Jahrgang 
1889
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Geographie, 1 Std. w. Europa mit befonderer Berückfichtigung von Deutſchland. Ubungen im Kartenzeichnen. Hr. Dr. BEkkhn.

Zeichnen, 2 Std. w. Zeichnen nach geometr. Körpern, wie in Kl. II. Ornamentzeichnen nach Gipsabgüffen. Frl. ScHlEIERMACHRR.

Singen. 2 Std. w. Wie Kl. II.

Turnen., 2 Std. w. Wie Kl. II.

Handarbeit, 2 Std. w. Fortfetzen des Stickens. Das Erlernen des Flickens und Stopfens. Feinere Nadelarbeit überhaupt. In allen Klaffen iſt die Zeit vor Weihnachten zum Anfertigen von Weih- nachtsarbeiten beſtimmt, nur träge Schülerinnen verlieren die Erlaubnis dazu. Frl. Nörl αER.

Katholiſcher Religionsunterricht. 1. Klaffe IV, 1 Std. w. Die katholiſche Sittenlehre nach dem zweiten IIauptſtücke des Diözelankatechismus. Kirchengeſchichte der erſten drei Jahrhunderte nach Dr. Dreher. 2. Klaſfe VI-IX, in zwei Stufen 1 St. w. Obere Stufe(Klafle VI VIID: Katholiſche Glaubenslehre nach dem erſten Hauptſtücke des Diözefankatechismus. Biblifche Geſchichte von Mey. Aus- gewählte Geſchichten des neuen Teſtamentes. Untere Stufe(Klaffe VIII und IX): Die notwendigſten Gebete. Leichtere Erzühlungen aus dem Leben Jefu nach der kleinen bibliſchen Geſchichte von Dr. Juſtus Knecht. IIr. Kaplan MAv.

Lehrerinnen-Seminar. Vorſteher: Der Direktor.

Seminarklaffe I.

(Wöchentlich 23 Lehrſtunden.)

Evangeliſche Religionslehre*), 2 Std. w. A. Kirchengeſchichte: Neuere Kirchengeſchichte mit befonderer Berückſichtigung des Zeitalters der Reformation. B. Bibelkunde: Die Schriften des neuen Teſtaments nach Urfprung und Inhalt. C. Glaubenslehre: Die Artikel des chriſtlichen Glaubens wurden gelernt und erklärt. Wiederholung von Liedern und Pfalmen. Hr. KunI.

Katholifche Religionslehre, 2 Std. w. A. Das Allgemeine der Sittenlehre. B. Die Pflichten gegen Gott, den Nächſten und uns felbſt. C. Einleitung in die hl. Schriften des neuen Teſtaments. Die Gefchichte Jefu. Hr. Dekan Buvnn.

Deutſch, 4 Std. w. Geſchichte der deutſchen Nationallitteratur von Gottfched bis auf die Neuzeit. Aus den bedeutlamſten und für die Entwickelung der Litteratur am meiſten charakteriſtiſchen Dichtwerken wurden zahlreiche Stücke geleſen und erklärt, ebenfo größere Teile aus Leffings und Schillers kritifch- äſthetifchen Abhandlungen.(Laokoony,«Hamburgiſche Dramaturgiey,«Uber naive und fentimentaliſche Dichtung» etc.) Im Zufammenhange wurde Taſfoy und Die Braut von Mefſfina» geleſen. Grundriß der deutfchen Poetik, wobei die verſchiedenen Dichtungsgattungen in ihrem Welfen erläutert und an charakte- riſtiſchen Beifpielen aufgezeigt wurden. Auffätze und Disponierübungen. Gelegentliche Repetitionen aus der deutfchen Satzlehre. Der Direktor.

Päüdagogik, 2 Std. w. Grundriß der Geſchichte der Pädagogik feit der Reformation mit befonderer Berückfichtigung des 18. Jahrhunderts. Die pfychologiſchen und ethiſchen Grundlagen der Erziehungslehre, Grundzüge der Methodik und Didaktik. Praktiſche Lehrübungen. Der Direktor. Praktifſche Einführung in den erſten Unterricht 6jähriger Kinder, Schreiblefeunterricht etc. Im Winter wöchentlich 1 Std. Hr. HARTMANX.

Franzöfifch, 3 Std. w. Repetition der wichtigſten Abſchnitte der Grammatik mit Zugrunde- legung von Ploetz Schulgrammatik. Geleſen wurden Octave Feuillet's Comödie«Le Roman d'un jeune homme pauvrey und ausgewählte Abſchnitte aus Ploetz Manuel. UÜbungen im Uberfetzen aus dem Deutlchen in das Franzöſifche, Extemporalien, Kompolitionsübungen, Auffätze. Vorzugsweife Benutzung der franzöſiſchen Sprache beim Unterricht. Litteraturgeſchichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Hr. TuxrMAXX.

Englifch 3 Std. w. Gefenius II. Teil beendigt, Wiederholung der wichtigſten Abſchnitte. Uber- fetzungen aus dem Deutſchen ins Englifſche, mündlich und ſchriftlich. Geleſen wurden größere Abſchnitte aus Herrig. Kurze Uberſicht über die engliſche Litteraturgeſchichte. Auflätze, Extemporalien. Einige Gedichte wurden gelernt. Einiges aus der Phonetik. Der Unterricht meiſt in engliſcher Sprache. Hr. Dr. HEM.

Rechnen und Raumlehre, 3 Std. w. Berechnung der Wertpapiere. Einiges von den pofi- tiven und negativen Größen und von den Klammern. Gleichungen des I. Grades mit einer Unbekannten, auch leichtere Aufgaben mit 2 Unbekannten. Die regulären Polyeder. Würfel, Prisma, Cylinder, Pyra- mide, Kegel und Kugel. Hr. Gurss.

*) Den Unterricht in der israelitifchen Religionslehre leitet Hr. Landesrabbiner Dr. LaNpsEROER.