Jahrgang 
1931
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Bei der Totengedenkfeier am 22. November 1930 ſprach Studienrat Hauff. Chor, Orcheſter und ein Violinſolo verſchönten die Feier. Auch in dieſem Jahre brachte Studienrat Wermbter mit den Schülern ſeiner IV2 unter Mitwirkung eines Chors der Klaſſen V3 und 4 und eines kleinen Orcheſters ein Weihnachtsſpiel(bearbeitet nach alten Liedern und Quellen von Philipp Emmert) an 2 Tagen zur Aufführung. Ein von Studienrat Dr. Köſer gedichteter Vorſpruch leitete das Spiel ein, der Reinertrag war für unſer Landheim beſtimmt.

Am 19. Februar fand in der dicht gefüllten Woogsturnhalle unter Leitung unſeres Muſiklehrers Volz ein Konzert unſeres Schülerorcheſters und des Schülerchors ſtatt. Als Soliſten wirkten auch hier mit: Aßmuth Ib 5, Hafenreffer und Lorey la2. Wir dürfen dieſes Konzert einen vollen Erfolg aller Mitwirkenden nennen. Der Reinertrag in erfreulicher Höhe kommt unſerem Landheim zu gut.

6. Schüler.

Über dieAusleſe auf der höheren Schule hat das Kultusminiſterim am 8. Januar 1931 folgende Verfügung erlaſſen:

Um den allzu ſtarken Beſuch der höheren Schulen einzuſchränken und ſie von Schülern zu be freien, die infolge ihrer Veranlagung für wiſſenſchaftliche Ausbildung wenig geeignet ſind und hemmende Belaſtung bilden, wurde folgendes beſtimmt:

1. Außer den Grundſchülern, die nach dreijährigem Schulbeſuch übertreten wollen, haben alle mit vierjähriger Grundſchulzeit, die nicht die Note 1 oder 2 mitbringen, eine Prüfung in Deutſch und Rechnen zu beſtehen. Die Prüfung, zu der die Volksſchule den dafür notwendigen Urlaub erteilt, iſt vor Beginn der Oſterferien abzuhalten.

2. Alle neueingetretenen Sextaner, auch ſolche, die die Aufnahmeprüfung beſtanden haben, müſſen noch eine Probezeit durchmachen. Sobald ſich herausſtellt, daß ein neu aufgenommener Sextaner für die höhere Schule noch ungeeignet iſt, iſt er in die Volksſchule zurückzuverweiſen. Der letzte Zeitpunkt für dieſe Zurückverweiſung iſt der Beginn der Sommerferien. Den Eltern iſt von der beabſichtigten Zurück verweiſung möglichſt frühzeitig Mitteilung zu machen und Gelegenheit zur Ausſprache zu geben.

3. Wenn ein Schüler auf der Unterſtufe(VIIV) das zweite Mal ſitzenbleibt, muß er unverſchuldete Fälle ausgenommen aus der höheren Schule ausſcheiden. Ebenſo ein Schüler, der in derſelben Klaſſe zweimal ſitzenbleibt, einerlei auf welcher Stufe.

4. Wenn ein Schüler, der auf der Mittelſtufe einmal ſitzen geblieben iſt, in IIa nicht verſetzt wird, kann er(unverſchuldete Fälle ausgenommen) auch nach Wiederholung der Klaſſe mit nur genügendem Ergebnis nicht in die Prima aufgenommen werden, wohl aber kann ihm dann ein Abgangszeugnis erteilt werden, das ihm die Primareife zuſpricht.

Die bisher für die Verſetzung geltenden Beſtimmungen bleiben in Kraft.

An den Reichsjugendwettkämpfen am 28. bis 30. Auguſt 1930 nahmen wieder viele Schüler teil.

Nach dem Ausſchreiben des Heſſiſchen Herrn Miniſters für Kultus und Bildungsweſen vom 6. Mai 1930 erhaltendie erſten zehn vom Hundert der Sieger in der Reihenfolge der Punktwertung die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten, die übrigen Sieger die vom Herrn Staatspräſidenten geſtiftete Urkunde(Sieger iſt, wer mindeſtens der erreichbaren Punktzahl erzielt hat).

Auf Grund der von uns eingerichteten Verzeichniſſe wurden uns 15 Ehrenurkunden des Herrn Reichspräſidenten und 135 Urkunden des Herrn Staatspräſidenten überwieſen.

Wir nennen nur die erſten Sieger mit der von ihnen erreichten Punktzahl: Unterſtufe: 1. Wieſeneck IIla 3 135, 2. Zürtz IIb 3 129, 3. Schmidt IIIb 3 128, 4. Himmler IIb3 und Senzel IIla3 je 124. Mittelſtufe: 1. Kaiſer Ib2 149, 2. Lindner IIb 3 137, 3. Blumenſchein IIb 1 136, 4. Mennekes IIb 4 135, 5. Schellhaas Ib4 134, 6. Hofmann Ib1 131, 7. Schrauth Ib 5 130, 8. Weber IIa 2 127. Oberſtufe: 1. Schüßler Ib 4 127, 2. Klein la 2 125.

Die Schülerbücherei wurde fleißig benutzt. Leider mußten viele Wünſche unerfüllt bleiben, da es noch immer an größeren Mitteln für eine zeitgemäße Erneuerung fehlt.

Der Schülerleſeverein wurde im Jahre 1919 von Schülern der Anſtalt gegründet. Die Schüler der Klaſſen IIb la können Mitglieder werden. Gegen Entrichtung eines monatlichen Beitrags von 10 Pfennig kann jedes Mitglied ſich ein Buch auf 3 Wochen entleihen. Die Buͤcherei umfaßt 480 Bände. Die Verwaltung für 1930/31 lag in den Händen von May Ib4. Als Berater des Ver⸗ eins wirkt Studienrat Dr. Gombert.

Von der Einrichtung der Schülermiete am hieſigen Landestheater machten 123 Schüler Gebrauch (Klaſſen la IIIa). Die Generaldirektion ſtellte außerdem in dankenswerter Weiſe für jede Vorſtellung der Schülermiete eine Anzahl Freikarten für minderbemittelte Schüler zur Verfügung. Bis Ende des Schuljahres fielen der Schuͤlermiete folgende Vorſtellungen zu:Kabale und Liebe,Barbier von Bagdad, Königskinder,Eliſabeth von England,Das Glöckchen des Eremiten,Sommernachtstraum. Aus dem Schuljahr 1929/30 ſind noch nachzutragen:Zu ebner Erde und im erſten Stock,Hamlet.

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