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wird der billigen, der bedenkt, daß die für das humanistische Gymnasium allerwärts verlangten und hie und da versuchsweise eingeführten Reformen noch nicht abgeschlossen sind.
Doch überlassen wir die unbestimmte Zukunft unseren Nachkommen, halten wir uns heute an die fröhliche Gegenwart und gedenken wir nun vor allem derjenigen, welche zu dem Gelingen des herrlichen Werkes, das wir heute beziehen dürfen, mittelbar oder un- mittelbar beigetragen haben. Unser Dank gilt heute nicht wenigen.
Viele, die den Anstob zu dem schon 1887 von Herrn Direktor Dr. Worckow geforderten Neubau gegeben, ihm ihre Arbeitskraft und ihr Interesse geschenkt haben, weilen nicht mehr unter uns, so Herr Oberbürgermeister OHEy und Herr Hofbuchhändler BERGSTRASSER, der ebenso wie Herr Rechtsanwalt SciôprER immer wieder auf die Notwendigkeit des Neubaues hingewiesen.
Unser herzlichster Dank gebührt heute der Stadt Darmstadt, dem Herrn Oberbürgermeister, den städtischen Behörden und den Herren Stadtverordneten. Wir danken Ihnen, meine Herren, vor allen Dingen dafür, daß wir nicht nur ein prächtiges neues Schulhaus erhalten, in dem nur für das Notwendige gesorgt ist, sondern ein Schulhaus, welches als Muster eines Schulbaus überhaupt betrachtet werden darf. Wir danken Ihnen für die große Opferwillig- keit, die Sie bewiesen, für die weitsichtige Politik, die Sie zum Nutzen der Stadt getrieben, indem Sie die bedeutenden Mittel für den schönen Bau und seine geschmackvolle innere Ein- richtung in einer Art bewilligten, die nicht nur für die nächsten Jahrzehnte notdürftig sorgt, sondern etwas Mustergültiges auf lange Jahre hinaus schaffen will. Wir danken Ihnen von Herzen und wünschen Ihnen Glück zum Gelingen dieses großen Unternehmens. Wir wünschen Ihnen Glück dazu, dab es gelungen, einen Meister zu finden, der mit feinem künstle- rischem Sinn den Rahmen des Platten, Alltäglichen, Nüchternen verlassen, ohne in Ober- treibungen zu geraten, der beim Entwerfen des Bauplanes auf einfache Schönheit streng ge- halten und der Forderung Rechnung getragen hat, daß eine Mädchenschule nicht allein praktisch eingerichtet sein soll, sondern daß sie im Innern durch Form und Farbe den Eindruck warmer Wohnlichkeit machen muß, der die kleinen und großen Mädchen an ihren eigensten zu- künftigen Wirkungskreis, an das traute Heim der Familie erinnert.
Wir danken Herrn Professor BEck auch dafür von Herzen, daß er nur das erreichbar beste Material hat verwenden lassen. Wir danken ihm ebenso wie dem früheren Direktor, Herrn Geheimen Oberschulrat Dr. EisExhUTrH, der mit unermüdlicher Energie, Einsicht und Uber- legung aus dem reichen Schatze seiner Erfahrung die Grundlagen für die Entwürfe zusammen- getragen hat.
Aber wir gedenken zum Schluß auch aller derer, die seit dem 18. Januar 1896 an diesem Baue gearbeitet, vom einfachen Maurer und Polier, dem Tüncher und Maler, dem Schreiner und Schlosser bis zu den Bauunternehmern und Lieferanten. Wir gedenken des tüchtigen Handwerkerstandes, der sich bei der Errichtung dieses stolzen Baues ein ehrendes Denkmal gesetzt hat, und wir danken dem treuen Fleiße deutscher Arbeit.
Zum Schlusse spreche ich im Namen der Schule Ihnen allen nochmals unseren ehr- furchtsvollen und gehorsamen Dank aus, im besonderen den Vertretern unserer hohen Staats- behörden, die die gedeihliche Entwickelung dieser beiden Anstalten stets mit warmem Interesse gefördert haben, und den Vertretern der Stadt. Ich gebe Ihnen die Versicherung, dab wir alle unsere Kräfte einsetzen werden, damit die Leistungen der Viktoriaschule und des Großherzoglichen Lehrerinnenseminars dem schönen Bau entsprechen, und daß wir dem hohen Namen, der diesen schönen Bau ziert, Ehre machen wollen, auf daß dieser Bau ein Heim sei für alles Schöne, Wahre und Gute, in dem Liebe zu Gott, zu unserem geliebten Fürsten- hause und unserem teueren Vaterlande allezeit in erster Linie gepflegt werden. Dieser Ge- sinnung bitte ich Sie, meine hochgeehrten Damen und Herren, Ausdruck zu geben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser allergnädigster Fürst und Landesherr Seine Königliche Hoheit der Großherzog ERxsr Luopwic und seine erlauchte Gemahlin Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin ViCroRIA MELITA, unser geliebtes Fürstenhaus und die hohe Gönnerin der Viktoria- schule im besonderen, Ihre Großherzogliche Hoheit die Frau Prinzessin LupwiG vox BATTENBERG, sie leben hoch, hoch, hoch!


