9. Wohkfahrtskaſſe.
Die Wohlfahrtskaſſe konnte die Lücken, die die Einrichtung des Landheims in den beiden letzten Jahren naturgemäß in ihren Beſtand geriſſen hatte, erfreulicherweiſe z. T. wieder auffüllen. Allen Kräften innerhalb der Schule, die bei Schülervorſtellungen uſw. hierzu beitrugen, ſei beſtens gedankt. Die Not der Zeit, die in mannigfacher Beziehung auch in die Schule eingreift, gab in zahlreichen Fällen Anlaß, im Rahmen des Möglichen, helfend einzugreifen.— 4 Schüler erhielten Erziehungsbeihilfen gemäß Art. 146, Abſ. 3 der Reichsverfaſſung, die ſinngemäß verwaltet wurden. Der von der Stadt Darmſtadt für Ferienſpaziergänge vorgeſehene— leider ſtark herabgeſetzte— Betrag kam dem Landheim zu gute.
10. Buchhilfe.
Im Schuljahr 1930/31 wurden von der Buchhilfe(bis einſchließlich 18. Februar 1931) an die Schüler insgeſamt 902 Bücher ausgeliehen.
11. Schulgebäude.
In den Weihnachtsferien wurden die Sammlungs- und Übungsräume in den 4 Stockwerken des Neubaus, ſowie die Turnhalle, die Zimmer für die geographiſche Sammlung und die Räume für das Milchfrühſtück neu hergerichtet. Der obere Zeichenſaal erhielt einen neuen Riemenfußboden.
In unſerer Turnhalle war vom 31. Juli bis 4. Auguſt 1931 eine größere Anzahl der Teilnehmer an der„Reichstagung des Bundes Deutſcher Jugendvereine“ untergebracht.
Am gleichen Ort fand vom 1. bis 3. November 1930 eine Ausſtellung einheimiſcher und aus— ländiſcher Sing- und Ziervögel ſtatt— veranſtaltet von der Vereinigung für Vogelſchutz und⸗Liebhaberei— die von vielen Schülern beſucht wurde.
Geflaggt wurde an den üblichen Tagen, außerdem am Reichsgründungstage am 18. Januar 1931, halbmaſt wehten die Fahnen am Volkstrauertag, 1. März 1931.
12. Geſchenke.
Geſchenke für die Bücherei oder zur Verteilung an die Schüler oder zur Lehrmittelſammlung, auch für unſer Landheim erhielten wir von Behörden, der Stadt Darmſtadt, der Landesbibliothek, vielen Körper— ſchaften, Vereinen, Buchhandlungen, Firmen, von Lehrern, Schülern und Privaten. Allen gütigen Gebern ſagen wir herzlichen Dank, beſonders für die reiche Geldſpende eines Ungenannten an Weihnachten.
Auch für viele Einladungen, die zu den verſchiedenſten Veranſtaltungen an die Direktion und den Lehrkörper ergangen ſind, danken wir verbindlich.
13. Landheim.
Das Landheim war im verfloſſenen Schuljahr von Ende April bis Ende Oktober ununterbrochen mit je 1 Klaſſe für je 1 Woche belegt. Insgeſamt haben 26 Klaſſen mit 598 Schülern eine Landheim— woche gehabt. Auch während der Sommerferien machten Schüler aller Klaſſen in gemiſchten Gruppen von der gebotenen Erholungsmöglichkeit Gebrauch. Die führenden Lehrer wurden häufig von Mitgliedern des Pädagog. Seminars unterſtützt. Die von uns gewählte Art der Wirtſchaftsführung im Landheim hat ſich im ganzen bewährt, insgeſamt wurden 4014 Verpflegungstage verrechnet. Zahlreichen minder⸗ bemittelten Schuͤlern wurde der Aufenthalt durch Gewährung von Freiſtellen ermöglicht oder durch Zu⸗ ſchüſſe erleichtert. Der Rechnungsabſchluß geſtaltet ſich im Rahmen des zu Beginn des Jahres aufge— ſtellten Voranſchlags in befriedigender Weiſe. Wenn es trotz der allgemeinen wirtſchaftlichen Notlage, die das Landheim natürlich auch ſpurt, möglich war, das Landheim ohne Einſchränkung in der ſeitherigen Weiſe fortzufuͤhren, ſo erkennen wir darin den gemeinſamen Willen von Eltern, Schülern und Lehrer⸗ ſchaft, dies auch in der Zukunft zu tun. Die Schule iſt in dieſer Beziehung ſehr vielen zu herzlichem Dank verpflichtet, den ausdrücklich zu wiederholen ſie bei dieſer Gelegenheit nicht verſäumen möchte. Im Jahre 1931 konnten die Schüler während ihres Aufenthaltes auch Ski laufen und rodeln.
14. Der Verein der ehemaligen Schüler und der Freunde des Realgymnaſiums.
Der Verein hat im abgelaufenen Schuljahr zu den Koſten des Landheims einen Beitrag von 300 Mk. geleiſtet. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß beſonders unſer Landheim auch weiterhin eine ſtarke Stütze an dem Verein findet.


