Jahrgang 
1909
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A. Schulbericht der Viktoriaschule und des Lehrerinnenseminars über die Schuljahre 1907/08 und 1908/09.

1907/08.

Das Schuljahr 1907/08 begann für Schule und Seminar Montag den 8. April um 8 ½ und 9 ½ Uhr, nachdem die Anmeldungen für das Seminar am I. April, die für die Schule am 20. März 1907 entgegengenommen worden waren. Infolge der starken Zunahme mußte für die neugebildete Klasse, Seminar Üb, ein Klassenzimmer hergerichtet werden. Die 31 Klassen verteilten sich Ostern 1907 folgendermaßen: Seminar Tab, zab, zab; Schule: Iab, Ilab, IIlabc, IVabc, Vabc, VIabc, VIIabc, VIIIab, IX ab, Xab, so daß in 5 Klassen 3 Parallelklassen bestanden. Die Schüle- rinnenzahl belief sich in Schule und Seminar bei Beginn des Schuljahres auf 916 gegen 902 im Vorjahre. Näheres s. Statistik S. 20.

In den Lehrkörper traten Ostern 1907 neu ein die Oberlehrer Herr F. Bock1), seither Leiter der Höheren Bürgerschule in Babenhausen, und Herr Ph. Gütlich ²), seither an der Real- schule und dem Progymnasium in Bingen, und als provisorischer Lehrer Herr Pfarrer F. Kunkel, seither Pfarrer in Fürth im Odenwald.

Am 25. April 1907 trat Fräulein Luise Herrmann⁴) als Hilfslehrerin für Handarbeit und Turnen in die Viktoriaschule ein und übernahm im jahre 1908 auch die Handarbeitsstunden des an die Volksschule in Bessungen versetzten Fräulein Willenbücher.

Im Herbst verließ Herr Lehramtsassessor Dr. Schmidt die Anstalt, um an eine höhere Lehranstalt der Stadt Düsseldorf überzugehen. An seine Stelle trat im Oktober Herr Lehramts- assessor Karl Mangold).

¹) Franz Bock, geboren am 29. März 1866 zu Hofheim bei Worms, besuchte die Realschule zu Worms und das Realgymnasium zu Mainz, studierte auf den Hochschulen zu Darmstadt und Gießen und bestand im Fe bruar 1892 das Fakultätsexamen in der Chemie, Mineralogie, Botanik, Zoologie, Physik und Geographie. Seinen Akzeß erledigte er am Neuen Gymnasium zu Darmstadt und fand darauf Verwendung an der Realschule zu Worms im Sommer 1893, an der Höheren Bürgerschule zu Dieburg von 1894-1898 und als Leiter der Höheren Bürgerschule zu Babenhausen von 1898 1907. Zu Ostern 1907 wurde er alsdann an die Viktoriaschule und das Lehrerinnen- seminar zu Darmstadt versetzt.

²) Philipp Gütlich, geboren am 15. September 1876 zu Rüsselsheim a. Main, besuchte die Volksschule seiner Heimat, dann das Realgymnasium zu Mainz, das er Ostern 1896 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er studierte die neueren Sprachen und Geschichte in Gießen, wo er Sommer 1000 seine Staatsprüfung bestand. Herbst 1900 zum Akzeß am Realgymnasium Darmstadt zugelassen, war er daselbst von Januar bis April 1901 vorüber- gehend, dann dauernd verwendet. Mit Wirkung vom 1. April 1905 wurde er zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen ernannt. Nach zweijähriger Tätigkeit an dieser Anstalt erfolgte seine Versetzung an die Viktoriaschule und das Lehrerinnenseminar in Darmstadt.

³) Luise Herrmann, geboren am 21. Februar 1878 zu Mainz, besuchte daselbst die Volksschule und später verschiedene Kurse in weiblichen Handarbeiten. Im Jahre 1906 trat sie in die hiesige Aliceschule ein und bestand im September d. Js. ihr Examen als Handarbeitslehrerin. Auch besuchte sie einen von Herrn Turninspektor Schmuck geleiteten Turnkursus. Von Oktober 1906 bis April 1907 hospitierte sie an der hiesigen Alice- und der Viktoriaschule, sowie an der Mädchenmittelschule II. Am 25. April 1907 trat sie als Hilfslehrerin für Handarbeit und Turnen ein.

¹) Karl Mangold, geboren am 27. Dezember 1882 zu Berlin, besuchte von Ostern 1889 ab die Vorschule zu Mainz, das Gymnasium zu Worms und das Ludwig-Georgs-Gymanasium zu Darmstadt, wo er Ostern 1901 die Reifeprüfung bestand. Er studierte in Berlin und Jena Deutsch und Geschichte. Nach seinem Staatsexamen(Jena, Mai 1905) war er bis Ostern 1906 Mitglied des Pädagogischen Seminars am Neuen Gymnasium. Danach erhielt er einen Urlaub von 16 Monaten zu einem Aufenthalt in Paris; Reisen in die Schweiz, nach Italien und Griechenland schlossen sich daran an. Nach einer Verwendung von 6 Wochen am Ludwig-Georgs-Gymnasium wurde er im Oktober 1907 mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle an der Viktoriaschule betraut.

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