V. Geſchichte der Anſtalt Der Lehrkörper b
Das neue Schuljahr begann am 19. April. Mit dieſem Tag nahm Frl. Seip, die bis zu den Oſterferien beurlaubt war, ihren Dienſt wieder auf. Der Rückgang an Anmeldungen für die Aufnahmeklaſſe hatte zur Folge, daß nur eine Sexta gebildet werden konnte und zwei Stellen abgebaut werden mußten. Studienaſſeſſor Dr. Grebert kam an die hieſige Eleonorenſchule, die Studienaſſeſſorin Dr. Elsbeth Schweisgut an die Realſchule zu Oppenheim. Ferner ſchieden die Studienaſſeſſorinnen Dr. Plagge und Dr. Schork, die bei uns im Winter⸗ halbjahr volontiert hatten, aus, erſtere, um hier eine Stelle an dem Kindergärtnerinnen⸗ Seminar des Alice⸗Frauenvereins zu übernehmen, die letztere wurde mit einer Aushilfe⸗ leiſtung an der Oberrealſchule in Alsfeld beauftragt. Der Schule wurden überwieſen: Die Anwärterinnen für das höhere Lehrfach Frau Mathilde Steinmetz, Erna Hubertus, Gertrud Reiſchel und Amalie Lang(letztere trat am 1. November 1926 an die Mornewegſchule über), die Anwärterinnen für die techniſchen Lehrfächer Annelieſe Cramer, Dorothea Lang, Marie Tönges und Erika Weiſe. Frl. Tönges erhielt bereits am 7. Juni Verwendung als Haus⸗ wirtſchaftslehrerin in Groß⸗Bieberau, am 6. Januar 1927 wurde Frl. Cramer mit der Vertretung der erkrankten Handarbeitslehrerin Willenbücher an der hieſigen Eleonorenſchule beauftragt. Frl. Weiſe ſchied am 25. September 1926 aus, um ihren Vorbereitungsdienſt an der Fortbildungsſchule zu Darmſtadt fortzuſetzen, am 31. Januar 1927 Frl. Dorothea Lang, die zu dem gleichen Zweck an die Aliceſchule überging. Am 15. Auguſt trat die Studienaſſeſſorin Dr. Schork als Volontärin wieder bei uns ein, am 20. Oktober wurde ſie mit einer Aushilfeleiſtung an der hieſigen Eleonorenſchule betraut. Auf ärztliches Anraten mußte Studienrat Dr. Zimmermann am 16. Auguſt um einen Erholungsurlaub von 6 Wochen nachſuchen. Er wurde vertreten durch die Pfarraſſiſtenten Dr. Wendel, Lein, Weinberger und Georgi. Mit Beginn des Winterhalbjahres nahm er ſeinen Dienſt wieder auf. Profeſſor Sandmann war vom 14. Juni bis 3. Juli erkrankt; vom 25. Juni ab fehlte Frl. Veith ebenfalls 3 Wochen. Die Vertretung wurde in beiden Fällen vom Kollegium übernommen. Am 30. Oktober feierte Profeſſor Dr. Röll auf Gut Kloſterli bei Aue im Erzgebirge in voller Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Dem ehemaligen Amtsgenoſſen, dem hochverdienten Lehrer und Forſcher ſandte der Lehrkörper die herzlichſten Glückwünſche. Einen überaus ſchweren Verluſt hat unſere Schule in dieſem Jahr zu beklagen. Studienrat Dr. Hermann Götz verſchied unerwartet am 14. November 1926 an den Folgen einer Operation, der er ſich in einem Krankenhaus in Worms unterzogen hatte. Am 17. November fand vormittags in der Turnhalle unſerer Schule eine Trauerfeier ſtatt, bei welcher der Direktor die Gedächtnisrede hielt. Am Nachmittag fuhren der Lehrkörper, die Klaſſe des Verſtorbenen und Vertreterinnen der übrigen Schulklaſſen nach Worms, wo die Beiſetzung erfolgte.— Über 10 Jahre hat Dr. Götz in raſtloſer Arbeit und vorbildlicher Pflichttreue an unſerer Schule gewirkt. Durch ſein gründliches und vielſeitiges Wiſſen, ſeine ernſte Lebensauffaſſung verſtand er es, ſeine Schülerinnen zu ernſten, tüchtigen Menſchen zu erziehen. Seine Güte und ſein ſtets hilfsbereites Weſen gewannen ihm die Liebe und das Vertrauen der Jugend. In ſelbſtloſer Weiſe hat er ihr manche freie Stunde geopfert. Sein Geſchick und ſeine Geduld im Handfertigkeitsunterricht, den er freiwillig übernommen hatte, waren bewunderungswürdig.


