Herrn Miniſters für Kultus und Bildungsweſen zum Studienrat an der Viktoriaſchule ernannt.— Am 20. September ſah ſich Prof. Bock aus Geſundheitsrückſichten genötigt, um Urlaub bis Weihnachten nachzuſuchen.— Für Prof. Bock wurde uns am 15. Oktober Studienaſſeſſor Dr. Wamſer, ſeither am Lyzeum in Alzey, als Vertreter überwieſen. Am 1. Januar 1929 trat Prof. Bock, der mit dem gleichen Tage zum Oberſtudienrat ernannt worden war, in den Ruheſtand. Dr. Wamſer führte ſeinen Unterricht weiter. Faſt 22 Jahre hat Profeſſor Bock ſeine beſten Kräfte unſerer Schule gewidmet. Während dieſer Zeit führte er ſeine Schülerinnen in das weite Gebiet der Natur⸗ wiſſenſchaften, beſonders in das der Chemie, ein. Seine freundliche und gütige Art gewann ihm das Vertrauen ſeiner Schülerinnen wie auch die Achtung und Verehrung ſeiner Amts⸗
genoſſen. Wir wünſchen ihm von Herzen, daß er noch recht viele Jahre ſeines Ruheſtandes
in Geſundheit verleben möge. Am 21. November verſchied zu Aue im Erzgebirge im 83. Lebensjahre Prof. i. R. Dr. Julius Röll, deſſen Name mit der Erziehung von vielen Hunderten Darmſtädter Frauen und Mädchen verknüpft iſt. Im Herbſt 1876 erfolgte ſeine Berufung als Lehrer für Naturwiſſenſchaften an die Höhere Mädchenſchule(jetzige Studien⸗ anſtalt Viktoriaſchule) nach Darmſtadt. Röll war nicht nur im praktiſchen Unterricht ſeinen Schülerinnen ein außerordentlich anregender Lehrer, ſondern er war auch beſtrebt, durch Wort und Schrift dem naturwiſſenſchaftlichen Unterricht an den höheren Mädchenſchulen die ihm gebührende Stellung zu verſchaffen. Auf ausgedehnten Reiſen, die ihn bis nach dem nord⸗ amerikaniſchen Weſten führten, ſuchte er durch eigene Forſchungen ſeine naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſe zu erweitern und zu vertiefen. Auf dem Gebiete der Pilzforſchung war Röll ein ausgezeichneter Kenner, auf dem der Moosforſchung eine weithin bekannte Autorität. Nach 35jähriger Tätigkeit trat Dr. Röll am 1. Juli 1911 in den Ruheſtand, den er in ſeiner Heimat Thüringen und ſpäter in Aue im Erzgebirge verlebte. Das Andenken des Ver⸗ ſtorbenen wird in der Geſchichte der Studienanſtalt zu Darmſtadt für immer weiterleben.— Durch Verfügung des Herrn Miniſters für Kultus und Bildungsweſen wurden ernannt: zum Oberreallehrer Reallehrer Nehrbaß(am 8. Februar 1929), zu Oberreallehrerinnen die Lehrerinnen Rohde, Nick, Dornbuſch(am 8. Februar), Krüger(am 13. Februar),
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