— 8—
Frl. Gertrude Seip aus Darmstadt, Frl. Erna Winkelmann aus Hirschhorn a. N., „ Amalie Stroh aus Darmstadt,„ Wally von Zedlitz und Neukirch aus Darmstadt, „ Christina Trautwein aus Lonsheim,„ Anna TZilch aus Heppenheim a. d. B.
„ EFlisabeth Wagner aus Heilbronn,
Die schriftliche Prüfung fand vom 4.—7., die Lehrproben am 18., die Turnprüfung am 21., die Zeichenprüfung am 23. und die mündliche Prüfung am 25. und 26. Februar 1907 statt. Durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums vom 21. Januar 1907 war der Direktor als Regierungskommissar bestellt. Von den 27 Prüflingen bestanden:
7 mit der Note I sehr gut, 15 2) 5 2) I gut, 5„„„»„ III genügend.
Die Entlassung der von der Schule abgehenden Schülerinnen fand am 190. März statt. Von den 70 Schülerinnen der beiden ersten Klassen der Schule meldeten sich 41 zum Eintritt in das Seminar, außerdem 10 andere aus Hessen. Der Unterricht schloß am 20. März. Am gleichen Tage wurden von 10—1 Uhr die Anmeldungen für die Schule entgegengenommen.
Da die Zunahme der Schülerinnen sowohl in der Schule wie auch im Seminar anhält, ist der Beschluß gefaßt, auf dem Platze der alten Gasanstalt im Nordviertel, den Bau einer zweiten Höheren Mädchenschule in Angriff zu nehmen, welche zunächst sowohl die Schülerinnen von der vormals Reineckschen Schule wie die Uberzahl der Viktoriaschule aufnehmen würde; wir hoffen, daß der Bau so beschleunigt wird, daß das neue Schulgebäude Ostern 1910 bezogen werden kann.
Höhere Mädchenschule(vormals Reineck).
Wie oben S. 5 erwähnt, ging die aus den 4 untersten Schuljahrklassen bestehende Reinecksche Schule am 1. April 1906 in den Betrieb der Stadt über. Diese Schule wurde am 6. Oktober 1851 von dem städtischen Lehrer Johann Heinrich Reineck gegründet und nach dessen am 11. Februar 1880 erfolgtem Tode von seiner Tochter, Frl. Marie Reineck, bis zu dem eben erwähnten Zeitpunkt weitergeführt. Die Anstalt hat während dieses mehr als fünfzigjährigen Bestehens segensreich gewirkt und Hervorragendes auf dem Gebiete der Erziehung geleistet.— In Anerkennung dieser Verdienste wurde Fräulein Reineck durch die Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Die Schule wurde nunmehr der Direktion der Viktoriaschule unterstellt, die Schulzimmer vollständig neu hergestellt, mit neuen Lehrmitteln ausgestattet und zunächst teilweise mit neuen Subsellien versehen. Im übrigen blieb das Schul-— geld in gleicher Höhe wie bis dahin— 84 M. das Jahr— bestehen; der Lehrplan und die inneren Einrichtungen wurden den Klassen VII—X der Viktoriaschule vollständig angepaßt. Die bisherigen 5 Lehrerinnen wurden von der Stadt übernommen und verteilten sich, wie folgt, auf die 4 Klassen: Schulverwalterin Frl. Dittmar) übernahm Klasse VIIR und erteilte folgende Stunden in dieser Klasse: 2 Relig., 6 Deutsch, 6 Französ., 3 Rechnen, 2 Geographie und 2 Ge- schichte, zusammen 21 Stunden. Schulverwalterin Frl. Fertsch¹⁰) übernahm Klasse IIIR und erteilte in dieser Klasse folgende Stunden: 2 Relig., 11 Deutsch, 4 Rechnen, 2 Naturgeschichte, 2 Schreiben, zusammen 21 Stunden; Schulverwalterin Frl. Nau¹l) übernahm Klasse IXR und erteilte 2 St. Schreiben, 2 St. Naturgeschichte in Klasse VIIR, außerdem 18 St. in Klasse IX R, zu- sammen 22 Stunden; Schulverwalterin Frl. Bausch ¹²) übernahm Klasse X R’rund erteilte außer
3) s. S. 3.
¹⁰) Lebenslauf: Bertha Fertsch, geboren am 25. Oktober 1862 zu Friedberg in Oberhessen, besuchte zuerst die Schule in Butzbach, von Herbst 1869 ab die Höhere Mädchenschule und das Lehrerinnenseminar zu Darmstadt und bestand Ostern 1880 die Staatsprüfung. Nachdem sie einige Jahre im Pensionat ihrer Mutter unterrichtend tätig war, trat sie im Oktober 1886 als Lehrerin in die Reinecksche Privatschule für Mädchen ein, woselbst sie bis Ostern 1906 verblieb. Mit dem Ubergang dieser Schule an die Stadt— Ostern 1906— wurde ihr die Stelle einer Schulverwalterin an der ehemals Reineckschen Schule übertragen.
¹¹) Lebenslauf: Karoline Nau, geboren am 5. Oktober 1881 zu Darmstadt, erhielt ihre erste Schul- bildung im Reineckschen Institut. Dann besuchte sie die Viktoriaschule und das Lehrerinnenseminar und bestand Ostern 1901 die Staatsprüfung. Zu ihrer weiteren Ausbildung hielt sie sich ein Jahr in der französischen Schweiz auf und war dann zwei Jahre als Erzieherin in Friedberg tätig. Ostern 1905 trat sie als Lehrerin in das Reinecksche Institut ein, und als dasselbe Ostern 1906 von der Stadt übernommen wurde, blieb sie daselbst als Schulverwalterin.
¹²) Lebenslauf: Emma Bausch, geboren in Darmstadt am 27. März 1869, besuchte die Viktoriaschule und das Lehrerinnenseminar zu Darmstadt und bestand Ostern 1888 die Staatsprüfung. Herbst 1889 trat sie als Lehrerin am Reineckschen Institut ein und wurde, als dasselbe im April 1906 in städtische Verwaltung über- ging, als Schulverwalterin daselbst verwendet.


