Jahrgang 
1927
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Die Vertretung des Herrn Dr. Götz übernahm die Studienaſſeſſorin Dr. Erna Schudt mit Wirkung vom 18. Oktober an. Für das Winterhalbjahr wurden dadurch verſchiedene AÄnderungen im Stundenplan notwendig. Am 23. Februar verſchied Frl. Marie Mootz, die vor ihrer Verſetzung in den Ruheſtand 33 Jahre dem Lehrkörper unſerer Schule angehört hatte. Bei der Beiſetzung, die in aller Stille ſtattfand, legte Oberſtudienrat Dr. Bergmann einen Kranz im Namen der Direktion und des Lehrerkollegiums nieder. Am 8. Februar ſah ſich Frl. Rohde gezwungen, um einen Erholungsurlaub bis Oſtern nachzuſuchen. Frau Steinmetz wurde am 15. Februar beauftragt, für dieſe Zeit Aushilfe zu leiſten. Am Ende der Pfingſtferien nahm der Direktor an der Tagung teil, die der Verein deutſcher Direktorenlinnen) für das höhere Mädchenſchulweſen in Jena abhielt. Frl. Hubing wurden im Anſchluß an die Sommerferien 14 Tage Urlaub zu einer Studienreiſe nach England gewährt(12. Juli bis 24. Auguſt). Frl. Holtz nahm vom 30. Auguſt bis 22. September an dem Turnkurs in Bensheim teil. Profeſſor Praetorius war vom 20. bis 25. September zur Tagung der Geſellſchaft deutſcher Naturforſcher und Arzte in Düſſeldorf beurlaubt. Profeſſor Sandmann beſuchte den biologiſchen Fortbildungskurs in Gießen(beurlaubt vom 11. bis 16. Oktober.) Frl. Walther nahm vom 11. bis 16. Oktober an den Veranſtaltungen der Reichsſchulmuſikwoche in Darmſtadt teil.

Dem pädagogiſchen Seminar gehörte im Sommerhalbjahr die Studienreferendarin Dr. Eliſabeth Ritz an. Herbſt 1926 wurde ſie zur Ableiſtung ihres Probejahres der Liebigs⸗ Oberrealſchule zu Darmſtadt überwieſen. Die Studienreferendarin Dr. Emmi Dietert geb. Weimar hielt am 22. Mai ihre Probelektionen, am 31. Mai legte ſie die Staatsprüfung unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block ab.

An dem Schulgebäude

wurden auch in dieſem Jahre wieder Ausbeſſerungen in größerem Umfang vorgenommen. Die Arbeiten ſind zum Teil noch im Gange, werden aber in den Oſterferien zum Abſchluſſe kommen. Wir faſſen die Arbeiten der letzten 2 Jahre im folgenden zuſammen: Sämtliche Klaſſenzimmer, die Lehrſäle, Lehrer⸗ und Lehrerinnenzimmer, das Direktorzimmer wurden

neu hergerichtet. Die Klaſſenſäle des 2. und 3. Stocks erhielten elektriſche Beleuchtung.

Vor allem wurde endlich ein naturwiſſenſchaftlicher Lehrſaal eingerichtet, die dazugehörigen Sammlungen wurden in zwei anſtoßenden Räumen untergebracht. Das phyſikaliſche und das chemiſche Übungszimmer wurden ihrem urſprünglichen Zwecke wieder zurückgegeben. Das Kartenzimmer neben dem Handarbeitsſaal wurde in einen Waſchraum verwandelt, zu dem der Handarbeitsſaal eine Verbindung erhielt. Die Lehrerbücherei, für die die dringend notwendigen Büchergeſtelle beſchafft wurden, wurde ſo eingerichtet, daß ein Arbeitsraum mit einer Handbücherei für den Lehrkörper von der eigentlichen Bücherei abgetrennt wurde.

Auch die Schülerinnenbücherei erhielt einen eigenen Raum. Die Lehrmittel für Geſchichte,

Kunſtgeſchichte, Erdkunde wurden günſtiger untergebracht. In dem Phyſikſaal wurde die alte Verdunklung erſetzt, der Singſaal, der in Zukunft auch dem kunſtgeſchichtlichen Unter⸗ richt dienen ſoll, und der neue Biologieſaal wurden ebenfalls zur Verdunklung eingerichtet. Damit iſt die Möglichkeit gegeben, daß der reiche Vorrat an Glasbildern, namentlich ſolchen für die Kunſtgeſchichte, auch ausgenutzt wird. Endlich wollen wir noch erwähnen, daß die

Schule an die Fernſprechanlage der Stadt Darmſtadt angeſchloſſen wurde. Die Direktion

iſt von der Poſt über dasStadtamt zu erreichen. Der Stadt Darmſtadt aber, die für dieſe Arbeiten, die nicht zum wenigſten dem eigentlichen Unterrichtsbetrieb zugute gekommen ſind, die Mittel bereit geſtellt hat, gebührt unſer herzlichſter Dank.

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